11.09.2012, 11:05 Uhr

"CAPTAIN CÓRDOBA": ROBERT SARA BLICKT ZURÜCK - UND VORAUS

"Captain Córdoba": Robert Sara blickt zurück - und voraus

Österreichs Auftaktpartie in der WM-Qualifikation – zumindest in Sachen Brisanz scheint die Paarung nur schwer überbietbar zu sein. „Nachbar“, „großer Bruder“, „Erzrivale“ – wie auch immer man die deutsche Nationalmannschaft im Vorfeld bezeichnen möchte, Fußball-Österreich blickt dem Dienstagabend mit einer gewissen Euphorie entgegen.

 

Grund dafür ist auch eine Tatsache, die unsere Teamspieler Markus Suttner und Heinz Lindner immer wieder bestätigen: Beim Nationalteam herrscht eine ähnlich gute Stimmung wie bei der Austria, es wird – mit dem Ziel vor Augen - an einem Strang gezogen.

 

Und natürlich wird von medialer Seite auch laufend an 1978 erinnert – und ein „Córdoba reloaded“ herbeigesehnt. Hans Krankl trug sich damals als Doppeltorschütze ein und wird noch bis heute am engsten mit der damaligen Sensation in Verbindung gebracht. Doch was heutzutage vermutlich viele nicht mehr wissen: Der damalige Kapitän und Assistgeber zum 3:2-Erfolg ist heute Assistenz-Trainer bei den Austria Amateuren und hört auf den Namen Robert Sara.

 

„Ach, die Geschichten über Córdoba kennt man doch eh schon alle“, meint der mittlerweile 66-Jährige, dessen Wechselpass über 40 Meter die Sensation kurz vor Schluss einleitete, vor dem neuerlichen Aufeinandertreffen. „Krankl hat mir bis heute keinen Scheck zugeschickt – sein Entscheidungs-Tor war der Goldschuss für ihn, er ist nachher zum FC Barcelona gewechselt“, schmunzelt Sara.

 

Der Erzviolette agierte damals als rechter Außendecker – und interpretierte seine Position vor allem für frühere Verhältnisse ungewöhnlich offensiv. „Nach vorne konnte ich meine Schnelligkeit ausspielen“, erinnert sich der Niederösterreicher, der auch in der Defensive stets nach spielerischen Lösungen suchte.

 

Vor dem Spiel am Dienstag wünscht er der Mannschaft von Marcel Koller alles Gute, meint: „Wir brauchen uns nicht zu verstecken, auch wenn die Truppe sicher noch einen Lernprozess vor sich hat. Bei den Austria Amateuren forcieren wir auch, schnell nach vorne zu spielen und permanent Bewegung drin zu haben – aber so etwas braucht Zeit, bis es perfekt funktioniert.“

 

Das A und O sei die richtige Mischung an Spielern und ein gewisses Gerüst in der Mannschaft. Letzteres entstehe aber nur, „wenn die Abwehr und die zentralen Spieler feststehen und an Abstimmung gewinnen – dann geht etwas weiter“. Zudem verfüge Koller über viele „Fußballer“ in der Mannschaft, wie es so schön heißt. „Da sind Leute dabei, die Bälle in die Tiefe spielen können, aber auch die notwendigen Schritte nach hinten machen. So etwas brauchst du als Trainer.“

 

Fakt ist aber auch, dass Deutschland der heißeste Anwärter auf den Sieg in WM-Qualifikations-Gruppe C ist. Dementsprechend sei es mit Sicherheit keine zu hohe Hypothek für das rot-weiß-rote Team, sollte der Auftakt verloren gehen. Ohnehin müsse das Ziel sein, am Ende zumindest auf Rang zwei zu stehen, der zur Teilnahme an den Playoff-Spielen berechtigt. „Daher sind vor allem die anderen Spiele wichtiger. Gegen Deutschland kann ein gutes Resultat viel Selbstvertrauen bringen, aber gewinnen musst du in den Spielen gegen Schweden und Irland, wenn du eine Chance haben willst.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
» zur Gesamttabelle