23.10.2012, 11:03 Uhr

PASSEND ZUM DERBY-SIEG: ERFOLGREICHES GESCHÄFTSJAHR 2011/12

Passend zum Derby-Sieg: Erfolgreiches Geschäftsjahr 2011/12

Der Jubel und die Freude über den souveränen Derby-Triumph sind kaum verhallt, da haben die Veilchen abseits des Rasens noch etwas Erfreuliches erreicht. Der FK Austria Wien, der sich mit dem 2:0 zum ersten Jäger der in der Tabelle führenden „Bullen“ etablierte, war auch auf dem wirtschaftlichen Sektor wieder erfolgreich. „Hinter uns liegt ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2011/12. Wir konnten den eingeschlagenen Weg der wirtschaftlichen Konsolidierung konsequent fortsetzen“, sagte unser Finanz-AG-Vorstand Markus Kraetschmer über die kürzlich fertiggestellte Bilanz zum 30. Juni 2012.

Der UMSATZ im Konzern-Abschluss, der die AG (Profiteams, Spiel- und Stadion-Betrieb), den Verein (Nachwuchs und Akademie), das Merchandising (Get Violett-Shops) und die Gastro GmbH (Catering und Publikumsgstronomie in der Generali-Arena) umfasst, wurde nochmals auf 26,93 Millionen Euro gesteigert. Das entspricht gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2010/11 (23,38 Mio. Euro) einer Zunahme von mehr als 15 Prozent!

Das „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT)“ erhöhte sich um fast 72 Prozent von 1,2 auf 2,06 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Abschreibungen und Zinsen (=operatives Ergebnis; EBITDA) brachte immerhin auch ein Plus von 22 Prozent (von 4,47 auf 5,46 Mio. Euro).

 

 „Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass wir – wie angekündigt – den wirtschaftlichen Turnaround trotz eines nach wie vor wirtschaftlichen sehr schwierigen Umfeldes geschafft haben und den Weg der Konsolidierung weitergehen“, stellte Kraetschmer mit einem Blick auf die vorliegenden violetten Zahlen mit einiger Zufriedenheit fest.

Das Eigenkapital, das vor einem Jahr noch -4,7 Mio. Euro betragen hat, ist mit einem Minus von nunmehr 2,6 Mio. Euro zwar immer noch negativ, aber diesem Betrag stehen im Anlagevermögen durch den Spielerkader mehr als ausreichend „stille Reserven“ gegenüber. Daher haben die Favoritner von ihren Wirtschaftsprüfern auch eine ganz eindeutige positive Fortführungsprognose erhalten.

„Wie angekündigt, bleibt es unser Ziel dieses negative Eigenkapital bis zum Ende der nächsten Saison bereinigt zu haben“, versprach unser Finanzchef. „Wir müssen diesen Weg auch konsequent fortsetzen, denn die Einhaltung der strengen Financial-Fair-Play Richtlinien der UEFA sind ebenso Voraussetzung für die Teilnahme an einem UEFA-Bewerb!“ Kraetschmer – und nicht nur ihn – schmerzt es immer noch sehr, dass wir heuer als Vierter der Tabelle 2011/12 mit nur einem einzigen Zähler Rückstand erstmals seit zehn Jahren die Europacup-Teilnahme nicht erreicht haben.

Die Gruppen-Spiele in der Europa-League 2011/12 gegen Metalist Charkiw, Malmö FF und AZ Alkmaar haben nicht nur tolle Fussballabende und einige Punkte für die UEFA-Wertung gebracht. „Es waren auch wichtige  Einnahmen, die zur neuerlichen Umsatzsteigerung wesentlich beigetragen haben“, erinnerte der 40-Jährige und führte in diesem Zusammenhang auch die Transfers im vergangenen Winter von Nacer Barazite und vor allem von Zlatko Junuzovic an.

