Akademie 14.04.2012, 09:33 Uhr

ANDY OGRIS: „VEREIN, DER MIR AM HERZEN LIEGT“

Andy Ogris: „Verein, der mir am Herzen liegt“

Insgesamt neun frühere Bundesliga-Spieler arbeiten derzeit für Austria Wien in verschiedenen Positionen. Der Kreis reicht von AG-Sportvorstand Thomas Parits über Chefcoach Ivica Vastic und Amateur-Co-Trainer Robert Sara bis zu Andreas Ogris. Letzterer ist erst seit Februar als Individualtrainer in der violetten Akademie in der Laaerberg Straße tätig und hat sich in seiner neuen Rolle schon längst eingewöhnt. Am Sonntag (ab 16.00 Uhr) wird der „Ogerl“ natürlich wieder auf der Tribüne der Generali Arena sitzen und den Veilchen im 301. Derby fest die Daumen drücken.
 
Der ehemalige Flügelflitzer auf der der rechten Seite der Austria (483 Spiele mit 288 Siegen und 90 Remis sowie 194 Tore) und des ÖFB-Teams (63 Länderspiele/11 Tore) hat auch nach seiner aktiven Karriere stets mit Violett mitgefiebert. „Weil die Austria der Verein ist, der mir am Herzen liegt. Ich bin ein Violetter bis in die Knochen“, bekannte der 47-Jährige, der mit seiner Fußball-“Liebe“ namens Austria fünfmal Meister wurde sowie je dreimal den ÖFB-Cup und den Supercup gewann.
 
Seine Rückkehr kam im vergangenen Februar zustande, als ihn AKA-Leiter Ralf Muhr kontaktiert und ihn gefragt hatte, ob er im Nachwuchs als Individualtrainer zur Austria zurückkommen wolle. „Ich habe eine große Freude gehabt und nicht lange nachdenken müssen“, erzählte der urige Wiener, der auf dem Rasen als Aktiver stets ein Vorbild in Sachen Einstellung, Einsatz und Willen war. Dabei durfte natürlich der gesunde Schmäh nicht fehlen. Diesen hat er sich bis heute bewahrt.
 
Es mache ihm Riesenspaß, mit den Jungen zu arbeiten, sagte Ogris an einem sonnigen Tag um 08.00 Uhr mit dem Kaffee-Häferl in der Hand in einem Konferenzraum der modernen Akademie, die längst über die Grenzen Österreichs hinaus als Musterobjekt gepriesen wird. Er versucht so gut wie möglich den Burschen seine jahrzehntelange Erfahrungen mitzugeben, die Spieler individuell zu verbessern – nicht nur in technischer Hinsicht, sondern auch im taktischen Bereich.
 
 „Ich vermittle ihnen auch, was es heißt, welche Entbehrungen er als Profi zu erwarten hat oder eingehen muss, um im Profi-Bereich überhaupt Fuß fassen zu können. Ich bereite die Jungen auf ihre Laufbahn vor“, skizzierte das temperamentvolle Energiebündel seine Aufgabe. Andy, der im Alter von sieben Jahren beim FAC mit dem Fußballspielen begonnen hat und als A-Knabe zur Austria gekommen ist, nimmt sich Talenten der U15-, U16- und U18-Mannschaft an, die ihren Alterskollegen einen Schritt voraus sind.
 
Aus diesen drei Altersgruppen nimmt er insgesamt fünf, sechs Mann, die laut Verein und seiner Einschätzung als Elite- oder Perspektiv-Spieler gelten, unter seine Fittiche. „Die fünf, sechs Spieler, mit denen ich arbeite, sind nicht immer dieselben. Es kommen immer wieder Neue dazu, dafür scheiden andere wieder aus“, erzählt Ogris aus seiner Praxis, deren Dauer er gar nicht in Stunden messen will.
 
An einem Arbeitstag ist er schon um 8.00 Uhr gestellt, um 9.00 Uhr beginnt das Training, ab 15.30 oder 16.00 Uhr wird nochmals trainiert. „Dazwischen mache ich meine Büroarbeiten, erstelle Trainingspläne oder fahre dazwischen weg, um Anderes zu erledigen“, schildert Ogris aus dem Alltag. Er habe nicht Bürostunden zu absolvieren, obwohl auch einige Tätigkeiten am Computer gemacht werden müssten. „Manchmal bin ich den ganzen Tag da oder ab und zu nur einen halben.“
 
Durch sein Engagement in Favoriten hat der Ex-Teamspieler schon einiges abgespeckt. „Ich hab den einen oder anderen Kilo verloren, weil jetzt wieder täglich Training auf dem Programm steht.“ Auch wenn er nicht alles mitmacht, so gibt es doch Einheiten, „bei denen ich pro Tag auf 180 Flanken komme“, meinte der Trainer fürs Individuelle. Es schade ihm ohnehin nicht, Gewicht zu verlieren, denn er habe noch ein paar Kilo zu viel auf den Rippen.
 
Neben dem Job im Fußball besitzt „Ogerl“ mit seiner Frau Friseur-Shops. Mittlerweile sind es drei geworden, ein vierter wird in naher Zukunft eröffnet und es ist möglich, dass „das eine oder andere Geschäft noch dazukommt. Damit habe ich mir ein ganz gutes Standbein geschaffen, das nichts mir dem Fußball zu tun hat“, meint der Austrianer, der sein Cafe vor über zwei Jahren abgegeben hat.
 
Ogris hat aber auch im Fußball noch einiges vor. Auf die Frage, ob es sein Ziel sei, so wie seine Ex-Kollegen Vastic, Stöger, Schöttel oder Kühbauer einmal in der Bundesliga Cheftrainer zu werden, antwortete der Ex-Stürmer wie aus der Pistole geschossen: „Sicher, sonst hätte ich 2004 nicht die UEFA-Pro-Lizenz erlangen müssen!“ Es hänge von Angebot und Nachfrage ab. „Wenn sich etwas ergibt, muss man sich das anschauen. Im Moment macht es hier in der Akademie Spaß und denke nicht über die Bundesliga nach“.
 

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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