24.07.2012, 08:31 Uhr

AUCH BEI VIOLETT STEHT MAN AUF DIE TRENDIGEN TATTOOS

Auch bei Violett steht man auf die trendigen Tattoos

Nicht nur die Fußball-EM 2012 in Polen und der Ukraine war auch eine Heerschau der trendigen Tattoos auf den sportlichen Körpern vieler Stars und Spieler, auch in der Bundesliga sind Tattoos weit verbreitet. Die Kunstwerke auf der Haut, in extremen Fällen vom Scheitel bis zur Sohle, reichten von Warnhinweise, über Porträts der Freundin oder Frau, Schriftzüge, Wappen, Eheringe, Fabelwesen bis zu Halsketten usw. Diese Symbole waren in voller Pracht vor allem nach dem Schlusspfiff der Spiele zu sehen, wenn die Kicker ihre Dressen tauschten.

Der Trend ist nichts Neues und auch nichts Fußball-Spezifisches. „Es stimmt, dass viele Fußballer tätowiert sind, aber es sind nicht mehr Leute als in anderen Sportarten oder Berufen“, sagt der Psychologe Dirk Hofmeister von der Universität Leipzig. Der 39-jährige Wissenschaftler meinte auch, dass das EM-Bild möglicherweise täusche, denn es gebe auch viele Beispieler von Fußballern, die nicht tätowiert sind.

Im Austria-Lager sind das u.a. Alex Gorgon, Georg Margreitter oder Srdan Spiridonovic. „Ich habe kein Tattoo, sehe sie aber gerne auf anderen Körpern. Das gefällt mir auch, doch an mir selber will ich keines haben“, gesteht Mittelfeldmann Gorgon, der die auffälligen EM-Bilder noch in guter Erinnerung hat. Dem jungen Spiridonovic „taugt es jetzt noch nicht“. Auf anderen Körpern gefallen ihm Tattoos schon und besonders bei Frauen, aber „es kommt drauf an, was es ist“.

Margreitter hat eine ähnliche Einstellung zur Tätowierung. „Ich habe keine, aber ich finde sie interessant. Ich bin ehrlich, wenn ich ein Motiv hätte, das mir viel bedeutet und mit dem ich irgendetwas Spezielles assoziiere. Ich ließe mich auch tätowieren, wenn ich weiß, ob es mir in 20 Jahren noch gefällt“, erklärte der Innenverteidiger, der zugibt, dass er an einem schönen Tattoo auf einem anderen Menschen durchaus Gefallen findet.

Zu den Spielern mit „Körperschmuck“ im violetten Kader zählt Marko Stankovic. Begonnen hat alles damit, dass seine Freunde und er mit 18 Jahren die chinesische Schriftzeichen cool fanden. Mittlerweile sieht man die aber kaum noch, da andere Tattoos drüber gekommen sind. „In weitere Folge wollte ich etwas haben, das mich für immer an die Geburt meines Sohnes erinnert“, sagt der Offensivmann.

Jetzt hat der 26-Jährige eben Fabio und dessen Geburtsdatum auf seinem Körper verewigt. Dass weitere folgen, ist leicht möglich. „Mir gefallen Tattoos, und wenn man einmal anfängt, ist es sehr schwer, damit aufzuhören“, steht der Steirer zu seiner „Sucht“.



Auch Kaja Rogulj zählt zu den "Tattoo-Trägern" bei den Veilchen, hat auf dem rechten Unterschenkel einen Esel. Die einfache Erklärung für den "Esel aus Favoriten": Rogulj ist Kroate und der Esel ist das Wappentier von Dalmatien, wo er herkommt.

Für Hofmeister stellen Tätowierungen ein gesellschaftliches Phänomen dar. Eine Studie habe ergeben, das etwa ein Viertel der Erwachsenen unter 25 Jahren tätowiert sei. „Fußballer stehen in der Öffentlichkeit und sind so vielleicht auch Trendsetter“, glaubt der deutsche Psychologe. Um als Spitzensportler zu reüssieren, müsse man einerseits über ein immens ausgeprägtes Ego und andererseits ein gewisses Geltungsbedürfnis verfügen. „Der Drang nach Geltung kann sich daher auch in Tätowierungen zusätzlich äußern“, erklärte Hofmeister, der übrigens überzeugt ist, dass der Tattoo-Trend  noch einige Zeit anhalten werde.

Ob Tattoo oder auch Flinserl, Piercing, eigenwillige Haarpracht usw. - das Outfit gehört längst zur Zeit und zum Medienaufkommen sowie zur Werbeindustrie, die außergewöhnliche Typen braucht. Austria-Trainer Peter Stöger sieht das ganz nüchtern und hält aus sportlicher Sicht fest: „Ein Tattoo macht keinen starken Mann. Persönlich ist es mir egal, ob es ein Spieler hat oder nicht!“

In der täglichen Arbeit beurteile er ja ohnehin nicht das schönste Tattoo oder die steilste Frisur, sondern Charakter und Leistung. Für Stöger, der zu seinen aktiven Zeiten eine „Vokuhila-Frisur und ein Flinserl im Ohr“ hatte, ist der Ansicht, dass der ganze Styling-Hype im Fußball so richtig mit dem Engländer David Beckham eingesetzt hat. „Ich habe auch überlegt, ob ich mir ein Tattoo machen lasse, aber ich habe noch keinen Tätowierer gefunden“, meinte Stöger mit breitem Grinsen.

„Jeder wie er will“, lautet die Devise für Thomas Parits in Sachen Spieler mit Tattoos. Entscheidend sei, so der violette AG-Vorstand Sport, welche Leistung der Spieler auf dem Platz bringe. „Ob einer mit blonden oder roten Haaren auftritt, ob einer tätowiert antritt, ist egal – nur die Leistung zählt“, sagte der Ex-ÖFB-Teamstürmer, zu dessen aktiver Zeit Tätowierungen im Fußball Ausnahmen waren.

Markus Kraetschmer hält von Tätowierungen „persönlich überhaupt nichts“, steht dem Thema aber neutral gegenüber: Das sei die Freiheit jedes Einzelnen. „Tätowierungen bleiben dir ein Leben lang. Tattoos mögen auf einem jungen, muskulös gestählten Körper das eine oder andere Mal interessant aussehen. Nur, wir alle werden älter und vielleicht nicht mehr so trainiert sein. Ich möchte dann nicht wissen, wie sich diese Leute in ein paar Jahren fühlen“, gibt der seit 15 Jahren für die Austria tätige AG-Vorstand Wirtschaft zu bedenken.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 17 36
2. SK Puntigamer Sturm Graz 17 33
3. FC Red Bull Salzburg 17 31
4. FK Austria Wien 17 31
5. RZ Pellets WAC 17 22
6. FC Admira Wacker Mödling 17 22
7. SK Rapid Wien 17 21
8. SV Guntamatic Ried 17 17
9. SKN St. Pölten 17 14
10. SV Mattersburg 17 11
» zur Gesamttabelle