24.04.2012, 11:30 Uhr

AUSTRIA VON PLATINI-IDEE EINER EUROPACUP-REFORM ÜBERRASCHT

Austria von Platini-Idee einer Europacup-Reform überrascht

Sehr überrascht zeigt sich der FK Austria Wien von der kürzlich aufgekommenen Idee einer Europacup-Reform des UEFA-Präsidenten Michel Platini. Der Franzose hatte Mitte April in Medien eine neuerliche Umstrukturierung des internationalen Geschäfts für das Jahr 2016 angekündigt. Da war von einer Aufstockung der  Champions League von 32 auf 64 Klubs in der Gruppenphase und einer Abschaffung der erst 2009 aus dem UEFA-Cup hervorgegangenen Europa  League zu lesen.

 

„Ich war sehr überrascht, als ich von diesem Vorschlag gehört habe“, gestand Austrias AG-Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer. Und zwar deshalb, weil auf dem jüngsten UEFA-Kongress und dem Meeting der Europäischen Club-Vereinigung (ECA) mit keiner Silbe darüber gesprochen worden sei. „Ich glaube, dass diese Idee im Detail wirklich noch viel zu unausgegoren ist, um sich darüber zu unterhalten“, sagte der violette Manager.
 
Er betrachtet die Platini-Idee auch ein bisschen als Testballon, der viele Unbekannte beinhalte und stellt die Frage: Wie eine Reform der „Königsklasse“ etwa von den TV-Anstalten, dem Publikum etc angenommen würde? „Die Europa League war im Konzept der Austria in den vergangenen Jahren eine sehr wichtige Säule in Sachen Einnahmen und Transfers“, meinte Kraetschmer.
 
Er sei jedenfalls ein Fan der Europa League und auch ein Fan der Champions League in der jetzigen Form. „Mir gefällt der Vorschlag Platinis nicht. Ich glaube nicht, dass man eine Reform machen muss“, stellte Kraetschmer fest. So wie sich die Europa League entwickelt habe, sei sie für Länder wie Österreich, das ab der Saison 2013/14 aufgrund der UEFA-Fünf-Jahres-Wertung fünf Vereine im Europacup stellen darf, sehr attraktiv.
 
Der Vorschlag des UEFA-Chefs hat seitens der Austria Unverständnis hervorgerufen. Andere Vereine betroffener Verbände werden ihren Unmut wohl auch kundtun. Dazu bietet auch die Europäische Klub-Vereinigung (ECA) eine geeignete Platform. Die Violetten sind in diesem Gremium seit einigen Jahren Mitglied. „Zuletzt war unser Marketing-Leiter Dietmar Kurzawa auf dem Kongress in Warschau. Er hat dort nichts über den Platini-Vorschlag gehört und es wurde darüber auch nicht auf dem Podium darüber diskutiert“, versicherte Kraetschmer.
 
Als Themen standen in den Sitzungen vielmehr neben der bevor stehenden EM 2012 in Polen und der Ukraine sowie deren Stadien die Versicherung von Spieler bei Team-Abstellungen und die höhere Prämien-Ausschüttung im Mittelpunkt. Sollte es wirklich zu einer Europacup-Reform kommen, dann wird die ECA eine Bühne darstellen, um im Detail zu analysieren und diskutieren. „Letztlich können wir in der ECA klar aufzeigen, dass man sich mit der Idee, wie sie jetzt in kurzer Form präsentiert wurde, sicher nicht anfreunden kann“, so Kraetschmer.

 

Auch der alte und neue Meister-Geschäftsführer von Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, steht diesen Plänen übrigens sehr kritisch gegenüber: "Die Fans wollen ja nicht den Tabellendritten aus Litauen sehen, sondern den Dritten und Vierten oder Fünften aus Spanien, England oder Deutschland." Seiner Meinung nach würde das "Premiumprodukt Champions League", durch die Aufstockung verwässert.“

 

Argumente für das aktuelle Format gibt es für Watzke einige: „Vermarktung ist nicht alles. Die Europa League wird von den Zuschauern mittlerweile angenommen. Und wir haben in der Europa League vor eineinhalb Jahren 13 Millionen Euro eingenommen. Das ist eine Menge Geld“, sagte Watzke. Der BVB-Boss gab aber auch zu, dass die Schere zwischen Europa und Champions League groß sei. Ein erster Denkanstoß von ihm geht diesbezüglich in eine interessante Richtung: „Dieses Ungleichgewicht könnte man beispielsweise durch eine Solidarabgabe der Champions League an die Europa League verkleinern.“

 

Eine von vielen möglichen Ideen, die in naher Zukunft bei diesem heißen Thema noch reichlich Gesprächsstoff liefern werden.

 

 

 

 

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 19 39
2. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 19 22
7. FC Admira Wacker Mödling 19 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SV Mattersburg 19 14
10. SKN St. Pölten 18 14
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