08.08.2012, 13:06 Uhr

THOMAS PARITS: "JETZT IST EIN ANDERER ZUG DRINNEN"

Thomas Parits: "Jetzt ist ein anderer Zug drinnen"

Der 3:0-Sieg im 302. Wiener Derby hat alle violette Herzen höher schlagen lassen. Jenes von Thomas Parits macht da auch noch drei Tage nach der Gala keine Ausnahme, es pocht noch immer mit erhöhter Frequenz. „Ich bin sehr zufrieden. Ich habe Derbys schon als Spieler, Trainer und jetzt als Vorstand erlebt - für mich sind das immer die Höhepunkte. So wie wir am Sonntag im Hanappi-Stadion aufgetreten sind, ist das für alle – Fans, Klub und Spieler – eine Supersache gewesen“, stellte der Burgenländer mit großer Genugtuung fest.

Wenn man in Hütteldorf 3:0 gewinnt, kann man sich bis zum nächsten Liga-Spiel am Sonntag (18.30 Uhr/live auf Sky) in der Generali-Arena gegen Admira freuen. „Wir haben eine wirklich gute Leistung geboten und verdient gewonnen“, befand Parits, der einen entscheidenden Grund für den Erfolg ausgemacht hat. Bei Ballbesitz sei Suttner schon der erster Angreifer und bei Ballverlust Jun der erste Verteidiger gewesen. Das hat der Sportchef auch schon in den anderen Saisonspielen so gesehen.

 „Ich glaube, dass wir momentan sehr gut als Block agieren, dass sich keiner zu gut ist, Defensivarbeit zu machen und keiner zu gut ist, sich in die Offensive einzuschalten“, meinte der Sport-Vorstand, der schon im verkorksten Frühjahr immer wieder betont hatte, dass es nicht immer die Schuld der Angreifer sei, wenn man keine Tore schießt und zu keinen Chancen kommt. „Das liegt vielmehr an der ganzen Mannschaft“, sagt Parits.

Er hat jedenfalls in der Vorbereitung und jetzt nach vier Pflichtspielen (inklusive ÖFB-Cup) das Gefühl, dass jeder bei Ballbesitz nach vorne orientiert sei, jeder am Angriff beteiligt sein wolle und wenn man den Ball verliert, schon die Stürmer sehr gut attackieren. Das habe er speziell im Derby gesehen.


„Diesen Weg müssen wir weitergehen. Ich habe Peter (Stöger) gesagt, wenn wir weiter so hart arbeiten, der Konkurrenzkampf da ist und wir keine Verletzten haben, fördert das die Leistung“. Und wenn einmal ein Ausfall zu beklagen ist, wie im Derby der gesperrte Georg Margreitter, ist eben ein anderer Spieler da. „Kaja Rogulj hat eine sehr gute Leistung geboten. Man hat schon im Testspiel gegen Mainz gesehen, dass er ein gleichwertiger Ersatz ist“.

Gegen die Baumgartlinger-Truppe hatte auch schon unser Derby-Matchwinner Roman Kienast mit seinem Tor aufgezeigt. „Das war für ihn sehr wichtig. Für einen Stürmer ist das eine reine Kopfsache. Wenn du an dir arbeitest, kommt der Erfolg. Tore geben Selbstvertrauen“, weiß Ex-Stürmer Parits, der sowohl als Trainer als auch als Spieler mit Austria Meister war, aus eigener Erfahrung. Kienast hatte sich im Frühjahr einer Knöchel-OP unterziehen müssen und sich erst in die Startelf spielen bzw. schießen müssen.

Im Austria-Lager hofft man, dass das violette Hoch anhält. „Wir werden doch jetzt nicht auch unser zweites Heimspiel verlieren, das wäre nach zwei Auswärtssiegen ein Wahnsinn! Ich bin optimistisch, die Spieler haben aus der Niederlage gegen Sturm auch gelernt. In unserer Mannschaft passt es“, meinte der Sportchef.

Gegenüber dem Vorjahr, als gegen RB Salzburg (0:2), SV Ried (2:1) und Wacker Innsbruck (0:0) nur vier Punkte geholt wurden, haben wir nach den ersten drei Runden heuer schon sechs Zähler auf dem Konto. Eine Zwischenbilanz kommt für Parits noch zu früh. Eine solche sei für ihn erst nach sechs Runden zu ziehen. „Nur was jetzt schon positiv ist: So wie sich unsere Mannschaft präsentiert, sind wir auf gutem Weg. Als Spieler musst du heute auch im Training immer alles geben, damit du in der Mannschaft bleibst“, stellte der 27-fache ÖFB-Teamspieler fest.

Was hat sich gegenüber dem Frühjahr, in dem der Europacuup-Startplatz als Tabellenvierter um einen Zähler verfehlt wurde, mit Ausnahme des Trainerwechsels geändert? „Wir haben damals nach dem Winter nicht schlecht begonnen. Eines steht aber fest, jetzt ist ein anderer Zug in der Mannschaft, eine andere Stimmung. Wir brauchen deshalb aber nicht gleich in Euphorie zu verfallen“, sagte Parits. 


 „Ich hoffe, dass wir weiter so spielen, so gute Leistungen bieten und weiter Chancen heraus spielen, dann werden wir viel Freude mit unserer Mannschaft haben“, sagte der Sportvorstand, für den die Suche nach einem neuen Stürmer trotz der „Explosion“ von Kienast und dem Leistungshoch von Tomas Jun, der auch schon zwei Treffer erzielt hat, nach wie vor aktuell ist. „Wir schauen, haben vorige Woche mit Klubs auch verhandelt. Es ist jedoch schwer, eine echte Verstärkung zu bekommen, weil die Spieler unter Vertrag und die Ablösen sehr hoch sind“, erklärte Parits.

Mit dem Slowenen Dare Vrsic stand in der Derby-Startelf nur ein neuer Spieler. Der Regisseur braucht noch Zeit, wie sie Kienast und der ebenfalls immer stärker werdende Tomas Simkovic benötigt haben. Das gleich gilt für James Holland. Parits zeigte sich im Derby speziell von Kienast und Simkovic, die auch erst im Winter 2011/12 gekommen sind und eine  Anlaufzeit gebraucht haben, beeindruckt. „Roman und Simko haben gezeigt, welche Fähigkeiten sie haben.“

Aber auch hier bremste der Sportchef. „Sie müssen weiter arbeiten, denn die Konkurrenz im Kader ist wie gesagt sehr groß. Der Trainer hat viele Möglichkeiten. Wie bei Margreitter und Rogulj in der Innenverteidigung, ist es auch auf allen anderen Positionen so“. Man müsse sich in jedem Training für die Startelf qualifizieren, darfst dir keinen Schritt ersparen. „Jedem Profi tut 's weh, wenn er nicht dabei ist.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 19 39
2. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 19 22
7. FC Admira Wacker Mödling 19 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SV Mattersburg 19 14
10. SKN St. Pölten 18 14
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