27.12.2012, 11:09 Uhr

SPORTVORSTAND PARITS ÜBER VIOLETTEN HERBST: "EINMALIG!"

Sportvorstand Parits über violetten Herbst: "Einmalig!"

Thomas Parits, AG-Vorstand Sport, hat in seinem Resümee den violetten Herbst 2012 in einem Wort zusammengefasst: „Einmalig!“ Der Burgenländer, der schon als Spieler und Trainer mit FK Austria Meister war, lobte vor dem Jahreswechsel nochmals die tolle Darbietung des aktuellen Tabellenführers in den ersten 20 Spielen und die Ausbeute von 48 Punkten.
 
Der 66-Jährige blickt in der Winterpause aber auch schon auf das Frühjahr. In dieser erwartet er trotz des Vorsprungs einen harten Kampf mit Salzburg, aber auch mit Rapid und Sturm Graz. „Wir können uns nicht auf die faule Haut legen und glauben, die sieben Punkte sind viel“, warnte der Sportchef. Er rief den FC Bayern in Erinnerung, der im Herbst 2011 bis zu acht Punkte vor Borussia Dortmund lag, aber am Ende den Titel mit acht Punkten Rückstand dem BVB überlassen musste.
 
Alle schwärmen von den Veilchen. Was sagen Sie zur eindrucksvollen Bilanz unserer Mannschaft im Herbst 2012?
 

Parits: „Einmalig! Wenn Du von 60 möglich Punkten 48 machst, kann man sehr zufrieden sein. Was mir so besonders gut gefallen hat, war die Art und Weise, wie wir gespielt haben. Wir hatten ja schon zu Beginn sehr viele Chancen heraus gespielt, leider nicht alle verwertet. Doch dann ist noch dazu gekommen, dass wir sehr viele Tore erzielt haben.“

 
Welche Erkenntnisse gewinnen Sie aus dem Kreieren dieser vielen Möglichkeiten?

 
Parits: „Das spricht für die Mannschaft. Sie agiert richtig als Block. Alle zehn Feldspieler verteidigen, alle zehn Feldspieler greifen an. Wenn ich jetzt nur die zwei letzten Partien des Jahres als Beispiel hernehme, dann sah man sehr gut, wie das schnelle Umschalten von der Defensive zur Offensive funktioniert.“

 
In den bisherigen 20 Spielen haben sich schon 14 Spieler als Torschützen eingetragen. Was sagt das über die Mannschaft aus?

 
Parits: „Uns zeichnete im Herbst aus, dass wir unberechenbar waren. Als Beispiel fällt mir da Fabian Koch ein. Der Verteidiger stand in Wolfsberg mitten am Fünfer und köpfelte ein Tor. Was noch zu erwähnen ist, dass wir einen sehr guten Kader und eine starke Bank haben. Spieler, die eingewechselt werden, setzen entscheidende Akzente, können Partien umdrehen.“

 
Was gefiel ihnen im Herbst rund um unsere Kampfmannschaft noch besonders gut?

 
Parits: „Ich bin sehr zufrieden, wie Peter Stöger, seine Betreuer und das ganze Team arbeiten. Wir haben in den letzten Spielen auch kämpferisch überzeugt. So eine Austria hat man in den vergangenen Jahren noch nicht gesehen. Wie sie sich in Unterzahl gegen eine starke Elf wie Sturm Graz gestemmt hat, war ein würdiger Jahresabschluss.“

 
Was war für Sie der wichtigste Faktor, dass die Veilchen jetzt dort stehen, wo sie sind – an der Tabellenspitze?
 

Parits: „Entscheidend waren die gute Arbeit des Trainer-Teams und der Mannschaft, die sich durch den internen Konkurrenzkampf nach oben pusht. In jedem Training hat man sich für die ersten 18 Plätze qualifizieren müssen – das war unser Plus. Ich glaube, wir können stolz sein, wenn man über 20 Spiele so konstant spielt. Das zeigt, dass die Mannschaft Substanz hat. Ich hoffe, dass dieser Lauf im Frühjahr weitergeht.“
 

Die Bundesliga-Statistik besagt, dass eine Mannschaft, die zur Halbzeit 40 oder mehr Punkte aufweist, am Ende auch Meister wird. Ist das ein gutes Omen?
 

