08.11.2012, 13:25 Uhr

DAS ERFOLGSREZEPT VON JUN: "BIN SCHMERZFREI"

Das Erfolgsrezept von Jun: "Bin schmerzfrei"

Der Erfolg einer Mannschaft hat meist viele Väter. Dass der FK Austria Wien von der Tabellenspitze lacht und nach 14 Runden mit 32 Zählern so viele Punkte auf dem Konto hat wie noch nie seit der Saison 95/96 (Einführung der Drei-Punkte-Regel), ist auch ein Verdienst von Tomas Jun. Der Tscheche, der abseits des Rasen zu den ruhigeren Typen zählt, ist im violetten Spiel einer der Auffälligsten. Er verdient taxfrei das Prädikat „Mister Zuverlässigkeit“.
 

Der technisch versierte Offensiv-Geist mit Qualität im Abschluss ist neben Heinz Linder, Manuel Ortlechner, Markus Suttner und James Holland einer von fünf Austrianern, die in der Liga bisher alle 14 Spiele im Einsatz waren. Jun, seit Sommer 2009 ein Veilchen, hat 2012/13 auch schon vier Tore in der Meisterschaft erzielt und drei Treffer im ÖFB-Cup beigesteuert. Seine tolle Form führt er auf einen einfachen Grund zurück. Für ihn ist die körperliche Fitness sehr wichtig.
 

„Ich bin ohne Schmerzen, ich bin mit meinem Körper zufrieden. Das zeige ich mit meinen Leistungen. Wenn ich gesund bin, fällt alles einfach leichter“, sagte der 29-Jährige, der sich nach dem 6:1-Triumph über die SV Ried in sein Auto gesetzt hatte, um die eineinhalb freien Tage mit seiner Familie in Prag zu genießen. Mit drei Punkten, sechs Toren und der Führung in der Tabelle sei die Freizeit noch schöner gewesen, meinte er nach seiner Rückkehr mit einem Lächeln.
 

Dass die Veilchen im kühlen Herbst aufblühen, liegt für Jun an der harten Arbeit, die seit Saisonbeginn unter Trainer Peter Stöger und seinem Betreuerstab geleistet worden ist. „Das sieht man jetzt an den Erfolgen. Alles, was wir derzeit machen, ist gut. Hoffentlich bleibt das so bis zur Winterpause. Wir müssen alles so weiter machen wie bisher“, appelliert Jun, für den die „Winterkrone“ kein unbedingtes Muss ist. „Aber wenn es klappt, dann haben wir natürlich nichts dagegen.“
 

Bis zur Winterpause stehen noch sechs Partien auf dem Programm. Die Auslosung bescherte uns da mit Wacker Innsbruck (auswärts am Samstag, 18.30 Uhr) sowie SC Wr. Neustadt (Samstag, 17. November, 16.00 Uhr - hier gibt es eine einzigartige Ticket-Aktion) und SV Mattersburg (jeweils daheim, 24. November, 18.30 Uhr) die derzeit letzten Drei der aktuellen Tabelle. Es wäre ein fataler Fehler, da von Haus aus mit neun Punkten zu rechnen. „Wacker ist eine schwierige Aufgabe“, warnte Jun vor dem kommenden Gegner am Samstag.
 

Die Tiroler haben unter ihrem neuen Trainer Roland Kirchler vier Spiele inklusive ÖFB-Cup absolviert, alle gewonnen und zuletzt auch die Rote Laterne durch das 1:0 in Wr. Neustadt den Niederösterreichern umgehängt. „Ob kleine oder große Mannschaft, wir geben immer alles für den Sieg“, versichert Jun. Es könne jedoch einmal passieren, dass man verliert. „Mit einer Leistung wie gegen Ried sollte es aber nicht dazu kommen.“
 

Und die Austria hat ja auch noch Philipp Hosiner, den Torjäger der Stunde in der Bundesliga, in ihren Reihen. „Er ist ein richtiger Killer im Sechzehner. Das ist super für uns. Er kann aus jeder Position und zu jeder Minute ein Spiel entscheiden“, schwärmt Jun über seinen Kollegen, der bisher neun Treffer die Violetten erzielt hat und mit 14 Goals (fünf für Admira) die Schützenliste anführt.
 

Aber die Austria zeichnet momentan nicht nur Hosiner aus. Über allem steht das Kollektiv. „In der Mannschaft ist ein guter Geist, eine gute Stimmung. Alle Spieler des Kaders können eingesetzt werden, wenn einer einmal durch Verletzung oder Sperre ausfällt. Jeder wartet arbeitet im Training und lauert auf seine Chance“, erzählt Jun aus dem violetten Alltag am Verteilerkreis.
 

Über die Winterpause hinaus will in Favoriten derzeit freilich keiner blicken. Es wird nur von Spiel zu Spiel geschaut. „Ja, derzeit zeichnet sich ein Titelduell zwischen uns und den Salzburgern ab“, gibt Jun zu, „aber wir sind noch nicht einmal bei Halbzeit der Meisterschaft angelangt. Die Saison ist noch lange, da kann noch viel passieren. Abgerechnet wir erst am Ende.“
 

Die „Bullen“, die vor der 15. Runde zwei Punkte Rückstand auf uns aufweisen, treten diesmal erst am Sonntag (16.00 Uhr) und so wie wir auswärts an. Der Meister ist gegen den SC Wiener Neustadt natürlich haushoher Favorit, aber Jun, Hosiner und Co könnten ihm am Samstag mit einem Dreier in Innsbruck zumindest etwas Erfolgsdruck machen. Damit wären die Salzburger zum Nachziehen verdammt.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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