04.01.2012, 12:00 Uhr

THOMAS PARITS: „IVICA VASTIC HAT MEIN VOLLES VERTRAUEN!“

Thomas Parits: „Ivica Vastic hat mein volles Vertrauen!“

Im Interview mit www.fk-austria.at spricht Austrias AG-Vorstand Thomas Parits über seinen neuen Chefcoach Ivica Vastic, einen durchwachsenen Herbst , die gute Entwicklung seiner Youngsters und spekuliert mit dem einen oder anderen violetten Neuzugang im Winter.

 

Vor wenigen Tagen ist die Entscheidung für ein neues Trainerteam bei der Wiener Austria gefallen. Ivica Vastic wird bei der Wiener Austria das Traineramt übernehmen.

Die neun Spiele mit nur einem Sieg in der Meisterschaft waren schlussendlich der Grund für die Beurlaubung von Karl Daxbacher und Josef Michorl, wir brauchen eine Trendwende. Ich bin von Ivica Vastic und seinen Qualitäten voll überzeugt und da auch ich in der Verantwortung stehe, wurde diese Entscheidung gemeinsam getroffen. Vastic hat mein volles Vertrauen.


Das Jahr 2011 ist Geschichte, wie fällt ihre Bilanz aus?
In die Frühjahrsmeisterschafts 2011 sind wir sehr stark gestartet, mit vier Siegen und einem Remis aus für Spielen haben wir nicht nur den Fünf-Punkte-Rückstand auf die Spitze aufgeholt, sondern auch Platz eins erobert. Eine Schwächeperiode im April hat uns allerdings trotz der vielversprechenden Ausgangslage den Titel gekostet. Aus den Spielen gegen Kapfenberg, Mattersburg, Ried und Wiener Neustadt waren zwei Punkte einfach zu wenig. Am Ende hat es wie in der Vorsaison dann knapp aber doch nicht gereicht, auch wenn ein Punkteschnitt von 1,8 Zählern pro Match in Ordnung war. Wir haben uns zwar vorzeitig für den Europacup qualifiziert, aber es war sicher mehr möglich.


In diesem Herbst haben wir dann wirklich zwei Gesichter gezeigt. In der Europa League hat man gesehen, was alles in dieser Mannschaft steckt, das Abschneiden in der Liga ist für mich dagegen enttäuschend, da braucht man auch nichts beschönigen. Aus neun Spielen nur ein Sieg und nur acht von 27 möglichen Punkten, diese Negativserie e in der zweiten Hälfte der Herbstmeisterschaft schmerzt ähnlich wie jene im vergangenen April.
Umgekehrt können wir uns bei der schwächelnden Konkurrenz bedanken, dass in Wahrheit noch wenig passiert ist, weil der Rückstand auf Platz eins könnte auch schon acht oder mehr Punkte betragen.

 

Was muss angesichts dieser nüchternen Analyse das Ziel für das anstehende Frühjahr sein?
Zu allererst, dass  uns ein ähnlich guter Start wie im Vorjahr gelingt. In Wahrheit starten wir mit drei Heimspielen, da ist schon viel möglich. Gleich zu Beginn könnten wir gegen zwei direkte Konkurrenten, die vor uns stehen, in diesen Sechs-Punkte-Spielen den Rückstand minimieren. Mit Ried zu Hause und dem Derby im Prater-Stadion, wo wir uns bekanntlich sehr wohl fühlen, sowie Kapfenberg in der Generali Arena ist einiges drin. Auch vor unserem Gastspiel bei der Admira, die bis dahin zu Hause noch ungeschlagen gewesen ist, haben wir Nerven bewahrt. Bei einer Niederlage hätte der Rückstand acht Punkte betragen. Wir haben das Zeug und die Qualität auch in heiklen Situationen zu überzeugen.


Insgesamt ist aber vor allem mehr Konstanz gefragt . Wir haben zu viele Punkte durch individuelle Fehler und Unaufmerksamkeiten leichtfertig her geschenkt, dass tut weh und ist nicht notwendig. Die Chancen waren meist da, nur wir haben den Sack dann nie zugemacht und uns schlussendlich um die Früchte unserer Arbeit gebracht. Hier gehört angesetzt, dieses Manko müssen wir abstellen. Dazu gehört auch die Verbesserung der Heimbilanz. Gegen Teams wie Wiener Neustadt, Mattersburg oder Innsbruck müssen wir den Anspruch haben zu Hause die vollen Punkte zu holen. Gerade diese Zähler gehen uns sehr ab und die müssen wir bis Mai vor eigenem Publikum einfahren. Auch die Cleverness hat mitunter gefehlt. Nach dem 1:1-Pausenstand  in Graz sind wir blind gestürmt und haben vier Kontertore zum 1:5 kassiert, anstatt selbst den Gegner kommen zu lassen. Beherzigen wir diese Punkte und legen wir eine gelungene Vorbereitung hin, dann bin ich für das Frühjahr optimistisch, dass die Austria ihr wahres Gesicht zeigen wird.

 

Positiv ist zu erwähnen, dass auch in diesem Herbst die jungen Wilden bei der Wiener Austria wieder aufgezeigt haben.
Absolut! Alex Gorgon ist am Sprung zum Stammspieler und hat auch auf internationalem Niveau gezeigt, dass er großes Potential besitzt. Zuletzt bekamen Manuel Wallner und Remo Mally in der Innenverteidigung die Chance und haben ihre Sache über weite Strecken sehr gut erfüllt. Niederlagen an ihren Leistungen festzumachen, wäre daher verkehrt. Sie haben ihre Aufgaben wirklich zufriedenstellend erfüllt und geben dem Kader daher für die Zukunft auch qualitativ noch mehr Breite. Wir wissen, wir können auf sie zählen. Mit Remo Mally und Martin Harrer von den Amateuren, der ab Jänner fix dabei ist, haben nach Dario Tadic, Alex Gorgon und Emir Dilaver vergangene Saison, wieder zwei Youngster von Amateure-Coach Ivica Vastic den Sprung in die Kampfmannschaft geschafft. Klar müssen sie alle noch viel dazu lernen und stärker werden, aber ihr Weg stimmt.


Zum Abschluss noch, Winterzeit ist Transferzeit, was können sie uns dazu sagen?
Es kann sein, dass wir den einen oder anderen Transfer tätigen, bei zwei Offensivspielern aus dem Ausland sind die Verhandlungen schon sehr weit. Manuel Wallner und Patrick Salomon werden den Verein möglicherweise verlassen.

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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