17.04.2012, 13:25 Uhr

TORLOSES REMIS BEDEUTET NICHT DAS ENDE DER TITELTRÄUME

Torloses Remis bedeutet nicht das Ende der Titelträume

Zwei Tage nach dem Remis im Derby gegen Rapid in der Generali-Arena hat man in Favoriten die 301. Auflage mit der Nullnummer abgehakt und blickte in die Zukunft. AG-Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer sprach im Interview über die Chancen des FK Austria Wien in der Bundesliga und im ÖFB-Cup. Er zeigte auch Verständnis für Enttäuschungen der Fans.

 

Bedeuten das 0:0 im Derby, sowie vier bzw. fünf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Salzburg und Rapid das Ende der violetten Titelträume?

Kraetschmer: „In einer Saison wie dieser würde ich noch nicht vom Ende der Titelträume sprechen, aber es war in dem Bezug sicherlich ein Rückschlag. Dennoch war wichtig, dass wir den dritten Tabellenplatz zurückerobert haben, da diesmal alles extrem eng ist.

Gerade deswegen wäre die drei Punkte sehr viel wert gewesen...
Natürlich hätten wir uns alle einen Sieg gewünscht. Ich glaube, dass wir aufgrund der Chancen von Jun und Klein gegen Ende letztlich dem Sieg näher waren, das haben auch alle Kommentare gezeigt. Aber wir müssen das zur Kenntnis nehmen und einfach schon auf das nächste Spiel am Samstag in Kapfenberg, wo ich mir drei Zähler wünsche, konzentrieren.“

 

Einige eingefleischte Austria-Fans sind nach dem zweiten 0:0 im Derby in Folge (das gab`s zuletzt 1979/80) enttäuscht. Positiv bleibt, dass wir keines der vier Saisonduelle verloren haben. Sind Sie damit zufrieden?

Kraetschmer: „Das ist die berühmte Diskussion des Glases, das halbvoll oder halbleer ist. Positiv könnte man natürlich registrieren, dass wir kein Derby verloren haben. Aber ich verstehe die Fans, die mit einer anderen Erwartung in die Generali-Arena kommen oder gekommen sind. Man muss aber auch so fair sein und an die Worte von Ivo Vastic erinnern, der vor seinem Amtsantritt gesagt hat, er wolle zuerst die Defensive stabilisieren.

Und das hat ja bestens funktioniert.
Das ist ihm unbestritten gelungen. Die Rapidler haben in Wahrheit ihre größte Chance in der letzten Spielminute gehabt. Wir wissen, dass - was das Spiel nach vorne betrifft - alle eine andere Erwartungshaltung haben. Wir wollen mehr Tore und ein schöneres Spiel sehen.

 

Warum klappt das Toreschießen bisher kaum und zieht sich das bisher durch den Frühling?

Kraetschmer: „Wir sind in einer Umbruchphase, die sich durch das Wintertransferfenster ergeben hat. Daher ist es für uns jetzt wichtig, das Saisonfinish einfach auch ein bisschen ergebnis-orientierter zu betrachten. Wir wollen in den Europacup – das ist unser höchste Ziel und dabei zählt auf dem Weg dorthin wirklich jeder Punkt.“

 

Als Tabellendritter und Cup-Semifinalist tanzen wir diesbezüglich noch auf zwei Hochzeiten und sind seit 2002 als einziger ÖFB-Klub auch stets im internationalen Geschäft dabei. Wird dies auch zum zehnjährigen Jubiläum klappen?

Kraetschmer: „Das Wichtigste ist, dass wir zwei Chancen besitzen. Im Cup-Semifinale haben wir auswärts mit Titelverteidiger Ried einen sehr schweren Gegner. Aber ich darf erinnern, dass wir auch im Cup zuletzt im Innviertel weitergekommen sind und zuletzt in der Liga 1:0 gesiegt haben.

 

Von der Konstellation wird das eine ganz entscheidende Partie, es kann ja schon so etwas wie ein vorweggenommenes Finale sein.
Ja, wenn Salzburg nämlich auch ins Endspiel kommt und gleichzeitig möglicherweise auch den Meistertitel holt, würde uns der Aufstieg ins Finale schon zur Europacup-Teilnehme reichen. Parallel dazu wollen wir in der Liga natürlich alles tun, um unter den Top Drei zu bleiben und auch um die Meisterschaft mitzukämpfen.“

 

Austria tritt in den kommenden fünf Runden gegen Vereine an, die derzeit auf den Tabellenrängen sechs bis zehn liegen, und muss zum Schluss zu Meister Sturm Graz. Wie viele Punkte darf man sich da ausrechnend?

Kraetschmer: „Ich bin mittlerweile ein absoluter Feind, Prognosen – noch dazu für sechs Spiele – abzugeben. Weil es meistens anders kommt als man erwartet. Wir tun alle gemeinsam gut daran, sich einfach auf das nächste Spiel gegen den Kapfenberg zu fokussieren. Keine Frage, wenn man weiter um die Meisterschaft mitspielen will, sind drei Punkte unser Ziel. Wir tun uns in Kapfenberg traditionell schwer. Wir haben es in dieser Saison erlebt, im ersten Auswärtsspiel waren wir dem Sieg nahe, doch es hat nur zu einem Remis gereicht. Außerdem haben wir im Frühjahr gegen das Schlusslicht eine bittere 0:1-Heimniederlage kassiert. Deshalb schaue ich jetzt nur auf Kapfenberg, was danach kommt, ist wirklich egal.“

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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