20.09.2012, 14:16 Uhr

EMIR DILAVER: ES WAR EINMAL DIE SEIFENBLASE

Emir Dilaver: Es war einmal die Seifenblase

Es war ziemlich genau heute vor einem Jahr. Damals, als Emir Dilaver und Alex Gorgon nebeneinandergesessen sind und über Träume sinniert haben. „Damals habe ich Gogo angeschaut und gesagt: ‚Stell dir vor, nächstes Jahr gehören wir beide zum Stamm und erreichen einmal etwas richtig Großes mit der Austria.“ Was genau Gogo damals geantwortet hat, weiß Dilaver nicht mehr, aber es war wohl so etwas wie „ja, das wäre schon richtig geil“.

 

Es ist ob dieser Worte überflüssig zu erwähnen, dass damals weder der eine noch der andere wirklich zu den ersten Elf der Veilchen zu zählen war. „Wenn ich jetzt sehe, dass die Austria oben steht und ich ein Teil der Mannschaft sein darf, kommt mir das vor wie eine Seifenblase, die vor einiger Zeit noch so unerreichbar gewirkt hat. Und jetzt bin ich auf einmal mittendrin“, fasst Dilaver jene Begeisterung zusammen, die sein Blick ohnehin schon verrät.

 

Mittendrin, das war der 21-Jährige bislang in jedem der acht Bundesliga-Spiele. Und zwar auf der relativ ungewohnten Position des rechten Verteidigers, nachdem Florian Klein im Sommer gen Salzburg abgewandert ist. „Jetzt habe ich die Position schon ein paar Mal gespielt und finde mich immer besser zurecht. Aber es ist noch nicht so, wie ich es mir vorstelle. Ich sehe noch viel Verbesserungsbedarf, will mehr Druck von hinten erzeugen.“

 

Der Vorteil des Allrounders: Sein Vorbild spielt in den eigenen Reihen und heißt Markus Suttner. „Wie er diese Position auf der linken Seite interpretiert, so stelle ich mir das auch vor. Sutti ist ein klasse Spieler, auf den sich jeder Gegner extra einstellt.“ Druck nach vorne erzeugen, Sicherheit gewinnen und die berüchtigte zweite Luft erlangen, 95 Minuten vorne wie nach hinten präsent zu sein – so lautet die Zielsetzung der nächsten Zeit. „Eine richtig gute Kondition bekommst du nur mit vielen Spielen zusammen“, weiß Dilaver, der nebenbei auch intensiv mit Fitnesscoach Dr. Martin Mayer arbeitet.

 

„Außerdem ist das Tolle hier, dass wirklich jeder jeden pusht, mehr zu tun“, verrät Dilaver. „Wir sind alle Profis genug, dass wir nach Trainings oder an freien Tagen auch noch etwas machen.“ Immerhin ist nicht nur Dilavers Position, sondern auch das System von Peter Stöger sehr laufintensiv. Aber mit der Zeit werden gewisse Wege zur Routine, Automatismen stellen sich ein. „Es gibt gewisse Spielzüge, die man einstudiert und nach einer Zeit auswendig kennt. Davon üben wir immer mehr“, sagt Dilaver, und fügt an: „Aber das macht doch jede Mannschaft. Barcelona ist das beste Beispiel. Dort weiß jeder, wohin er zu laufen hat, wenn das Spiel in einer gewissen Form aufgebaut wird.“

 

Auf den nächsten Gegner Salzburg fühlt sich Dilaver perfekt vorbereitet, wenngleich die Challenge am Samstag (18.30 Uhr, Generali-Arena) alles andere als einfach wird. Der wahrscheinlichste Gegenspieler des vielfachen österreichischen Nachwuchs-Nationalspielers wird mit Kevin Kampl wohl ein Neuzugang sein. Dilaver: „Er kann gute Pässe spielen, hat zuletzt alleine Soriano vier Chancen vorberietet. Aber wir stehen ganz oben in der Tabelle und können relativ befreit aufspielen.“

 

Denn dem Ziel, mit der Austria etwas richtig Großes zu erreichen, sind die Violetten momentan am nächsten. Schließlich beträgt der Vorsprung auf den Zweiten Rapid fünf Zähler, auf Salzburg gar sechs. „Vor ein paar Tagen haben Gogo und ich wieder an unser Gespräch von vor einem Jahr gedacht“, schmunzelt Dilaver. „Und wir haben beide gesagt: „Wahnsinn, eigentlich ist es gerade so richtig geil. Da spricht auch mein Austria-Herz. Hier ist es etwas Spezielles. Hier ist es familiär. Hier ist es pures Feeling.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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