29.04.2011, 10:41 Uhr

ZWISCHEN KLUB UND FANS HERRSCHT EINIGKEIT: „UNSER WEG STIMMT!“

Zwischen Klub und Fans herrscht Einigkeit: „Unser Weg stimmt!“

Die GENERALI-Arena, Donnerstagabend, knapp vor 20 Uhr. Unter tosendem Applaus von etwa 500 Fans ziehen die Mannschaft, das Trainerteam sowie die AG-Vorstände von der Nordtribüne in Richtung VIOLA-Gastronomie. Soeben wurde der große offizielle Teil des heurigen Mitglieder-Fests beendet, haben die Verantwortlichen des FK Austria Wien offen und ehrlich Stellung bezogen.

 

Zu den Leistungen der vergangenen Wochen, die Chancen in den kommenden Runden, den Herbst und vielem mehr. Am Ende waren sich alle einig: Dieser Klub hat eine Vision und eine nachhaltige Philosophie! Man hatte richtig das Gefühl, dass wieder jedem bewusst geworden ist, welche Tradition, Kraft und Erfolgsstreben in diesem Verein stecken.  

 

www.fk-austria.at fasst für alle, die nicht dabei sein konnten, die wichtigesten Botschaften der Klubvertreter, die an diesem Abend in unserer Arena waren, zusammen.

 

AG-Vorstand Sport Thomas Parits zur aktuellen Situation: „Ich bin nicht so unzufrieden. Wenn wir zurück blicken, dann waren wir bis vor einer Woche Tabellenführer, haben in den vergangenen vier Wochen unnötig Punkte hergeschenkt. Das Cup-Aus hat Euch (den Fans, Anm. der Red.) und uns sehr weh getan. In Ried haben wir uns aber schon wieder besser präsentiert. Das 1:1 war ein wichtiges Erfolgserlebnis.“

 

Über die unmittelbare Zukunft meinte Parits: „Wir haben jetzt sechs Endspiele. Ich bin überzeugt, dass wir uns jetzt wieder gut präsentieren werden und halte es auch für möglich, dass wir wie im Vorjahr eine Serie starten. Unser Ziel war es immer, einen internationalen Startplatz zu holen. Das Gute ist, dass wir es aus eigener Kraft schaffen können, weil wir alle direkten Duelle noch vor uns haben.“

 

Über die Kaderplanung sagte er: „Es wird sicher Veränderungen geben. Wir führen bereits gute Gespräche, werden das Gros der Mannschaft halten.“

 

Trainer Karl Daxbacher holte bei seiner Ansprache etwas weiter aus, machte noch einen Blick zurück ins Frühjahbr 2010: „In der Endphase der Meisterschaft wären wir fast noch Meister geworden, holten die meisten Punkte der Klubgeschichte und haben damit eine denkwürdige Saison geschafft. Heuer sind wir auch deswegen mit sehr hohen Erwartungen gestartet. Man muss sich aber auch daran erinnern, dass wir mit einem Milenko Acimovic gerechnet haben. Nach wir vor haben wir eine der jüngesten Mannschaften mit dem höchsten Österreicher-Anteil, nämlich von 85 Prozent.“

 

 

Rückblickend auf den Herbst erklärt er: „Der war durchwachsen, aber wir haben im Winter noch fünf Punkte Rückstand gehabt, der ist mehr als wettgemacht, und sind jetzt nach wie vor die beste Frühjahrsmannschaft. Ich verstehe, dass derzeit die negativen Spiele alles überstrahlen. Wir sind alle selber sehr enttäuscht, der Stachel sitzt bei uns genauso tief wie bei jedem Fan. Bei aller Kritik – wir haben nur zweimal ganz schlecht gespielt, aber wir haben eine junge Mannschaft, mit der man auch Geduld haben muss und die sich einen Vertrauensbonus verdient hat. Ich habe Vertrauen in unsere Burschen und ich möchte, dass unsere Fans ihnen das auch schenken!“