„Ohne die erfolgreichen Auftritte in der UEL vor den Augen zahlreicher internationaler Scouts wären diese Transfers wohl in dieser Form nicht möglich gewesen“, meint Kraetschmer. „Denn internationale Transfers bleiben weiterhin eine wichtige Grösse und Voraussetzung in unseren finanziellen Planungen“ führt der Finanz-Vorstand aus.

Die Zuschauer-Rolle im Europacup wurde im laufenden Budget 2012/13 durch interne Maßnahmen entsprechend abgefedert, ohne die Mannschaft zu schwächen. „Dennoch muss jedem bewusst sein, dass das wirtschaftliche Umfeld um nichts leichter wird. Für heuer planen wir demnach mit einem ausgeglichenen Ergebnis“, ergänzt er.

Ganz entscheidend für die Zukunft werden für Kraetschmer und den Verein die laufenden TV-Verhandlungen der Bundesliga sein, die letztlich dem Klub die wirtschaftliche Basis für die Saisonen ab 2013/14 gibt.

Der bestehende Vertrag mit den TV-Sendern Sky und ORF, der für die TV-Rechte pro Jahr insgesamt 18 Mio. Euro garantierte, läuft mit Saisonende aus. Nicht zuletzt deshalb weilte Ende voriger Woche eine Delegation der Bundesliga, der neben Kraetschmer (auch als Vizepräsidenten der Bundesliga und Mitglied des Liga-Aufsichtsrats), u.a. auch unser Austria-Präsident Wolfgang Katzian und unser Sportchef Thomas Parits angehörten, in München bei Sky.

“Nicht nur die Lizenzsumme und der Verteilungsschlüssel auf die einzelnen Klubs sind sehr wesentlich, wir müssen ebenso auf die Qualität und den Umfang der täglichen Berichterstattung unseren Fokus legen. Denn diese Rahmenbedingungen sind auch für die Präsentationsmöglichkeiten unserer Sponsoren unabdingbare und entscheidende Voraussetzungen“, unterstreicht Kraetschmer.

Klares sportliches Minimal-Ziel der Veilchen bleibt es, 2012/13 wieder einen Europacup-Startplatz zu erreichen. „Unser Traum ist, auf einem der ersten zwei Tabellenplätze zu landen, die die Teilnahme an der Champions League-Qualifikation 2013/14 bedeuten. Sie würde für uns auch wirtschaftlich einen nächsten Schritt in der Entwicklung bedeuten“, meinte Kraetschmer.

Noch eine Zahl sticht in der vorliegenden Austria-Bilanz ins Auge. Die Bilanzsumme wuchs ebenfalls von 29,69 auf den Rekordwert von 35,34 Mio. Euro (+ 5,65 Mio. €; + 19%) an. „Auch das beweist, dass sich unser Weg in den letzten Jahren mit über 25 Mio. Euro an neuen Investitionen im Anlagevermögen eben bezahlt macht und entscheidend zur wirtschaftlichen Stabilität des Vereins beiträgt“, erklärte unser Finanzchef.

Die Wiener Austria hat laut Lizenz-Vorschrift der Bundesliga so wie alle anderen heimischen Profi-Vereine bis 15. Oktober den Jahres-Abschluss bei Mag. Reinhard Herovits, dem Liga-Vorstand für Finanzen und Lizenzierung, eingereicht. Außerdem ist jeder Klub verpflichtet, die wichtigsten Kennzahlen aus dem Konzern-Jahresabschluss (Bilanzsumme, Stand der Forderungen, Eigenkapital, Verbindlichkeiten, Erlöse, Umsatz, Personalaufwand etc.) bis 31. Oktober dem Kreditschutzverband (KSV) zu melden.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 17 36
2. SK Puntigamer Sturm Graz 17 33
3. FC Red Bull Salzburg 17 31
4. FK Austria Wien 17 31
5. RZ Pellets WAC 17 22
6. FC Admira Wacker Mödling 17 22
7. SK Rapid Wien 17 21
8. SV Guntamatic Ried 17 17
9. SKN St. Pölten 17 14
10. SV Mattersburg 17 11
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