15.12.2012, 15:20 Uhr

ROGULJ KANDIDAT FÜR DIE VIOLETTE WEIHNACHTSGESCHICHTE 2012

Rogulj Kandidat für die violette Weihnachtsgeschichte 2012

Es hört sich wie das violette Weihnachtsmärchen 2012 an und beweist, wie schnell es im Fußball manchmal gehen kann. Vor etwa einem Jahr hat Kaja Rogulj mit einem Bandscheibenvorfall samt Operation gekämpft und musste lange pausieren. Jetzt steht er mit Erfolg seinen Mann in den Reihen der Veilchen. Er ist in der zentralen Verteidigung mit Kapitän Manuel Ortlechner zum fixen Bestandteil der Viererkette von Trainer Peter Stöger geworden.
 

Allein in der Bundesliga-Herbstsaison 18-mal im Kader, davon 15-mal sogar in der Startelf und dazu am 16. September beim 4:2 in Mattersburg auch das erste Tor im violetten Dress erzielt – Kaja ist in Favoriten endgültig angekommen. „Es ist für mich am Anfang sehr schwierig gewesen, in die Startelf zu kommen. Schurl Margreitter hat sehr gut gespielt und ich war weit von einem Einsatz entfernt“, erzählt Rogulj von seinen Anfängen in Wien.

 
Mit dem Abgang Margreitters wurde auf einmal alles anders. „Da habe ich meine Chance erhalten“, sagt der 189 Zentimeter große Hüne, der im Juli 2011 ablösefrei von Slaven Belupo Koprivnica an den Verteilerkreis geholt wurde. Er ist mit seinen Leistungen zufrieden und hofft, dass es so weitergeht. Aber er weiß genau, dass er sich im breiten, ausgeglichen Kader weder im Spiel, noch im Training keine ruhige Sekunde leisten darf.

 
Denn Luki Rotpuller, der ihn wegen seiner Gelbsperre zuletzt in Salzburg (0:0) ersetzt hat, macht Druck, drängt nach. „Er ist ein junger, sehr guter Spieler“, sagt der 26-Jährige über den fünf Jahre jüngeren Burgenländer, der jetzt in der Situation ist wie Rogulj seinerzeit hinter Margreitter war. Die Trainer sind mit Rogul derzeit jedenfalls hoch zufrieden. „Er hat bei uns nicht den besten Beginn gehabt, sich aber jetzt wirklich stabilisiert“, lobte Co-Trainer Manfred Schmid.


Kaja sei ein sehr, sehr verlässlicher Spieler geworden, strahle irrsinnige Ruhe aus. „Man hat nie das Gefühl, dass er nervös oder hektisch wird. Das ist sehr wichtig für die gesamte Abwehr. Er sorgt da hinten gemeinsam mit Lindner, Koch, Ortlechner, Suttner, Holland und Co. für Stabilität“, meint Analytiker Schmid, der Rogulj als zweikampf- und kopfballstark, sehr robust und präsent charakterisiert. Auch sein Passspiel und der Spielaufbau fänden Gefallen. Wie es läuft, habe er Schurl sehr gut ersetzt, so Schmid über den Margreitter-Nachfolger.

 
Rogulj versteht sich mit seinen Nebenleuten inzwischen blind. „Im Spiel ist es leicht. Die wenigen Zurufe und die Kommunikationen versuche ich in Deutsch zu machen, außerhalb des Spielfeldes sprechen wir Englisch“, erzählt der Kroate, der fleißig Deutsch büffelt. Das Verständnis auf dem Rasen wird am Sonntag (16.00 Uhr) im letzten Spiel des Jahres ebenfalls erforderlich sein, wenn Sturm Graz zum Schlager der 20. Liga-Runde in die Generali-Arena kommt.

 
„Wir sind die bessere Mannschaft, doch wissen, dass Spiele gegen Sturm immer schwierige sind“, mahnte Rogulj nochmals zu höchster Konzentration. In der derzeitigen Form hofft er auf weitere drei Punkte. „Wir wollen den Dreier, damit wir unseren Fans einen würdigen Jahresabschluss bereiten“, wünscht sich unser Abwehrmann, der während seiner bisherigen Karriere in einer ersten Spielklasse noch nie Herbstmeister oder „Winterkönig“ war.

 
Klar, dass das erste Mal Appetit auf mehr macht. „Wenn wir so weiterspielen wie derzeit, dann besitzen wir auch eine gute Chance, am Ende den Meistertitel zu gewinnen“, glaubt Rogulj, der RB Salzburg mit dem „stärksten Kader der Liga“ als schärfsten Rivalen einstuft. Er baut auf das violette Erfolgsgeheimnis und das hört sich nach seinen Worten so an: „Wir haben einen guten Geist in der Mannschaft!“

 
Diese Mannschaft halte zusammen, spiele guten, attraktiven Fußball und sei immer darauf aus, zumindest ein Tor mehr zu erzielen als der Gegner. Das soll jetzt natürlich auch gegen Sturm so sein, damit das violette Weihnachtsmärchen einen würdigen Abschluss findet. Die Feiertage der Roguljs werden übrigens besondere sein. Nicht, weil sie mit den Verwandten in Split verbracht werden, sondern weil Kaja und Freundin Maja – die beiden werden 2013 heiraten - nun zu dritt feiern dürfen.  Luka ist im August zur Welt gekommen. Frohe Weihnachten!

 

Linktipp:

+ Parits: "Wir haben eine offene Rechnung mit Sturm"

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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