28.10.2012, 17:55 Uhr

STÖGER ANALYSIERT DEN 6:4-KRIMI-SIEG GEGEN DIE ADMIRA

Stöger analysiert den 6:4-Krimi-Sieg gegen die Admira

1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 2:3, 3:3, 4:3, 4:4, 5:4, 6:4. Was am Ende wie der hart umkämpfte Satz eines Tennis-Spiels anmutet, ist in Wahrheit der Hergang eines einzigen Nervenkitzels, den der FK Austria Wien am Samstagabend gegen die Admira im Endeffekt für sich entscheiden konnte. Aufgrund des Ausgangs der Partie zwischen Rapid und Salzburg (2:0) stehen die Violetten nach dieser Runde wieder an der Tabellenspitze.


Die Veilchen setzten in der Offensive vieles um, worauf das Trainerteam rund um Peter Stöger und Assistent Manfred Schmid im Vorfeld wertgelegt hatten. Etwa, die Admira-Verteidiger früh unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen. Ein Paradebeispiel dafür lieferte gleich der frühe Treffer zum 1:0, als die Stöger-Elf Angriffspressing in Perfektion betrieb, Admiras Pöllhuber gleich mit fünf Mann unter Druck setzte und einen abgebrühten Abschluss durch Philipp Hosiner folgen ließ.


An diesem Abend war es der erste von insgesamt drei Treffern Hosiners, der gegen seinen Ex-Klub wahrscheinlich sein bisher bestes Spiel im Austria-Trikot ablieferte – und mit einer statistischen Besonderheit aufhorchen ließ, die normalerweise Defensiv-Spielern zugesichert ist. Erstmals in dieser Saison gelang es einer violetten „Speerspitze“, beim Schlusspfiff die besten Zweikampfwerte (60 Prozent gewonnen) aller Spieler vorzuweisen.


Sein Trainer, Peter Stöger, hatte sich das Spiel in der Nacht auf Sonntag noch einmal zu Gemüte geführt und resümiert einen Tag danach: „In unserem Offensiv-Spiel hat vieles gepasst, wenn auch noch nicht alles. Wir wollten zum einen anpressen und die Admira nicht rausspielen lassen, zum anderen auch über Standardsituationen zum Erfolg kommen.“


Beides gelang. Letzteres etwa nach einem Simkovic-Freistoß (Tor durch Rogulj) sowie einem Jun-Eckball (Tor durch Gorgon). „Jetzt haben wir in zwei Spielen drei Tore nach Standardsituationen erzielt.“ Die Arbeit trägt Früchte – ebenso wie die Pausenansprache, als man zur Halbzeit 2:3 zurücklag.


Stöger: „Wir (Trainerteam, Anm.) haben gewusst, dass wir gegen die Admira nach der Pause noch drei, vier Tore machen können und das natürlich auch der Mannschaft gesagt. Dass wir die Partie noch gedreht haben, freut mich auch für die Zuschauer, die gesehen haben, dass wir bedingungslos zum Erfolg kommen wollten.“


Dass es gegen die offensiv wie gewohnt starken Admiraner vier Gegentore gab, sei trotzdem ein Umstand, den man ansprechen müsse. „Die Admira schießt meistens viele Tore. Trotzdem hätten wir das eine oder andere verhindern können. In zwei, drei Situationen haben wir zu zögerlich agiert.“


Am Ende war es trotz des Krimis ein Freudentag für alle violetten Beteiligten. Und zwei dürfen auch noch am Sonntag besonders jubeln. Neben Gorgon, der am Samstag einer der Torschützen (Hosiner 3, Simkovic, Rogulj und eben Gorgon) war und am heutigen Sonntag seinen 24. Geburtstag feiert, darf sich auch Präsident Wolfgang Katzian zu seinem 56. Geburtstag gratulieren lassen.


Er ist es auch, der sich in der Südstadt womöglich in einem Déjà-vu-Erlebnis wähnte: Denn einen torreichen Endstand wie diesen gab es dort schon einmal. Am 2. August 1976 gewann die Austria auswärts ebenfalls mit 6:4.

Für beide sind das erneute Erklimmen der Tabellenspitze sowie der gewonnene Südstadt-Thriller wohl die schönsten Geschenke.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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