05.11.2012, 13:53 Uhr

PRESSESCHAU UND ZAHLENSPIELE: ANALYSE DES 6:1-KANTERSIEGES

Presseschau und Zahlenspiele: Analyse des 6:1-Kantersieges

Der sonntägige 6:1-Sieg über die SV Ried bedeutete zugleich den höchsten Heimsieg der Austria seit 10. August 2007. Damals fiel das Resultat genauso deutlich aus, nur der Gegner war mit Wacker Innsbruck ein anderer.


Durch das Tor-Festival am Sonntagnachmittag behauptete die Mannschaft von Trainer Peter Stöger nicht nur die Tabellenführung, sondern weist auch nach wie vor die beste Tordifferenz (+19) auf. Vier verschiedene Veilchen trugen sich in die Schützenliste ein. Neben Tomas Jun, der auch wieder einmal die meisten Abschlüsse vorbereitete, trafen auch Marko Stankovic und Roland Linz. Letzterer scorte mit seinem erst zweiten Ballkontakt, nachdem er kurz zuvor für Triplepack-Schütze Philipp Hosiner eingewechselt worden war.


Hosiner, der mit 14 Treffern schon jetzt den Wert der letztjährigen Torschützenkönige (Jantscher, Maierhofer) eingestellt hat, kam gegen die Rieder zu sieben Tor-Abschlüssen und meinte nach Spielschluss selbstkritisch: „Eigentlich hätte ich noch mehr Treffer machen müssen.“


Doch nicht nur die Offensive zeigte sich stark – und in Halbzeit zwei wesentlich effizienter. Auch die Defensiv-Abteilung erfüllte ihren Job. Markus Suttner zeichnete sowohl für die häufigsten Ballkontakte (84) als auch für die meisten gewonnen Zweikämpfe am Platz verantwortlich (83 Prozent). In Sachen Passgenauigkeit glänzten gestern nahezu alle Veilchen – den Bestwert weist aber James Holland mit 96,1 Prozent angekommener Zuspiele auf.


Und auch in der Gesamtstatistik hatten die Violetten meistens die Nase vorne. 20:10 Torschüsse, 53 Prozent Ballbesitz, 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Lediglich im Spiel über die Flügel spuckt die Bilanz Vorteile für die Oberösterreicher aus, traten diese doppelt so viele Eckbälle (8) und brachten 14 (zu sieben) Flanken zur Mitte – wobei Letzteres natürlich auch eine Frage der Spielauslegung ist.

 

Presseschau nach dem Kantersieg über die Admira:


Der Kurier bezeugte am Tag danach Respekt und titelte: „Ein Lehrspiel und ein Schützenfest“. Darüber hinaus heißt es: „Sie trifft und trifft und trifft. 6:4 gegen die Admira, 4:0 gegen Villach, gestern 6:1 gegen Ried. Es war eine Woche der Volltreffer für die Austria. Und wieder einmal bestätigte sich der banale Spruch: Wenn’s läuft, dann läuft’s. Nach Spielende gab es im Austria-Fanshop 30 Prozent Rabatt auf jedes Trikot von Philipp Hosiner, weil der Stürmer drei Tore erzielt hatte.“


Die Krone befand, dass die vergangene Woche eine „Kampfansage an Salzburg“ bedeuten würde, „denn der 5:0-Kantersieg des Meisters gegen Admira hätte die Austria überhaupt nicht nervös gemacht. ‚Es hat sich etwas entwickelt‘, so Stöger, ‚die Spieler glauben mittlerweile auch daran, dass Titel möglich sind‘.“


Die Tageszeitung Österreich fasste zusammen: „Nein, das Spielfeld in der Generali-Arena ist nicht schief! Auch wenn es gestern stark danach aussah. Die Austria zeigte sofort, wer der Herr im Haus ist.“


Die Presse schrieb: „Ried-Trainer Fuchsbichler hatte einen Plan. Er wollte die sich bietenden Räume der angreifenden Austria im Konter nutzen, das schnelle Umschalten forcieren. Nicht allzu lange hatte sein Vorhaben Gültigkeit, weil seine Mannschaft schlicht kollektiv versagte. Die Austria begann engagiert und wurde für ihre Bemühungen früh belohnt.“


Der Standard meinte: „Zur Saisonhalbzeit, in Runde 18, exakt am 2. Dezember, gastiert die Wiener Austria bei Meister Salzburg. Gut möglich, dass es im Heuler, dem bis zur Winterpause noch zwei Spieltage folgen, gar nicht um die Tabellenführung und also um den eher wertlosen Herbstmeistertitel geht. Zu stabil wirken die Violetten, zu vorteilhaft erscheint ihre Auslosung.“


Das Internet-Portal laola1.at stellte fest: „Es war eine violette Machtdemonstration und eine Kampfansage an Salzburg. Denn Austrias 6:1-Erfolg gegen die SV Ried ging auch in dieser Höhe in Ordnung. Die Veilchen spulten so wie am vergangenen Wochenende beim 6:4 gegen die Admira ein Offensiv-Spektakel ab, ließen gegen die Wikinger aber auch in der Defensive nichts anbrennen.“


Sport10.at schrieb: „Zwei Hattricks in Folge, sieben Treffer in den vergangenen drei Spielen und 14 Tore in 14 Bundesliga-Partien. Wer in diesen Tagen von Austria-Stürmer Philipp Hosiner spricht, kommt an Superlativen wie diesen einfach nicht vorbei. Der 23-Jährige, der vor etwas mehr als zwei Monaten von der Admira zu den Violetten wechselte, präsentiert sich seit Wochen in absoluter Topform.“


abseits.at fand unter anderem lobende Worte für Dare Vrsic: „Er zeigte, dass er ein gutes Gespür für das Linienspiel hat und suchte ständig den Raum zwischen Verteidigung und Mittelfeld des Gegners, wodurch er entweder anspielbar war oder die Ordnung der gegnerischen Defensive störte. Beim Führungstreffer lockte er auf diese Weise etwa die Innenverteidiger heraus, woraufhin Hosiner alleine aufs Tor zulaufen und einnetzen konnte. Kann der Slowene an diese Leistung anschließen, eröffnet er seinem Trainer, der ohnehin schon auf einen ausgeglichenen Kader mit verschiedenartigen Spielern zurückgreifen kann, eine weitere gefährliche Offensivoption und macht Austria noch mehr als aktuell zu einem heißen Titelanwärter.“

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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