19.10.2012, 12:01 Uhr

DAS DERBY IST FÜR VORSTAND PARITS EINE "PRESTIGE-SACHE"

Das Derby ist für Vorstand Parits eine "Prestige-Sache"

Das Wiener Derby gegen Rapid, das am Sonntag (16.00 Uhr) in der Generali-Arena zum Abschluss der 12. Liga-Runde seine 303. Auflage erlebt, ist für Thomas Parits „speziell jetzt eine Prestige-Angelegenheit“. Er hat mit den Grünen schon so manche Schlachten als aktiver Kicker, Trainer und jetzt als AG-Vorstand Sport des FK Austria miterlebt. Er weiß, was es heißt, wenn der große Rivale in die Knie gezwungen wird.
 
Parits erinnert sich zum Beispiel besonders an den Vormittag des 22. Oktober 1978, als die Veilchen im Prater-Stadion vor 22.000 Besuchern die Rapidler 5:1 „zerpflückten“ und er mit einem lupenreinen Hattrick vor der Pause den Grundstein zum Triumph legte. „Das war ein Super-Erlebnis und für mich ein absoluter Höhepunkt“, erzählt der Ex-Teamstürmer. Außerdem könne man nach Derby-Siegen etwas entspannter in die folgenden Partien gehen.
 
„Meistens waren die Derbys sehr enge Spiele. Es gab jedoch auch Phasen, wo wir dem Gegner keine Chance ließen, und Phasen, wo Rapid öfter gewonnen hat“, meint Parits, der in dem Duell der nach Punkten gleichauf liegenden Kontrahenten „jeden Ausgang“ im Kampf um die Nummer eins in der Stadt für möglich hält. Natürlich wäre es ihm recht, wenn unsere Violetten die Oberhand behalten und Rapid in der Tabelle überholen.
 
„Daheim wünsche und erhoffe ich mir, dass wir das Spiel gewinnen. Wir wollen, dass unsere Serie weiter geht“, sagt Parits, der am 7. Oktober seinen 66. Geburtstag feierte. Die Austria, die das erste Kräftemessen der Saison auswärts klar 3:0 für sich entschied, ist seit sechs Vergleichen mit den Hütteldorfern ohne Niederlage (3 Siege/3 Remis) und hat dabei nur ein einziges Tor kassiert!
 
Der Gegner würde alles daransetzen, diese Serie zu beenden. Unsere Elf habe sich in Graz sehr gut präsentiert. „Wir müssen mit einem gewissen Selbstvertrauen ins Spiel gehen. Gegen unmittelbare Konkurrenten muss man punkten, weil das die ‚Big Points‘ sind. Es ist immens wichtig, dass jeder einzelne Spieler weiß, um was es geht“, appelliert der Sportchef, der darauf hinweist, dass man im Falle einer Niederlage den Anschluss verlieren könnte.
 
Die Veilchen haben heuer schon einmal fünf Punkte Vorsprung in der Tabelle gehabt und hätten sich noch deutlicher absetzen können. „Das haben wir leider versäumt. Wir haben in den jüngsten drei Spielen stets Punkte gelassen“, trauert Parits dem 0:1 gegen RB Salzburg sowie den 1:1 gegen WAC und Sturm Graz etwas nach. So ist aus dem einstigen Spitzenreiter eben ein Jäger der „Bullen“ geworden.
 
Dass die Salzburger, die am Samstag zum Abschluss des ersten Liga-Drittels die Wolfsberger zu Gast haben, nun enteilen könnten, glaubt Parits nicht. „Meiner Ansicht schwammen sie in den jüngsten Spielen auf einer Glückswelle“, so der Sportchef, der dem Leader zuletzt gute Einkäufe und einen Lauf bescheinigte.
 
Zurück zum Derby: In den vergangenen vier Vergleichen am Verteilerkreis fielen nur insgesamt vier Treffer (1:3/0-2-2 aus unserer Sicht) und außerdem haben die Rivalen in dieser Saison mit Abstand (sechs bzw. fünf) wenigsten Treffer kassiert. Mit einer weiteren trefferarmen Partie rechnet Parits aber nicht. Das habe man zuletzt mit dem 3:0 in Hütteldorf gezeigt.
 
Grundsätzlich ist der Sportchef mit der Performance der Austria trotz dreier Runden ohne Dreier zufrieden. „Wir sind kompakt, sehr gut organisiert, lassen nicht viel zu, verteidigen mit zehn Mann und wir greifen mit 10 zehn Mann an. Wir arbeiten in jedem Spiel unsere Torchancen heraus“, resümiert Parits, um, wie er es nennt, das „im Moment größte Manko“ nicht aus den Augen zu verlieren.
 
Man müsse einfach cleverer werden, die Möglichkeiten besser nützen, mahnt er Konzentration und Konsequenz ein. „Wenn man einmal in Führung geht, schaut ein Spiel ganz anders aus“, glaubt der Burgenländer, der auch darauf vertraut, dass Dare Vrsic bald zu jener Form findet, wegen er geholt worden ist.
 
„Wir haben auch bei Acimovic und Barazite gesehen, dass man eine gewisse Anpassungszeit braucht. Ein Wechsel in ein anderes Land ist nicht so einfach. Dare muss sich noch akklimatisieren, an die Liga gewöhnen“, sagt Parits.
 
Fakt ist für ihn, dass der offensive Mittelfeldspieler ein Klassemann ist, das hätte er vor seinem Transfer nach Wien bewiesen. „Dare weiß, dass der Konkurrenzkampf in unserem Kader groß ist. Er muss sich gegen die Mitspieler durchsetzen. Die Qualität besitzt er, wir sind überzeugt, dass er kommen wird. Das zeigt er im Training“, so der Vorstand.

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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