Parits: „Das sind nur Zahlen. Ich bin schon sehr lange im Fußball und weiß, was da noch alles passieren kann, was uns im Frühjahr erwartet. Eines müssen wir schon festhalten, wir haben drei starke Mitkonkurrenten. Wir sind in einer guten Situation, wir spielen einen guten Fußball, aber die Rivalen schlafen nicht. Wir sind Herbstmeister, Winterkönig, haben aber noch nichts erreicht. Wir wollen einen Europacup-Startplatz erreichen, da sind wir sehr gut unterwegs.“
 

Die Mannschaft hat im Herbst viele Erfolgserlebnisse. Ist sie auch schon so weit gefestigt, dass sie auch einen Rückschlag, der früher oder später kommen wird, wegstecken kann?
 

Parits: „Man kann nicht erwarten, dass das Frühjahr so verläuft wie der Herbst. In den ersten 20 Runden haben wir konstant gespielt, die Ausbeute beweist das. Auf der anderen Seite muss ich sagen, es wird ein harter Kampf mit den Salzburgern, die dann wieder die verletzt gewesenen Svento und Alan zur Verfügung haben, Rapid und Sturm werden. Natürlich wollen wir da mithalten. Wir haben eine gute Mannschaft, die konkurrenzfähig ist.“
 

Andererseits liegen wir sieben Punkte vor Salzburg, zehn vor Rapid und 13 vor Sturm. Ist das nicht ein sehr vorsichtiger Ausblick?
 

Parits: „Noch einmal, wir können uns nicht auf die faule Haut legen und glauben, die sieben Zähler sind viel. Ich erinnere da an den FC Bayern München, der während der Herbst-Saison 2011/12 schon bis zu acht Zähler vor Borussia Dortmund gelegen war, am Ende hieß der Meister aber BVB und wies acht Punkte Vorsprung auf die Bayern auf.“
 

War es ein kleiner Vorteil für die Austria, dass sie im Gegensatz zur Konkurrenz in dieser Saison erstmals nach zehn Jahren nicht im Europacup dabei war?
 

Parits: „Nein. Ich glaube nicht, dass das ein Vorteil war. Von der Belastung her ist das für mich keine Ausrede. Wenn man im Europacup spielt, muss es eine Ehre sein. Aber die Verletzungsgefahr ist bei vielen Spielen freilich höher. Wir haben wenige Verletzte gehabt, das war auch eine unserer Stärken.“
 

Sind sie eigentlich etwas traurig, dass sich die Bundesliga jetzt nach so einem tollen Lauf in den Winterschlaf begeben hat?
 

Parits: „Eine Pause ist notwendig. Die Spieler müssen sich nach diesen 23 Pflichtspielen inklusive ÖFB-Cup auch erholen können. Man darf nicht vergessen, im Sommer gibt es fast keine Pause. Nur zehn Tage sind für mich nichts. Man braucht nach so einem Jahr drei Wochen Pause. Daher bin ich froh, dass die Spieler einmal abschalten können.“
 

Im Jänner öffnet wieder der Transfermarkt seine Pforten. Wird die Austria tätig werden oder gibt es Interesse an unseren Spielern?
 

Parits: „Nein, es gibt momentan keine Anfrage. Wir wollen auch nichts verändern. Der Kader wird zusammenbleiben. Es kann aber sein, dass wir junge Spieler, die bei den Amateuren sind und vielleicht ein Angebot von einem Bundesliga-Verein erhalten, verleihen. So wie wir das mit Lukas Rotpuller und SV Ried gemacht haben. Er hat dort Praxis gesammelt und sich weiterentwickelt. An und für sich und aus jetziger Sicht werden wir nicht aktiv werden.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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