 

Über die Entwicklung der Spieler sagt Daxbacher: „Wir haben viele junge Spieler geholt, die bei uns zu Teamspielern gereift sind und vielleicht auch etwas zu hoch gelobt wurden. Aber man darf auch nicht vergessen, dass sie damals einen Marktwert von ca. fünf Millionen Euro hatten, jetzt sind es bei diesen zeh bis zwölf Mann bereits zwölf Millionen. Darauf können wir als Trainer und der Klub auch sehr stolz sein, denn an diesen Erfolgen partizipiert jeder mit.“

 

Nachdem Daxbachers Ausführungen mit viel Applaus gutiert wurden, kam Wirtschafts-AG-Vorstand Markus Kraetschmer zu Wort. „MK“ über die Lizenz: „Die Bundesliga sieht uns genau auf die Finger, das ist aber auch gut so. Wir haben hart gearbeitet, müssen ein Minus aufholen, das ist uns bewusst. Aber wir stellen heute die meisten Teamspieler, haben mit Aleks Dragovic einen weiteren nach Basel verkauft und entwickeln mit Dilaver oder Tadic schon die nächsten Spieler aus unserem Nachwuchs für oben. Deswegen bin ich überzeugt, dass unser Weg in den kommenden Jahren nicht aufzuhalten ist.“

 

Über die Preiserhöhung bei den Abos und Mitgliedschaften: „Die Preise der Tageskarten bleiben gleich, bei den Abos haben wir nicht 18, sondern 19 Spiele, da wir das Jubiläumsspiel inkludiert haben. Nächstes Jahr wird das wieder herausfallen. Bei den Mitgliedern haben wir seit 2006 keine Indexanpassung gemacht. Jetzt zahlt man zwischen zwei und fünf Euro mehr. Das ist aber keine Abzocke, sondern eine Notwendigkeit, der Beitrag fließt ja bekanntlich zu hundert Prozent in den Nachwuchs. Wer es verstehen will, weiß ohnehin, worum es geht. Und da alle Austrianer intelligente Menschen sind, wissen sie, wovon wir reden.“

 

 

Angesprochen auf seine Vision, wo der FAK in vier bis fünf Jahren stehen wird, meinte Kraetschmer: „Unser Traum wäre es, die Champions-League-Gruppenphase zu erreichen. Es wird nicht leicht, aber auch mit Rückschlägen wird unsere Kurve nach oben zeigen!“

 

Abschließend kam noch Amateure-Coach Ivica Vastic zu Wort, der dem Klub ebenfalls eine gute und nachhaltige Philiosophie attestierte: „Mir gefällt, wie die Kampfmannschaft spielt, die Austria steht für einen technischen, ideenreichen Fußball. Das will ich auch meinen Spielern mitgeben. Sie sollen Spaß haben, müssen aber auch investieren. Und ganz wichtig: Nach jeder Niederlage muss man wieder aufstehen.“

 

Über die Zusammenarbeit mit der Akademie und der Kampfmannschaft: „Hier wird Großes geleistet, die Kommunikation funktioniert ausgezeichnet. Wir entscheiden und planen die Zukunft unserer jungen Spieler alle gemeinsam.“

 

Über die Situation bei der Kampfmannschaft findet der Vorzeigeprofi auch klare Worte: „Man merkt, dass das eine super Truppe ist, die zusammen hält. Ich spüre aber auch, dass von aussen versucht wird, Unruhe reinzubringen. Jetzt sind wir alle mit unserem Verstand gefragt, damit wir uns nicht ablenken lassen und noch das Maximum aus der Saison herausholen.“

 

Erst gegen 23 Uhr lichteten sich schön langsam die Reihen im VIOLA-Pub, damit endete ein denkwürdiger Abend, der die Austria-Familie hoffentlich wieder etwas mehr zusammen geschweisst hat.

 

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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