22.11.2012, 13:29 Uhr

LINDNER DANKT: "ZU-NULL-BILANZ LIEGT AN DER GANZEN MANNSCHAFT"

Lindner dankt: "Zu-Null-Bilanz liegt an der ganzen Mannschaft"

Neun der zwölf Saisonsiege des FK Austria in der Bundesliga fielen zu Null aus. Diese Quote ist auch ein Verdienst  unseres Torhüters Heinz Lindner, der die Blumen an seine Vorderleute weitergibt. „Das liegt nicht nur an mir. Ich würde auch nicht einmal sagen, das liegt großartig an der Defensive, sondern wirklich an der ganzen Mannschaft“, meint der 22-Jährige vor seinem 80. Liga-Spiel am Samstag (18.30 Uhr) in der Generali-Arena gegen SV Mattersburg.

 
Die Mannschaft halte defensiv wie offensiv sehr gut zusammen und verschiebe im kompakten Block. Deshalb komme eine solch positive Bilanz zustande, analysiert Linder mit der Hoffnung, dass es in dieser Tonart weitergeht. „Wir haben gewusst, dass vor der Salzburg-Partie drei sogenannte Pflichtsiege vor der Tür stehen. Die Mattersburger sind sehr unangenehm zu spielen. Wir werden versuchen, möglichst gestärkt da herauszugehen, sprich mit drei Punkten“, sagt Lindner.

 
Man wolle schließlich mit Selbstvertrauen und einer breiten Brust zum großen Schlager am 2. Dezember (16.00 Uhr) westwärts reisen. Mit einem weiteren Dreier gegen die Burgenländer würden die Veilchen acht Runden ungeschlagen sein und zuletzt sechs Siege in Serie im Gepäck haben. Lindner und seine Vorderleute, zu denen die zuletzt gesperrten James Holland und Markus Suttner zählten, werden gegen den SVM alles daransetzen, um nach Wacker und Wr. Neustadt, die jeweils 3:0 geschlagen wurden, auch den dritten Pflichtsieg einzufahren.

 
Seinen Patzer im Länderspiel gegen die Elfenbeinküste hat bei Lindner keine Nachwirkungen hinterlassen. Im Gegenteil, hat er doch gegen die Neustädter seinen Kasten gleich wieder sauber gehalten. „Es war gar nicht so wichtig, dass ich wieder zu Null gespielt habe, sondern dass die Leistung wieder gestimmt hat. Die hat es, meines Erachtens. Das Ziel, dass ich mir nach dem Länderspiel gesetzt habe, ist damit erreicht“, meint der ÖFB-Keeper.

 
Er habe zeigen wollen, dass er es besser könne als im Länderspiel und versucht, sein Missgeschick so schnell wie möglich abzuhaken. „Wegen dieses Fehlers ist nicht alles schlecht, was in der Saison gut war. Ich habe bis jetzt eine sehr gute Saison bei der Austria gespielt. Da wollte ich wieder anknüpfen, das ist mir mit der Leistung gegen Wiener Neustadt gelungen“, erzählte Lindner über seine Verarbeitung des Linzer Missgeschicks.

 
Über diesen hat er natürlich auch mit seinem violetten Austria-Torhüter-Trainer Franz Gruber gesprochen. „Wir sind da eigentlich auf den selben Nenner gekommen“, sagt dazu der Keeper. Gruber, dessen Schützling längst vom „Heinzi“ zum Heinz gereift ist, glaubt, dass sich Lindner in dieser Partie von Anfang an nicht so wohl gefühlt habe. „Es war nicht das, was man von ihm gewohnt ist. Vielleicht hat er sich in seiner Geburtsstadt Linz selber zu sehr unter Druck gesetzt.“

 
Der Patzer, so Gruber, sei ein Fingerzeig gewesen und gehöre zur Entwicklung der Persönlichkeit dazu. Aber auch ein anderer Ex-Torhüter sieht den „Unfall“, wie er das 0:2 in Linz bezeichnete, nicht als Tragödie.„Lindner hat vom mentalen Bereich und vom Talent alle Voraussetzungen, ein absoluter Spitzentorhüter zu werden“, sagte Hubert Baumgartner, der mit der Austria 1978 das Europacup-Endspiel erreicht hat.

 
Lindner müsse an sich selbst glauben, seinem Können vertrauen, weiter an sich arbeiten. „Und ganz wichtig ist, dass er da ist, wenn er gebraucht wird. Das ist wie im normalen Leben auch“, riet Austrias Legenden-Klub-Mitglied Baumgartner dem aufstrebenden Lindner, der ihn an seine eigene Jugend erinnert und mit dem er kürzlich über alles gesprochen hatte. „Ich finde es cool, dass man so einen prominenten Fan hat. Es freut und ehrt mich. Er hat mir ein paar Tipps gegeben, auch was die Medien anbelangt“, erzählt Lindner.

 
Unsere aktuelle Nummer eins, die neben Kapitän Manuel Ortlechner der einzige Spieler ist, der in allen bisherigen 16 Liga-Runden der Saison immer über die volle Distanz im Einsatz war, gehört seit 2009 Austrias Profi-Kader an. Einst vom BNZ OÖ gekommen, hatte er sich über die Akademie und die Amateure für Höheres empfohlen. Sein Profi-Debüt gab er am 13. Februar 2010, als er daheim gegen den Kapfenberger SV nach 27 Minuten für den verletzten Szabolcs Safar beim Stand 1:1eingewechselt wurde und als 4:3-Sieger vom Rasen ging.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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