09.11.2012, 12:30 Uhr

DER ZWEITE ANLAUF DES DARE VRSIC

Der zweite Anlauf des Dare Vrsic

In den vergangenen Wochen ist es um Dare Vrsic ruhiger geworden. Gegen SV Ried (6:1) am vergangenen Sonntag ist der Slowene erstmals seit 29. September wieder in der Startelf des FK Austria Wien gestanden. Er nimmt jetzt sozusagen einen zweiten Anlauf. „Nach den eher schwachen Leistungen in meinen ersten zehn Spielen war ich diesmal aber nur ein bisschen zufrieden mit mir“, meinte der gegen die Innviertler in der 66. Minute ausgewechselte Dare über sein „Comeback“ selbstkritisch.
 

Trainer Peter Stöger hat seinem Schützling, der mit vielen Vorschuss-Lorbeeren im Sommer von Olimpija Laibach nach Favoriten gekommen ist, „leicht steigende Tendenz“ attestiert. „Er war verbessert, sehr bemüht, hat den Abschluss gesucht. Ich war zufrieden mit ihm“, urteilte der violette Feldherr, der Vrsic zuletzt bewusst aus der Schusslinie seiner Kritiker genommen hatte, um ihm Zeit zu geben. „Er hat meine Probleme erkannt. Er weiß, was ich in dieser Situation brauchte“, dankte der Mittelfeldspieler seinem Trainer.
 

Die Umstellung auf ein neues Land, eine neue Umgebung seien nicht der Grund dafür gewesen, dass er die Erwartungen zu Beginn nicht erfüllt habe. „Ich wusste nicht so recht, was alle von mir erwarten. Vielleicht war auch der Druck auf mich zu groß. Das ist jetzt alles vorbei. Ich trainiere gut, habe große Motivation und will beweisen, was ich kann“, sagt der technisch versierte Mittelfeldspieler, der erst die Automatismen, die Abstimmung, die Harmonie im Spiel seiner neuen Mannschaft genauer kennenlernen musste.
 

So hat er zum Beispiel noch nicht oft mit Philipp Hosiner zusammen gespielt. Gegen Ried habe das aber schon gut funktioniert. Vrsic sagt über Hosiner: „Er ist ein perfekter Stürmer, ein großer Torjäger, der genau weiß, welche Laufwege er machen muss. Es ist leicht mit ihm und auch allen anderen zu spielen.“ Der Slowene bereut es trotz seiner Anlaufprobleme nicht, zur Austria gekommen zu sein. Mit den Violetten will er Meister werden, obwohl er genau weiß, dass es bis dorthin ein lange und harter Weg ist.


Nicht immer gespielt oder weniger gespielt zu haben, sei gut für ihn gewesen, gibt der 13-fache Teamspieler (3 Tore) zu und hofft, dass man in den kommenden Spielen einen anderen Dare sehen wird. Er habe sich nach seiner Pause gegen die Rieder noch nicht so 100-prozentig frisch und spritzig gefühlt. „Normal brauche ich auch noch etwas Selbstbewusstsein, um noch mehr zu zeigen“, sagte der 28-Jährige. Er freute sich darüber und es tat ihm mental sichtlich gut, dass er bei seiner Auswechslung von den 8.622 Fans mit Applaus bedacht wurde.


Dare stand in den ersten 17 Pflichtspielen bisher zehnmal in der Startelf, hat dabei nur dreimal durchgespielt, wurde zweimal einmal eingewechselt, saß ebenso oft auf der Ersatzbank und gehörte dreimal gar nicht dem Kader an. Was ihm jetzt fehlt und was ihm weiteren Auftrieb geben könnte, wäre sein erstes Tor im violetten Dress. „Wenn mir eines gelingt, wäre alles noch leichter für mich. Es würde Selbstvertrauen geben, es wäre ein Befreiung“, sagte Vrisc, der jedoch weiß, dass er seinen Wunsch nicht erzwingen kann.


Lieber wäre es ihm, er trifft nicht ins Schwarze und Austria wird Meister. Das sei viel wichtiger, versichert der Legionär. Für ihn und seine Mitstreiter geht es im Alltag am Samstag (18.30 Uhr) in Innsbruck gegen Wacker und dann mit den Heimspielen gegen SC Wr. Neustadt (Ticket-Aktion) und SV Mattersburg weiter. „Keiner von uns glaubt, dass diese drei Gegner ein leichtes Fressen werden. Wir müssen voll konzentriert sein und dann bin ich sicher, dass wir wieder gut spielen werden“, appelliert Vrisc.


Er - und nicht nur er möchte am liebsten Weihnachten als Tabellenführer feiern. „Dann ist das Fest noch schöner“, ist sich Dare sicher. Ob er den Heiligen Abend in Wien verbringen wird, ist noch nicht so sicher. Seine Frau Katja, die zwei Töchter und er fühlen sich wohl in Wien. „Familiär ist alles okay. Die größere Tochter ist drei Jahre geworden und geht jetzt in den Kindergarten“, erzählt Dare stolz.

 

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Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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