30.08.2012, 11:02 Uhr

CO-TRAINER SCHMID AUCH ALS VIDEO-ANALYST TÄTIG

Co-Trainer Schmid auch als Video-Analyst tätig

Technische Hilfsmittel haben im Profi-Fußball längst Einzug gehalten. Die Video-Analyse ist zum Beispiel zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil des modernen Trainings- und Wettkampfbetriebs geworden. „Sie ist sehr wichtig, weil man gewisse Spieler komplett aus dem Spiel nehmen und eine Mannschaft extrem schwächen kann, wenn man ihre Automatismen, Laufwege unterbricht und damit ihr Spiel verhindert“, sagt Manfred Schmid, der nicht nur Austrias Co-Trainer, sondern auch unser Mann der Analysen ist.

Der 41-Jährige spricht aus Erfahrung. Dass Analysen oft zum Sieg in einem Spiel betragen, ist für ihn keine Frage. Wie viel das in Prozenten sei, das ist freilich selbst für den Experten „schwer zu sagen“. Zuviel des Guten ist jedenfalls auch nicht zielführend. „Das habe ich in meinen Trainer-Anfängen erlebt, da habe ich meine Spieler mit Infos bombardiert, sie mit taktischen Anweisungen überfordert. Man muss da schon feinfühlig sein, dosiert damit arbeiten“, meint Schmid.

Der Wiener beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren mit der Materie. „Aus eigenem Interesse und Fortbildung ist daraus immer mehr geworden“, erzählt der frühere Mittelfeldspieler. Er hospitierte sogar beim Chelsea FC, dem Champions-League-Gewinner 2012, und anderen ausländischen Klubs. „Ich informiere mich auch bei unseren ÖFB-Legionären wie Sladdi Junuzovic, quetsche sie über Trainer und Systeme aus“, verriet unser Co-Trainer.

Die speziellen Szenen schneidert Schmid dann so zusammen, damit er den Austria-Spielern eine bestmögliche Präsentation bieten kann. „Es ist für jeden eine Hilfestellung, es passiert alles auf Vertrauen von Trainer Stöger mir gegenüber. Ich bin ihm dafür dankbar. Er weiß, dass ich nach besten Wissen und Gewissen arbeite, versuche, das Beste für die Austria und uns herauszuholen.“

Schmids Interesse an der Analyse hatte einst mit der Aufnahme der ganzen Champions League begonnen. „Ich habe sie zu Hause analysiert, mich viel mit Spielphilosophien, sehr intensiv mit Taktik beschäftigt und mir mein Wissen selbst angeeignet“, sagt der Analyst, der seine Prüfung zur UEFA-Pro-Lizenz mit Auszeichnung abgelegt hat. Er ist im Gegensatz zur Meinung vieler übriges nicht überzeugt, dass man „gewisse Dinge und Laufwege“ des FC Barcelona nicht kopieren könne: „Ja natürlich, Barca hat bessere Qualität und Spieler, doch die Systeme der Katalanen sind über Jahre einstudiert!“

Die kleinere Veilchen-Welt steht in der Video-Praxis auf zwei Säulen. Die eine dient der eigenen, die andere der gegnerischen Mannschaft. Nach einem Spiel schaut sich Schmid Laufwege, Spielzüge etc. unserer Elf an und zeigt auf, was funktioniert hat und was nicht. „Mit Peter gemeinsam haben wir ein System entwickelt, wie wir uns das in dieser Saison vorstellen. Da gibt es für jeden Spieler auf jeder Position gewisse Vorstellungen“, sagt Schmid, der pro Partie auch zwei, drei Einzel-Analysen vornimmt und mit den Kickern jedes Verhalten, jeden Ballkontakt und jeden Zweikampf bespricht.

Um einen kommenden Gegner zu studieren, verbringt er ebenfalls einige Stunden vor dem Computer. Er versucht dabei Möglichkeiten, Automatismen, Laufwege, Passwege herauszufinden, die sich der Rivale angeeignet hat. „Ich lege Stärken und Schwächen von einzelnen Spieler und auch im Mannschaftsverbund da und versuche aus den Erkenntnissen Peter Stöger Vorschläge zu machen, wie wir gegen den Gegner spielen könnten.“

Meistens mit Erfolg, wie die Tabelle zeigt. Der finanzielle Aufwand der violetten Video-Analyse hält sich in Grenzen. „Mein System kostet nicht viel, ich habe mir die Dinge selbst zusammengestellt“, meint Schmid. Wenn man ein wirklich gutes und aufwändiges Video-System hernehme,  mit Kameras im Stadion, auf den Trainingsplätzen und mit Möglichkeit der Animation, könne es sehr, sehr teuer werden. „Das wäre dann aber mit der Position des Co-Trainers nicht zu verbinden, es wäre ein eigener Job.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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