25.06.2012, 13:53 Uhr

HEINZ LINDNER: „SO WEIT BRINGEN, DASS MAN NEUE AUSTRIA SEHEN WIRD“

Heinz Lindner: „So weit bringen, dass man neue Austria sehen wird“

Die Vorbereitung im Trainingslager in Velden läuft auf Hochtouren. Während die Feldspieler heute Vormittag bei bedecktem Himmel einen Acht-Stationen-Zirkel absolvierten, bereiteten sich die Tormänner mit Keepercoach Franz Gruber ebenfalls gezielt auf die neue Saison abseits davon vor.

Heinz Lindner ist einer der aktuellen violetten ÖFB-Teamspieler, die aufgrund der Länderspiele gegen die Ukraine (3:2) und Rumänien (0:0) erst vor einer Woche die Saison-Vorbereitungen mit den medizinischen Tests begonnen haben. Der Tormann hatte während seines nur 14-tägigen Urlaubs ein gutes und ein schlechtes Erlebnis zu verarbeiten gehabt.

 

Das Gute war sein gelungenes Länderspiel gegen den EM-Co-Gastgeber Ukraine, das Schlechte das Verpassen des Europacups mit dem FK Austria Wien. „Das negative Ereignis habe ich versucht, so rasch wie möglich ab zu haken, das ist nicht lange im Kopf geblieben. Der Urlaub war dafür ganz gut“, erzählte der Linzer über seine Vergangenheitsbewältigung.

Er hatte auch gar keine Zeit gehabt, nach dem 17. Mai über den enttäuschenden vierten Liga-Platz nachzudenken, weil ihn Marcel Koller für das ÖFB-Teamcamp in Seefeld in den Kader einberufen hat. Dort hat er seine Chance genützt und ein tolles Teamdebüt gefeiert und sich für weitere Einsätze empfohlen. An den zwei Gegentoren traf ihn keine Schuld.

Dass er mit den Violetten heuer nicht international dabei sein kann, ist wie für alle Veilchen sehr bitter. „Austria müsste jede Saison im Europacup spielen. Aber es bringt nichts, wenn wir zurückschauen und dem Verpassten nachtrauern. Wir müssen nach vorne blicken“, meinte der Akademie-Absolvent, der seit Sommer 2004 ein Austrianer ist.

Dass er Enttäuschungen schnell wegstecken kann, hat Lindner erst vor wenigen Wochen bewiesen, als er im ÖFB-Trikot gegen die Ukrainer fehlerlos agierte. „Jetzt konzentriere ich mich auf die Meisterschaft“, meinte er. Die ersten Eindrücke vom neuen Trainer hat er in den ersten Einheiten mit der Mannschaft gewonnen.

 „Er ist ein ziemlich lässiger Trainer, der auch einen Schmäh hat und auf dieser Basis versucht, mit uns zu arbeiten. Ich finde das ganz gut so. Stöger ist ein lockerer, aber sehr zielstrebiger Typ, der weiß, was er macht“, fasste Linder seine ersten Impressionen vom neuen Chef zusammen.

Linder, der kurz vor dem Bundesliga-Start (21. Juli auswärts gegen Aufsteige RZB Wolfsberger AC) seinen 22. Geburtstag (17. Juli) feiert, hat am vergangenen Dienstag auch schon die „neue Austria-Mannschaft“ im Test (4:1) gegen ZPS Podrezova als Zuschauer gesehen, spielte gegen Kapfenberg am Samstag 45 Minuten selber. „Auf alle Fälle merkt man schon, dass lockerer, befreit gespielt und wieder das Spiel nach vorne forciert wird“, befand der Schlussmann.

Er wisse zwar jetzt noch nicht, ob man schon die Handschrift des neuen Trainers sehen kann, dafür sei die einfach noch Zeit zu kurz gewesen. „Doch bis zum Liga-Start ist es noch einen Monat hin. In dieser Zeit können wir es so weit bringen, dass man dann zu Saison-Beginn eine neue Austria sehen wird“, ist er überzeugt.

Über Dare Vrsic, den neuen Regisseur im offensiven Mittelfeld, hat er vom Hören-und-sagen erfahren und teilweise in den Trainings von ihm gesehen, dass „er ein Spieler ist, der den Pass nach vorne sucht und ihn auch sehr gut beherrscht“.

Mit Lindner und Pascal Grünwald verfügt die Austria ab jetzt über zwei ÖFB-Teamkeeper und hat außerdem auch noch den Kroaten Ivan Kardum im Talon. „Die Konkurrenz bei so einem Klub wie die Austria ist immer ziemlich groß. Ich glaube, ich habe vorige Saison bewiesen, dass ich ein guter und sicherer Rückhalt sein kann“, sagt der Oberösterreicher.

Er gehe mit dem Selbstvertrauen, das er in der vorigen Saison und zuletzt im ÖFB-Team gewonnen habe, in die violette Vorbereitung. „Ich werde mein Bestes geben und versuchen, die Trainer zu überzeugen, dass ich der Richtige bin“, fügte Lindner hinzu und nannte als kurzfristiges und wichtigstes Ziel vorerst mit der Austria einen guten Start hinzulegen.

Und über das ganze Spieljahr gesehen wünscht er sich konstant gute Leistungen, um dann am Ende „vielleicht wieder ganz oben“ in der Tabelle zu stehen oder „wenigstens einen Europacup-Startplatz“ zu sichern. „Und im ÖFB-Team trachten wir, von Spiel zu Spiel zu schauen und dort die nötigen Punkte einzufahren, damit wir uns vielleicht sogar für die WM 2014 in Brasilien qualifizieren“, sinnierte der 21-Jährige.


Mit dem ersten Länderspiel gegen die Ukraine ist für ihn ein Bubentraum in Erfüllung gegangen. Vielleicht wird ein weiterer Traum wahr? Noch ein kurzer Blick zur EM 2012 nach Polen und die Ukraine, wo sich Lindners Titelfavorit noch im Rennen befindet. Heinz drückt den Spaniern die Daumen. „Sie sind eine sehr sympathische Truppe und dort spielt mit Iker Casillas auch mein Vorbild“.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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