03.04.2012, 11:34 Uhr

TOMAS JUN: „AN SICH GLAUBEN, KÄMPFEN UND CLEVERER SEIN“

Tomas Jun: „An sich glauben, kämpfen und cleverer sein“

Es ist wie verhext und ärgerlich. Eine Woche nach dem 1:1 gegen Meister Sturm Graz hat Austria Wien auch gegen den aktuellen Spitzenreiter SB Salzburg in der Nachspielzeit den unnötigen Ausgleich zum 1:1 in der Generali Arena hinnehmen müssen. Am Montag versuchten die Schützlinge von Trainer Ivo Vastic den Frust aus den Beinen zu schütteln, um am freien Dienstag einmal Abstand vom Fußball zu gewinnen und die Akkus für den schweren Gang nach Ried am Samstag (18.30 Uhr) neu aufzuladen.

 

War es gegen Sturm Roland Linz gewesen, der das 1:0 erzielte hatte, so traf diesmal Tomas Jun zur Führung, über die sich der Schütze aber nicht wirklich freute. „Es ist immer schön, wenn man ein Tor schießt, aber besser wäre es gewesen, wenn wir gewonnen hätten. Das neuerliche 1:1 ist zu wenig in dieser Phase der Meisterschaft“, resümierte der Stürmer mit einem Blick auf die Tabelle. Mit den vier verlorenen Zähler aus den zwei jüngsten Spielen wären die Veilchen mit den Bullen und Rapid nach Punkten gleichauf gelegen.

 

„Das ist in dieser heißen Phase der Meisterschaft besonders bitter für uns. Denn ich denke, wir waren in beiden Spielen die bessere Mannschaft und hatten sowohl gegen Sturm als auch gegen Salzburg gute Möglichkeiten auf das 2:0 gehabt“, ärgerte sich Jun auch zwei Tage nach der Salzburg-Partie über das neuerliche „Last-Minute-Tor“ des Gegners, der lange Zeit als Verlierer ausgesehen hatte. Warum die Violetten den Ball abermals in der Nachspielzeit aus dem Netz holen mussten, darüber grübelt auch Jun.

 

So sei eben Fußball, das sei Pech, meint er. „Das kann immer passieren, doch vielleicht sollten wir in Zukunft gegen Spielende die Bälle nur noch auf die Tribünen ballern. Wir wollen immer nach vorne spielen, doch wäre es besser, würden wir den Ball in unseren Reihen halten oder ihn einfach nur aus der Gefahrenzone bringen“, sagte der Legionär, der mit einem Traumtor das 1:0 gegen die „Bullen“ besorgt hatte. Er hatte in der 33. Minute ein Flanke mit Links angenommen und die Kugel mit Rechts gefühlvoll ins Netz befördert.

 

Zu diesem Zeitpunkt war alles eitel Wonne im Veilchen-Lager gewesen. „Da haben wir gut gespielt. Doch nach der Pause war es ein ganz anderes Spiel, da waren wir zu passiv, anstatt weiter aktiv zu bleiben. Wir fanden zwar auch Chancen auf das 2:0 vor, doch es lief nicht mehr so gut wie in den ersten 45 Minuten“, meinte Jun, der im nächsten Moment seinen Blick in die Zukunft richtete. Auf die Frage, ob für die Austria die Titel jetzt bereits verspielt sei, antwortete er: „Im Fußball besitzt man immer eine Chance, aber zweifellos ist es nun für uns schwieriger geworden.“

 

Keine Frage, mit den jeweils im Finish vergebenen vier Punkten gegen Sturm und Salzburg stünde Violett ex aequo an der Tabellenspitze und fielen die kommenden Spieler leichter. Doch die Flinte wird am Verteilerkreis keineswegs ins Korn geworfen. Jun appelliert an seine Mitspieler: „Wir müssen an uns glauben, kämpfen und ein bisschen cleverer sein!“ Der Europacup ist eines der erklärten Ziele und im ÖFB-Cup ist man auch noch voll dabei.

 

„Wir liegen fünf Punkte hinter den Salzburgern, in den letzten acht Runden ist noch alles möglich“, predigt Jun. Aber er weiß wie alle, dass im Innviertel die nächste schwierige Aufgabe wartet. „Wir haben gegen Kapfenberg und Mattersburg gesehen, dass jetzt niemand zu unterschätzen ist. Wir müssen bis Saisonende konzentriert sein und in jeder Partie probieren, drei Punkte zu machen“.

 

Mit einem vollen Erfolg gegen den derzeit punktegleichen drittplatzierten Cupsieger würde man die Oberösterreicher vom dritten Tabellenplatz verdrängen. „In Ried ist es immer schwer zu gewinnen, wir haben dort im Oktober 1:2 verloren. Jetzt heißt es, neues Spiel, neues Glück. Wir glauben alle, dass wir dort auch gewinnen können“, sagte der zehnfache tschechische Teamspieler vor dem Countdown auf das Treffen mit den „Wikingern“.

 

Am Trainer liegt es nach Meinung des erfahrenen Jun nicht, dass die Veilchen mit vier sieglosen Runden im Gepäck ins Innviertel reisen. „Wir Spieler müssen uns an der Nase nehmen, im Kopf stärker werden und mehr als Team kämpfen“, meinte der Torschützenkönig der tschechischen Liga 2004/05, der zwischen Karl Daxbacher („Ein Mann der alten Schule“) und seinem Nachfolger Ivo Vastic („Er hat vor einigen Jahren noch selbst gespielt“) natürlich Unterschiede sieht. „Jeder hat seinen Stil, wir hatten gute Phasen mit Daxbacher wie wir sie jetzt auch unter Vastic haben.“


 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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