30.08.2012, 13:11 Uhr

STANKOVIC: "WIR MÜSSEN UNSEREN ELAN MITNEHMEN"

Stankovic: "Wir müssen unseren Elan mitnehmen"

„Wir wollen unseren Lauf fortsetzen, Spitzenreiter bleiben. Denn es gibt nichts Schöneres, als in der Tabelle von oben runter zu lachen“. Marko Stankovic lässt keinen Zweifel, welchen Ausgang die Auswärtspartie des FK Austria Wien am Samstag (18.30 Uhr) in der siebenten Bundesliga-Runde gegen den SC Wr. Neustadt nehmen wird. Die Violetten liegen je drei Punkte vor Rapid und Mattersburg, das als übernächster Gegner wartet.
 
Stankovic, der am 10. Mai bei einem 3:1-Heimsieg unser bisher letztes Tor gegen die Niederösterreicher erzielt hat, warnt aber auch eindringlich davor, die kommende Aufgabe auf die leichte Schulter zu nehmen. Es gebe nämlich in der Liga keine Mannschaft mehr, gegen die einfach zu spielen sei. „Vom Papier her sind wir vielleicht Favorit, aber der Gegner hat zuletzt Rückenwind bekommen, vier Punkte aus zwei Spielen geholt.“
 
Damit hätten die Neustädter sicher nicht gerechnet. Der Tabellenneunte hat zuletzt in Innsbruck 3:2 gewonnen und in Salzburg dem Double-Gewinner ein 1:1 abgetrotzt! Freilich ist im violetten Lager derzeit ebenfalls alles eitel Wonne. „Wir müssen unseren Elan mitnehmen, jeder hat Freude und es ist eine super Stimmung in unserer Mannschaft, was bei uns ganz wichtig ist. Wenn wir die Dominanz ausstrahlen, werden wir die drei Punkte nach Hause bringen“, ist Stankovic optimistisch.
 
Aus den Gründen für das derzeitige Veilchen-Hoch macht er kein Geheimnis. „Wenn es fußballerisch einmal nicht so läuft, dann arbeiten alle geschlossen daran, dass wir trotzdem gewinnen. Jetzt stimmt es auch in der Kabine – das ist der Schlüssel zum Erfolg“, meint der in Krems geborene Stankovic und weist daraufhin, dass sich vom Spielermaterial in den vergangenen eineinhalb Jahren so gut wie nichts getan habe.
 
Der frühere Italien-Legionär (US Triestina) weiß auch, warum wir bisher nur ein Gegentor kassiert haben, obwohl wir nun offensiver agieren. „Weil jeder einfach das macht, was er tun muss. Man kann nur offensiv spielen, wenn auch die für offensive Akzente zuständigen Spieler ihre Hausaufgaben nach hinten machen. Denn es bringt nichts, wenn man vier Spieler hat, die nur in der gegnerischen Hälfte stehenbleiben und warten, bis der Ball kommt, während die anderen hinten ihren Job erledigen.“ Bei uns arbeite jeder gegen den Ball.
 
Ruhiger am Ball werden, weniger Fehlpässe begehen, Torchancen effektiver nützen. Das sind wesentliche Punkte, die einer Besserung bedürfen. „Das Wichtigste ist, dass wir in gewissen Situationen konzentriert sind. Das hat noch nicht so ganz gut gepasst“, gibt Stankovic selbstkritisch zu. Positiv merkt er an, dass Chancen überhaupt kreiert würden. „Über kurz oder lang reagiert man vielleicht ein bisschen abgeklärter, alle Möglichkeiten kann man gar nicht vergeben“, glaubt unser Matchwinner vom Admira-Spiel, in dem er seine Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld innegehabt hat.
 
Stankovic, der bisher bei zwei Saison-Toren hält, stand in den jüngsten zwei Liga-Spielen jeweils in der Startelf. So müsse es weiter gehen, wünscht er sich. „Ich schaue nur von Spiel zu Spiel, dass ich mich steigere und dass ich in der Mannschaft bleibe“, sagt er, nachdem er in der Sommerpause mit seinem Vater Dejan ein Individual-Training absolvierte. Der Ex-Kicker hat seinem Filius gepredigt, etwas zu zeigen. Das hat sich Marko zu Herzen genommen.
 
„Ich will in meiner persönlichen Entwicklung einen Schritt weiter machen, möchte dominanter werden. Ich bin 26 Jahre und kann jetzt schon einmal in der Kabine etwas ansprechen, wenn etwas nicht passt. Als 21-Jähriger habe ich mich zurückgehalten, angehört, was die Älteren sagen. Ich habe im Ausland einiges erlebt, bin nun abgehärteter, abgeklärter. Mit dem Alter wird man auch gescheiter“, erzählt der Junior mit einem Lächeln.
 
Über die Ziele des Klubs gibt er sich diplomatisch. Er sei der Letzte, der über den Meistertitel redet. „Mannschaften, die auf dem Boden bleiben und wirklich konzentriert an ihrem Ziel arbeiten, werden es auch erreichen.“ Es bringe nämlich nichts, wenn man Parolen raus haue. „Man muss versuchen, die nächsten Spiele gut drüber zubringen und sich vorne in der Tabelle festsetzen“, lautet seine Marschroute. 
 
Der Abgang von Georg Margreitter sollte die Veilchen nicht von ihrem Weg abbringen. „Kaja Rogulj war für mich nie der dritte Innenverteidiger, sondern ein Mann mit Qualität, der immer spielen müsste. Bei Margreitter, Manuel Ortlechner und Rogulj hätte man würfeln können, wer zum Einsatz kommt“, meint Stankovic über den Abgang von Margreitter, der Dragovic, Junuzovic, Baumgartlinger, Junuzovic, Klein und Barazite gefolgt ist.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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