18.10.2012, 08:06 Uhr

AUSTRIA-VORSTÄNDE STELLEN SCHIEDSRICHTER-AUSTAUSCH INFRAGE

Austria-Vorstände stellen Schiedsrichter-Austausch infrage

Der violette Ärger über das vergangene Liga-Spiel am 7. Oktober in Graz gegen Sturm (1:1) ist in den Reihen des FK Austria Wien angesichts des bevorstehenden 303. Derbys am Sonntag in der Generali-Arena (16.00 Uhr) etwas abflaut, aber in der Führungsetage des Klubs sind die zwei Fehlpfiffe des Schweizer Referees Alain Bieri keineswegs ad acta gelegt. Ganz im Gegenteil.
 

„Wir haben uns intern entschlossen, den Austausch von Schiedsrichtern mit der Schweiz zu hinterfragen“, erklärte Austrias Finanzvorstand Markus Kraetschmer und ließ auch bereits erste violette Taten folgen. Er stellte am Dienstag (16. Oktober) anlässlich der ÖFB-Präsidiumssitzung in Wien zur Diskussion, dieses Thema zu evaluieren. Dabei müssten die Kosten für den Austausch auf den Tisch kommen und überlegt werden, ob diese Mittel im heimischen Schiri-Wesen nicht sinnvoller eingesetzt werden könnten.
 

Kraetschmer wollte die Austria-Initiative nach den Ereignissen von Graz, wo der eidgenössische Unparteiische ungerechtfertigt einen Foulelfmeter gegen Austria verhängt, ein reguläres Tor von der Austria annulliert und uns damit um den möglichen Sieg gebracht hatte, gar nicht auf den Anlass bezogen verstanden wissen. Viel mehr stellt sich für den 40-Jährigen, der auch Vizepräsident des Bundesliga-Aufsichtsrates ist, die Frage, ob dieses Austausch-Programm überhaupt noch zeitgemäß ist.
 

Als der Austausch mit der Schweiz eingeführt wurde, lag die Verantwortung des Schiedsrichter-Wesens bei der Liga. Aufgrund der mittlerweile neuen UEFA-Richtlinien wurde es wieder den nationalen Verbänden anvertraut. Der Austria-Vorstand gab mit seinem Vorstoß den Anstoß zu einem Prozess. „Der ÖFB bzw. die Bundesliga werden entsprechende Rückmeldungen geben und es wird dann in einer Klub-Konferenz der Liga zu entscheiden sein, ob das Projekt auch 2013/14 fortgesetzt wird“, meinte Kraetschmer.
 

Thomas Parits, der AG-Vorstand Sport, unterstützt seinen Kollegen. „Ich habe immer gesagt, dass ich von diesem Austausch nicht begeistert bin, diese Form von Hilfe nicht notwendig ist“. Man habe in Österreich für die Bundesliga genug sehr gute Schiedsrichter, die in internationalen Spielen der UEFA-Bewerben Erfahrung sammeln können.
 

Der frühere ÖFB-Teamstürmer gesteht freilich Schiedsrichtern Fehler zu. Nicht üblich sei jedoch, dass einem Referee zwei so gravierende Fehler passieren, die entscheidend gewesen wären. Statt als Tabellenführer mit zwei Zählern Vorsprung ins Derby zu ziehen, sind wir punktegleich mit Rapid. Sportsmann Parits fügte hinzu: „Wir haben aber auch genug Chancen gehabt, um gewinnen zu können. Wir müssen damit leben, es geht weiter!“ Den Schlager der 12. Runde pfeift übrigens der Wiener FIFA-Schiedsrichter Harald Lechner.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 17 36
2. SK Puntigamer Sturm Graz 17 33
3. FC Red Bull Salzburg 17 31
4. FK Austria Wien 17 31
5. RZ Pellets WAC 17 22
6. FC Admira Wacker Mödling 17 22
7. SK Rapid Wien 17 21
8. SV Guntamatic Ried 17 17
9. SKN St. Pölten 17 14
10. SV Mattersburg 17 11
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