29.11.2012, 14:29 Uhr

DILAVER: "ALS HERBSTMEISTER IST NOCH NICHTS ERREICHT"

Dilaver: "Als Herbstmeister ist noch nichts erreicht"

Der FK Austria darf sich erstmals seit 2007/08 Herbstmeister nennen. Vor dem Schlager am Sonntag (16:00 Uhr) zum Abschluss der 18. Runde auswärts gegen Salzburg wissen die Spieler diesen inoffiziellen Titel richtig einzuschätzen. „Es ist eigentlich noch nichts erreicht. Wir müssen hart weiterarbeiten, geschenkt wird uns nichts“, sagt Emir Dilaver vor dem Gipfeltreffen, das die Wiener als Spitzenreiter mit fünf Punkten Vorsprung auf den Double-Gewinner in Angriff nehmen.

 
Man wolle das wichtigste Spiel des Jahres für uns gut rüber bringen, dort auf keinen Fall Punkte lassen, zumindest nicht verlieren. Dann schaue es für das Frühjahr sehr gut aus, nannte Dilaver das violette Ziel in der Festspielstadt. Der 21-Jährige, der den Part des gesperrten James Holland als Abräumer vor der Abwehr übernehmen wird (zudem ersetzt Lukas Rotpuller den gelb-gesperrten Kaja Rogulj), freut sich schon auf das Match und „gegen solch gute Leute“ spielen zu dürfen.

 
Dilaver hofft, dass viele violette Fans die Mannschaft nach Salzburg begleiten werden. „Wenn wir dort etwas reißen wollen, werden wir die Unterstützung unserer Fans brauchen. Das würde uns zusätzlich Kraft geben, dass wir das Spiel für uns entscheiden können. Wir hätten dann vielleicht in Wals-Siezenheim ein Heimspiel“, meint der Defensiv-Mann.

 
Dieser hat damit spekuliert, dass er auch im Falle des Mitwirkens von Holland vielleicht in der Startelf mit der etwas defensiveren Variante stehen würde. Den Australier vertrat Emir auch schon im Finish gegen Wacker Innsbruck (3:0) und gegen den SC Wr. Neustadt (3:0) ohne Fehl und Tadel. Gegen die Niederösterreicher war Holland wegen einer Gelben Karten suspendiert. Diesmal muss der Legionär aus Übersee wegen seines Ausschlusses gegen Mattersburg (Gelb-Rote Karte) zuschauen.

 
Dilaver hat an die „Bullen“ übrigens schmerzhafte Erinnerungen, war er doch am 22. September im Heimspiel, als wir durch ein spätes Berisha-Tor 0:1 verloren haben, nach einer halben Stunde mit Gehirnerschütterung und einer blutenden Platzwunde am Kopf ausgeschieden. „Das war eine etwas wilde Aktion mit dem Ellbogen gegen meinen Kopf“, sagte der Allrounder, der an den Zweikampf mit Mane aber nicht mehr denkt, sondern sich nur auf die kommende Aufgabe konzentriert und sein Bestes geben möchte.

 
Dilaver gehörte in 18 der bisherigen 20 Pflichtspiele dem Kader an, stand in den ersten zehn Partien als rechter Verteidiger stets in der Startelf, ehe ihn die Blessur gegen Salzburg stoppte. „Das ist die Rolle, die man als Spieler tragen muss. Wenn man verletzt ist oder ein anderer (Fabian Koch, Anmerkung) gut spielt, muss man eben wieder warten. Das ist einfach die Qualität in unserer Mannschaft. Es ist nicht leicht, von Anfang zu spielen. Und wenn man spielt, dann muss man zeigen, was man kann und sich tagtäglich beweisen“, skizzierte er seine momentane Situation.

 
Jetzt sei es so gekommen, dass er woanders aushelfen müsse. „Ich freue mich auf diese Rolle. Es ist für mich wieder die Möglichkeit aufzuzeigen, dass ich auf dieser Position auch geeignet bin. Ich mag diese Position sehr. Es ist eine sehr schöne Aufgabe, vor vielen Fans“, meint der gelernte Verteidiger, der schon im Kindesalter viel rochiert ist, sich rechts in der Vierer-Abwehr, auf der rechten Flanke und als Sechser wohlfühlt.

 
Eine Stärke des Tabellenführers aus Wien-Favoriten sind nicht nur die einzelnen Spieler der Mannschaft, sondern das Kollektiv. „Jeder, der eingewechselt wird, bringt sehr viel Schwung mit – egal, wer rein kommt. Das zeugt von der Breite unseres Kaders. Es ist für die Mannschaft sehr gut, dass Trainer Peter Stöger immer wechseln und rochieren kann, ohne dass dadurch ein Qualitätsverlust entsteht“, erklärte Dilaver das Rezept der violetten Erfolge.

 
Dass die Veilchen mit ihrem Fünf-Punkte-Guthaben nicht so konzentriert sein könnten, weil sie wissen, dass sie in Salzburg auf alle Fälle Erster bleiben, weist Dilaver strikt zurück. „Nein, weil man Spiele in Salzburg und gegen die Bullen nie locker nimmt. Wenn man gegen so starke Gegner wie gegen Salzburg, Sturm oder Rapid antritt, dann schaut man nie auf die Tabelle. Es ist für uns ein ganz besonderes Spiel, in das wir hoch motiviert gehen“, versicherte der „Staubsauger“.

 
Dass die Meisterschaft zu einem Titelduell zwischen der Austria und den Bullen werden könnte, ist für Dilaver wie für alle im violetten Lager eine noch verfrühte Betrachtungsweise. „Wenn wir weiter so Gas geben, wird sich das Feld etwas mehr spalten. Derzeit ist es noch nicht so weit auseinander. Sturm kommt jetzt ein bisschen auf. Man muss aufpassen, dass man nicht Punkte liegen und die Verfolger heran schnuppern lässt“, erklärt der U21-Teamspieler die aktuelle Tabellenlage aus seiner Sicht.

 
Freilich habe man es sich verdient, dass man derzeit einmal an der Spitze stehe, ist Dilaver zurecht stolz auf das bisher Geleistete und Erreichte. Wenn man über den Winter die Position erfolgreich verteidigen kann, ist das nicht nur ein schönes „Christkind“ für die ganze violette Familie. Weihnachten wäre für Dilaver jedoch erst im Mai, sein Wunsch: „Dass wir Meister werden, sonst nichts! Das wäre mein erster großer Erfolg mit der Austria“.

 

 

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Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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