04.05.2012, 12:58 Uhr

DIE SÜDSTADT: SEIT MEHR ALS EINEM JAHRZEHNT EINE VIOLETTE FESTUNG

Die Südstadt: Seit mehr als einem Jahrzehnt eine violette Festung

Die Wunden nach dem Cup-Aus bei der SV Ried sind geleckt. Der Ärger ist zwar noch nicht gänzlich verflogen, aber was zählt, ist das Hier und Jetzt und das heißt bedingungsloser Fight, um über die Meisterschaft den Europacup-Startplatz zu erobern. Am Samstag treten die Veilchen in der Südstadt zu einer Schlüsselpartie bei der Admira an. Oberstes Ziel ist Platz drei gegen die Trenkwalder-Truppe zu verteidigen. Beide Teams liegen derzeit mit 48 Zählern gleichauf, das Match verspricht also reichlich Brisanz.

 

Genauso sieht das auch Austrias AG-Vorstand Thomas Parits: „Jetzt ist jeder gefordert in der Endphase der Meisterschaft. Wir brauchen dringend die Punkte, spielen gegen einen direkten Mitkonkurrenten. Wenn wir das positiv gestalten, haben wir einen Konkurrenten vorerst abgeschüttelt.“

 

Den Violetten ist der Ernst der Lage bewusst, aber das muss man auch am Platz sehen. Parits ergänzt: „Jetzt hilft uns keiner mehr, wir müssen alleine da durch und uns der Aufgabe stellen.“ 

 

Viele würden das Stadion der Admira in Maria Enzersdorf mittlerweile fast als „Kultstätte“ bezeichnen. Auch die Wiener Austria bestritt im Laufe der vergangenen Jahre in der Südstadt mehr als eine denkwürdige Partie. Deshalb hat sich www.fk-austria.at in die Archive begeben und einige Schmankerl der jüngeren Geschichte zu Tage befördert.

 

- Gleich vorab: Die Auftritte der Veilchen im Bundesstadion Südstadt im vergangenen Jahrzehnt weisen eine beinahe schon unheimlich positive Bilanz aus. Von elf  Begegnungen wurden gleich zehn Partien bei einem Remis (2:2 am 20.03.2005) gewonnen. Das unglaubliche Torverhältnis spricht mit 30:6 für Violett! Der letzte Heimsieg gegen die Violetten gelang dem aktuellen Tabellenführer am 18.11.2000 mit 1:0.

 

- Im Verhältnis dazu fielen die beiden Ergebnisse in der bisher letzten Meistersaison der Wiener Austria 2005/06, nach der die Admira für einige Jahre in die zweite Liga absteigen sollte, verhältnismäßig knapp aus. Im Juli 2005 traf der spätere Torschützenkönig Roland Linz beim 2:1-Sieg im Doppelpack, im November darauf wurde „Roligoal“ in der 88. Minute beim Stand von 0:0 im Strafraum gefoult, „Sigi“ Rushtfeldt verwandelte und sicherte der Austria damit drei ganz wichtige Punkte im Meisterrennen.

 

- In der Saison zuvor ließ man dafür genau diese wichtigen Zähler wohl auch aufgrund der Europacup-Doppelbelastung im Frühjahr liegen. Stepan Vachousek und Sigurd Rushfeldt sorgten für die plangemäße Führung, doch zwei Treffer in der Schlussphase kosteten vielleicht entscheidende Punkte im Kampf um die Schale.

 

- Diese holte die Wiener Austria dafür bereits in der Spielzeit 2002/03 in souveräner Manier, wobei auch das Punktemaximum aus der Südstadt entführt wurde. Im Sommer 2002 sicherten Vladimir Janocko,  Raymond Kvisvik und Michael Wagner einen klaren 3:0-Sieg, im März 2003 trafen bei einem 2:1-Sieg ebenfalls wieder Wagner und Janocko und bauten den Vorsprung auf die Konkurrenz nach 28 Runden bereits auf 14 Zähler aus!

 

- Das Austria-Match in der Südstadt schlechthin fand aber zweifellos am 12. Juni 1991 statt: In der 36. Runde des Meister Play-offs brauchte die Austria einen Punkt für den Gewinn des Meistertitels. Die Südstadt war mit 13.000 Zuschauern bis zum Rand gefüllt und zunächst sah es ganz schlecht aus. Die Admiraner legten mit 2:0 vor, Jewgenij Milewskij gelang kurz vor der Pause zumindest einmal der Anschlusstreffer. Die Partie war wahrlich nichts für schwache Nerven und so blieb es schließlich Christian Prosenik überlassen, mit einem Gewaltschuss in der 74. Minute zum alles entscheidenden 2:2 die Südstadt in ein violettes Tollhaus zu verwandeln.

 

- Sehr positive Erinnerungen haben die Austria-Fans auch an den jüngsten Auftritt der Veilchen in der Südstadt. Am 19. November 2011, einen Tag vor der violetten 100-Jahre-Gala in der Stadthalle, feierte man gleich einen 3:0-Kantersieg bei den Niederösterreichern. Zweimal Nacer Barazite und Georg Margreitter per Kopf machten den klaren Erfolg in der Südstadt amtlich.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
» zur Gesamttabelle