20.06.2012, 13:10 Uhr

SLOWENISCHER TEAMKICKER VRSIC FÜHLT SICH IN INIESTA- ODER XAVI-ROLLE AM LIEBSTEN

Slowenischer Teamkicker Vrsic fühlt sich in Iniesta- oder Xavi-Rolle am liebsten

Dare Vrsic, der neue Mann, der das Veilchen-Spiel mit seinem Können und seinen Ideen wieder zum Blühen bringen soll, hat sich schon gut in seiner Umgebung eingelebt. „Alles hier ist zu hundert Prozent perfekt. Ich habe kein Problem, bin nur auf den Fußball und jedes Training konzentriert. Es klappt gut mit den Trainern und den Mitspielern“, sagte der slowenische Teamspieler vor dem am Samstag beginnen Trainingslager in Velden.

 

 Der Offensiv-Mann fiebert schon jetzt dem Saisonstart entgegen. „Dafür wenden wir alle in jedem Training unsere Energie auf, geben alles. Denn es ist wird sehr wichtig sein, wie wir in die Bundesliga starten“, meint der 27-Jährige, der zuletzt für Olimpija Laibach gespielt und auf Empfehlung von des früheren Ex-Austrianers Milenko Acimovic, der  jetzt Olimpijas Sportdirektor ist, in die Generali Arena gefunden hat.

 

Mit „Mile“, der ebenfalls ein Mittelfeldspieler war, möchte Vrsic nicht verglichen werden. „Wir sind verschiedene Spielertypen, außerdem hat er in seiner Karriere schon viel mehr erreicht, bei großen Klubs wie OSC Lille und Tottenham Hotspur gespielt. Ich muss hingegen noch viel erreichen“, erklärte der sympathische Vater, der mit Katja (22 Jahre) verheiratet ist und zwei Töchter (2 Jahre bzw. 4 Monate) hat.

 

Ein spezielles Vorbild hat Vrsic jetzt nicht mehr, früher als jüngerer Spieler schlug sein Fußballer-Herz für das italienische Idol Francesco Totti. Das erklärt vielleicht auch, warum er jetzt während der EM in Polen und der Ukraine die Daumen für die Squadra Azzurra hält. Er freute sich, dass die Italiener am Montag den Einzug ins Viertelfinale geschafft und Spanien gegen Kroatien nicht 2:2 gespielt haben. „EM-Favoriten kann ich nicht nennen. Ich hoffe, dass Italien weit kommt“.

 

Vrsic unterschrieb in Favoriten einen bis 2016 laufenden Vertrag. Dass die Austria für ein Sprungbrett für Höheres sein könnte, stellte er entschieden in Abrede: „Ich konzentriere mich auf Violett und sonst nichts! Ich denke jetzt nicht, was danach sein könnte.“ Wenn er so spielt wie zuletzt in Laibach, dann „werden die Fans von meiner neuen Mannschaft und mir begeistert sein“, kündigte der 13-fache Teamkicker (3 Tore) an.

 

Er hat schon verschiedene Position gespielt, seine liebste vergleicht er mit dem Barca-System, das auch Olimpija praktiziert habe. Er sieht sich im 4-3-3 in der Rolle eines Iniesta oder Xavi. „Aber ich kann auch als Stürmer oder hängende Spitze spielen“, glaubt Vrsic, der nicht nur viel Ehrgeiz für seine neue Aufgabe mitbringt, sondern auch vor Selbstvertrauen strotzt.

 

Seine Stärken könne er nicht beurteilen, die würden die Fans auf dem Platz sehen. Dare ist ein technisch kompletter Mittelfeld-Spieler mit einem gefährlichen linken Fuß und mit Zug zum Tor und den Abschluss suchend. „Ab liebsten schieße ich Tore! Mit Acimovic will Austria-Trainer Peter Stöger seinen neuen Schützling nicht vergleichen. „Mile war ein besonderer Spieler. Nach einer Woche würde ich sagen, Dare ist ein Spieler, der ein bisschen laufstärker, aber auch ein genialer Fußballer ist.“

 

Es wäre schön, so Stöger, würde man irgendwann einmal sagen, Vrsic hat nahtlos an Acimovic angeschlossen. „Vrsic ist von seinen Anlagen, von seiner Technik und seiner Passgenauigkeit, von seiner Abschlussstärke ein Mann, der das Potenzial hat, dass er als echter Austria-Kicker eingeordnet wird“, meinte Stöger.

 

Vrsic ist derzeit in Wien noch auf sich alleine gestellt, wohnt in einem Hotel nahe dem Stadion. „Nach dem Trainingslager in Velden werde ich ab 1. Juli mit meiner Familie, die derzeit noch in Kroatien auf Urlaub weilt, in eine Hälfte eines Doppel-Hauses einziehen“, verriet der neue Kreativ-Geist, der Wien anlässlich eines Vier-Tage-Aufenthaltes mit Familie schon ein bisschen kennengelernt hat.

 

Der in Marburg geborene Neo-Violette, für den Wien die dritten Auslandsstation nach MSK Zilina (Slowakei/2005 bis 2007) und FC Timisoara (Rumänien/2007 bis 2010) ist, spricht gut Deutsch. Die Sprache hat er je vier Jahre in der Grundschule und im Gymnasium gelernt. „Sie ist er sehr wichtig, besonders als neuer Spieler, damit man sich gleich von Beginn an gut verständigen kann“, meinte Vrsic.

 

Die Entscheidung für die Austria zu spielen, fiel im nicht schwer. Er hat über den Klub und die Stadt nur Gutes gehört. „Hier ist alles perfekt, alles professionell. Außerdem hat die Austria auch in Europa einen guten Namen. Das sind die Gründe, warum ich Austria gewählt habe. Und ich habe nur zwei Stunden Autofahrt in meine Heimat“, sagte er und nannte auch gleich seine sportlichen Ziele: „Ich will mit Austria Meister werden!“ Dazu dürfe man aber nicht an November oder Mai 2013 denken, sondern müsse von Spiel zu Spiel denken. Er weiß, dass es schwer werden wird. „Ihr habt eine gut organisierte Liga, jedes Spiel wird im TV gezeigt und Austria, Salzburg, Rapid und Sturm kennt jeder in Europa“.

 

Neben seiner violetten Mission möchte Vrsic natürlich auch sein Teamleiberl festigen, nachdem Matjas Kek, einen früherer Legionär in Österreich (SV Spittal/Drau und GAK), Slavisa Stojanovic nach verpasster EM-Qualifikation den Teamchef-Posten überlassen musste. „In Brasilien dabei zu sein, ist mein persönliches Ziel für 2014“, gestand der Mittelfeld-Regisseur. Er neue Teamchef wird ihn beobachten, daher müsse er gut spielen.

 

Auf dem Weg nach Südamerika warten auf Vrsic und Co. in Gruppe E Norwegen, die Schweiz, Albanien, Zypern und Island. „Unsere Teilnahme ist möglich, aber wir müssen sehr konzentriert an jedes Spiel herangehen. In unserer Gruppe gibt es keinen Favoriten, keinen Großen wie Spanien, Deutschland, Italien usw. Jede Mannschaft ist schwer zu spielen, es wird sehr schwer werden“, sagt die neue Austria-Hoffnung zu den slowenischen Chancen.  

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 19 39
2. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 19 25
6. RZ Pellets WAC 19 22
7. FC Admira Wacker Mödling 19 22
8. SV Guntamatic Ried 19 21
9. SV Mattersburg 19 14
10. SKN St. Pölten 18 14
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