31.05.2012, 14:10 Uhr

CHEFCOACH PETER STÖGER IM ERSTEN VIOLETTEN TALK

Chefcoach Peter Stöger im ersten violetten Talk

Einen Tag nach seiner offiziellen Präsentation als neuer Austria-Trainer steht Peter Stöger www.fk-austria.at Rede und Antwort. Im Interview spricht er über seinen Wechsel von Wiener Neustadt, das Programm der kommenden Tage bis zum Trainingsstart, seine Ziele und die Erwartungen an seine Mannschaft.


Willkommen zurück! Der Medienauflauf bei deiner Antritts-Pressekonferenz war gewaltig. Bist du selbst ein wenig überrascht gewesen?

Ja, es herrschte ein unglaubliches Interesse und zeigt auch, wie wichtig dieser Verein im österreichischen Fußball ist und welche Topadresse er ist. Es hat mich sehr gefreut und ich hoffe, das Medieninteresse für die Austria wird weiterhin so groß sein.

Zuletzt warst du erfolgreich bei Wiener Neustadt engagiert, wie kam dein Wechsel schlussendlich zu Stande?
Es hat länger gedauert, weil ich dort mit Präsident Manfred Rottensteiner und dem Trainerteam gut zusammengearbeitet habe und sie es nicht gerne gesehen haben, dass ich weggehe. Nachdem ich in mehreren Gesprächen dem Präsidenten den Wunsch geäußert habe, dass für mich mit der Austria ein Traum in Erfüllung ginge, ginge, hat er sich dazu durchgerungen, mir die Freigabe zu geben. Ich bin dankbar, ich habe dort  viele Freunde fürs Leben gefunden und hoffe, dass sich mein Ex-Verein auch kommende Saison in der Liga behaupten kann.

Gemeinsam mit Trainer Frankie Schinkels hast du als Sportmanager mit der Austria 2005/06 das Double geschafft. Welche Möglichkeiten siehst du in diese Richtung?
Das Minimalziel, das wir uns alle gesetzt haben, ist natürlich die Europacup-Qualifikation. Nächstes Jahr gibt es zwei Startplätze für die Champions League und in diese Richtung wollen wir versuchen, dass wir uns aufstellen und es möglich ist. Wenn du langfristig als Austria-Trainer arbeitest, ist das, was dich wirklich interessiert Titel. Das ist in meinen Träumen genauso drinnen wie es ein Traum war, wieder zur Austria zu kommen. Die Rückkehr ist perfekt, vielleicht wird der andere Traum auch wahr.

Deine Bestellung wurde auch vom violetten Aufsichtsrat einstimmig genehmigt. Inwiefern geht damit auch Verantwortung einher?
Es ist eine Ehre, der Verantwortung für diesen Verein bin ich mir sowieso bewusst. Ich kenne diesen Klub in- und auswendig, war sehr lange Spieler (Anm. 8 Saisonen mit 267 Spielen, 64 Toren sowie je 3-mal  Meister, ÖFB-Cupsieger uns Supercupgewinner), schon Sportdirektor und bin jetzt Trainer. Ich weiß, was es bedeutet bei Austria als Trainer arbeiten zu können, zu dürfen. Da bin ich mir der Tragweite der Entscheidung bewusst, dass sie auch einstimmig gefallen ist, ehrt mich sehr. Aber es ist keine Bürde oder besondere Verantwortung. Ich bin mir schlicht der Wichtigkeit dieses Jobs sehr bewusst.

Du warst als aktiver Fußballer, der im Nationalteam1998 in Frankreich WM-Flair erlebt hat, ein Kreativspieler mit Offensivdrang. Welche Philosophie verfolgen Sie jetzt als Coach, welchen Stil wird die Austria zeigen?
 Es muss sich die Art und Weise des Fußballspielens auch nach den vorhandenen Spielern richtigen. Man kann sich aber schon vorstellen – nachdem man weiß, wie ich als Spieler agiert habe - welche Art von Fußball ich und die meisten Trainer gerne sehen: Offensiven, technischen Fußball. Mit dieser Mannschaft ist es sicher möglich offensiv Fußball zu spielen. Wir wollen den Zuschauern schon zeigen, dass es die erste Aufgabe im Spiel ist, Tore zu erzielen. Wir wollen versuchen, den Fans Show zu liefern. Ich denke, dass wir in dieser Mannschaft genug Möglichkeiten haben, dieses Anspruch auch realisieren zu können.

Dein primäres Ziel ist es vorerst, wieder einen Europacup-Startplatz zu holen. Wie siehst du die Chancen mit dieser Truppe, welche Kaderveränderungen strebst du noch an?
Ich meine, dass man da oder dort schon noch Veränderungen vornehmen wird.  Wenn man Blickrichtung Champions League-Platz geht, gibt es sicher noch Möglichkeiten, den Kader ein bisschen aufzufrischen. Das sind Sachen, da muss ich mit Co-Trainer Manfred Schmid und dem Trainerteam alles durch diskutieren und wenn es ins Detail geht mit Sportvorstand Thomas Parits reden. Wir werden sicher keine Kurzschlussaktionen, damit wir irgendjemanden dazu holen. Wir haben – leider Gottes – keinen Nennschluss wegen des Europacups, sondern bis Ende August Zeit, Spieler dazuzugewinnen. Für uns ist wichtig, dass das was wir dazu holen, Qualität hat. Für einen möglichen Europacup-Startplatz in der kommenden Saison wäre der Kader schon jetzt gut genug.

Während der Trainerpräsentation am Mittwoch haben hat man deine Prioritäten schon herausgehört, als du meintst: Wer der Mannschaft helfen kann, wird im Kader sein. Wie hast du das genau gemeint?
 Ich bin sehr dankbar, dass ich hier bin. Ich weiß, was ich an dem Klub habe, welche Wertigkeit dieser Verein hat. Wenn sich die Spieler dem sich nur einigermaßen so anschließen können wie ich das sehe und alles abrufen, dann meine ich, dass wir gemeinsam eine erfreuliche und erfolgreiche Zeit gemeinsam verleben. Wenn es aber in die Richtung geht, dass ich das Gefühl habe, der eine oder andere nicht bereit ist, alles aus sich herauszuholen, um der Mannschaft zu helfen und den Verein in diese Richtung zu bringen, wo wir ihn haben wollen, dann wird es Probleme geben. Das gilt für jeden einzelnen Spieler, da ist niemand ausgenommen. Jeder soll sich seine Ziele setzen. Alles ist legitim, alles in Ordnung, wenn er seine Leistung so bringt, dass sie im Dienst der Mannschaft ist.

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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