02.06.2012, 09:11 Uhr

NEUER TRAINER PETER STÖGER VOM ERSTEN TAG AN IM POSITIVEN STRESS

Neuer Trainer Peter Stöger vom ersten Tag an im positiven Stress

Während die  violetten Spieler erst am 11. Juni zum Beginn der Vorbereitungen auf die kommende Saison wieder in der Generali Arena antreten müssen, krempelte der neue violette Chefcoach schon seit seiner Bestellung am Mittwoch die Ärmel hoch und wirft sich voller Elan in die Arbeit.

 

Nach der Pressekonferenz jagte ein Interview-Wunsch den anderen, standen auch schon erste Gespräche mit den beiden Vorständen Markus Kraetschmer und Thomas Parits über Personalien auf dem Programm. Am Donnerstag nahm Stöger mit Amateur-Trainer Herbert Gager einen ersten Kontakt auf, am Freitag reiste er zum Fußball-Länderspiel Österreich – Ukraine nach Innsbruck, um am Wochenende mit seinem aus dem Urlaub zurückkehrenden Co-Trainer Manfred Schmid zu plaudern.

 

Vom ersten Tag, an dem sich Stöger übrigens mit violett-weißer Brille und violettem Hemd ganz im Veilchen-Look den Medien präsentiert hat, merkte man deutlich, dass ein frischer Wind am Verteilerkreis weht. Er lebt Violett, den Fußball und ist ein echtes Veilchen. Mit ihm soll die Europacup-Absenz schnell wieder vergessen gemacht werden.

 

„Stöger hat in jedem der Treffen, die es mit uns wegen seines Engagement gegeben hat, den unbedingten Willen zum Ausdruck gebracht, zu uns zurückkehren zu wollen“, sagte Finanzvorstand Kreatschmer begeistert über den 46-Jährigen, der das sportlich umsetzen möchte, was sich alles Austria-Fans erträumen, und die Favoritner in der Tabelle auch „so weit wie möglich vorne“ sehen möchte.

 

„Der Traum, wieder zur Austria zurückzukehren, ist Wirklichkeit geworden. Ich habe als Trainer auch noch andere Träume. Ich will mit der Austria wieder Meister werden, warum soll der Traum irgendwann nicht auch in Erfüllung gehen“, verriet Stöger. Seine Hoffnung ist es vorerst, dass die Fan-Gemeinde, die Mannschaft so unterstützt, wie sie es braucht. „Vor allem dann, wenn es in der einen oder anderen Phase nicht so positiv läuft,  sollen sie da sein und uns nach vorne peitschen.“

 

Trotz seines positiven Stresses seiner ersten Arbeitstage wollte sich Stöger das Fußball-Länderspiel in Innsbruck am Freitagabend gegen die Ukraine nicht entgehen lassen. „Als Trainer gibt es wenig, was mit Freizeit zu tun hat. Alles, was mit diesem Sport verbunden ist, ist entweder Hobby oder Job. In meinem Fall ist es beides“, versicherte der Wiener, der dieser Tage von einem Treffen zum nächsten hetzt.

 

Nach dem Tirol-Abstecher gibt es ein Gespräch mit dem am Wochenende zurückkehrenden Manfred Schmid, der auch in Wr. Neustadt sein Co-Trainer war. „Ich möchte seine Meinung  und seine Einschätzung der Spieler hören“, erklärte Stöger, der auch ein Treffen mit Akademie-Chef Ralf Muhr und den dortigen Trainer geplant hat. Einerseits wolle er sich auch vorstellen, so Stöger, und andererseits Feedbacks einholen. „Natürlich werde ich dabei auch skizzieren, wie die Zusammenarbeit sein wird“, kündigte der neue Cheftrainer an.

 

Amateur-Trainer Herbert Gager sowie die Crew der Austria-Akademie sind wichtige Gesprächspartner von Stöger, der erklärt: „Es muss für einen Verein wie Austria möglich sein, dass es immer wieder Spieler gibt, die aus diesem Bereich fix in die erste Mannschaft eingebaut werden müssen.“ Er habe sich selbst zur Aufgabe gemacht, immer wieder Akademie-Spieler hinauf zu holen.

 

Der Aufwand müsse Früchte tragen, sonst brauche man ihn ja nicht durchziehen. „Es muss eine Durchgängigkeit geben. Es ist notwendig, im unteren Bereich gute Arbeit zu leisten. Um das abzustimmen, wird notwendig sein“, meint Stöger, für den es genauso logisch ist, dass punktuell im Kader immer wieder Spieler von anderen Vereinen dazu geholt werden, um das Niveau der Mannschaft zu heben.

 

Seit seinem Abschied als Sportmanager mit dem Double-Gewinn im Oktober 2006 hat sich nicht nur bei der Austria, sondern auch bei Stöger einiges getan. Er war sich nicht zu schade, um in die Regionalliga zu gehen und dort für die Vienna, die er nach zehn Jahren zurück in die Erste Liga geführt hat, und den GAK zu arbeiten, ehe er zuletzt mit dem SC Wr. Neustadt den Klassenerhalt in der Bundesliga souverän geschafft hat. Von all diesen Stationen hat der Austria-Coach sehr profitiert, wie er sagt. „Ich habe erlebt, dass man auch mit weniger finanziellen Möglichkeiten und weniger guten Trainingsbedingungen Arbeit abliefert, die Spaß macht.“

 

Umso mehr weiß es der Ex-Mittelfeldspieler nun zu schätzen, welche Möglichkeiten er und seine Spieler zur Verfügung hätten und alle dankbar sein sollten, auf einem solchen Level arbeiten zu dürfen. „Ich meine wirklich dürfen, nicht können oder müssen, sondern dürfen!“ Das ist auch ein ganz wichtiger Punkt seiner künftigen Tätigkeit. Es müsse allen Beteiligten bewusst sein, bei einem Verein wie die Austria zu sein.

 

Der Abschied vom SC Wr. Neustadt, den viele 20011/12 als ersten Abstiegskandidaten gehandelt hatten, fiel im nicht leicht. Stöger erhielt in den Stunden und Tagen seiner Bestellung zum Austria-Trainer unzählige SMS und E-Mails von seinen niederösterreichischen Ex-Spielern, die sich für die Zusammenarbeit bedankten und für die neue Aufgabe alles Gute wünschten. „Es ist ein Zeichen, dass wir super zusammengearbeitet haben. Das ist die Basis, damit man Erfolg haben kann.“

 

Wenn man bei einem Verein wie die Austria arbeite oder Fan sei, erwarte man sich grundsätzlich den schönsten Fußball. „Das heißt, den offensiven, technisch feinen Fußball, den man aus der Historie kennt. Und auf der anderen Seite erwartet man sich auch erfolgreichen Fußball, der in Tore und Punkte umgemünzt werden sollte. Diese hohe Latte ist bei Austria für alle Verantwortlichen immer da. Dieser Anforderung bin ich mir bewusst, dass sie verlangt wird. Wir werden schauen, dass wir in diesem Bereich so viel wie möglich umsetzen können.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 18 36
2. FC Red Bull Salzburg 18 34
3. FK Austria Wien 18 34
4. SK Puntigamer Sturm Graz 17 33
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 17 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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