05.01.2011, 07:30 Uhr

TORMANNTRAINER FRANZ GRUBER: „WIR HABEN IN ÖSTERREICH EINE VORREITERROLLE!“

Tormanntrainer Franz Gruber: „Wir haben in Österreich eine Vorreiterrolle!“

Das abgelaufene Jahr 2010 war bisher wahrscheinlich die turbulenteste Zeit von Austrias Tormanntrainer Franz Gruber. „Angefangen hat dabei für uns alles mit der schweren Schulterverletzung von Szabolcs Safar zu Hause gegen Kapfenberg. Da auch Robert Almer lädiert war, schlug die große Stunde von Heinz Lindner. Er ist im Frühjahr dann wirklich über sich hinausgewachsen und hat seinen Stammplatz über den Sommer erfolgreich verteidigt.“


In der neuen Saison schließlich standen die violetten Keeper plötzlich vor einer völlig neuen Ausgangslage also noch vor einem Jahr: „Die Reihenfolge ist ordentlich durcheinander gewürfelt worden. Für Szabolcs Safar war das sicher überraschend und wenig befriedigend und auch Robert war zunächst sicher etwas enttäuscht, nicht als Nummer eins zum Zug zu kommen. Mit der Muskelverletzung von Lindner schlug dann aber wieder seine Stunde und er lieferte wiederum bis zu seiner Verletzung wirklich tolle Leistungen ab, ehe wieder Lindner erfolgreich das Ruder übernahm.“


Die Rotation zwischen den violetten Pfosten innerhalb eines Jahres umfasste also gleich drei Tormänner, was aber für Gruber bei allen Verletzungen nicht nur ein Nachteil war: „Man muss selbst aus solch unangenehmen Situation das Positive nehmen. So kam jeder zu seiner Spielpraxis.“


Der Stimmung beim Keeper-Trio hat unter diesen Veränderungen, so Gruber, nicht gelitten: „Szabolcs beispielsweise hat sich immer absolut vorbildhaft und professionell verhalten und hat auch von der Bank stets absoluten Rückhalt vermittelt. Auch deshalb ist er im Cup gegen Wacker Innsbruck zum Einsatz gekommen. Er hatte es ich verdient und wir konnten ihm so zumindest einen kleinen Teil der Anerkennung zurückgeben. Auch wenn es gerade im Profisport schwierig ist, sollte nie ganz auf den menschlichen Aspekt vergessen werden.“


So wie die restliche Mannschaft auch, werden die Austria-Tormänner auch im vierwöchigen Urlaub eine bestmögliche Basis  für den Trainingsstart im Jänner erarbeiten, ist Gruber überzeugt: „Sie fahren ein individuelles Programm und werden alle drei hochmotiviert und fit aus der Winterpause zurückkehren, um sich bis zum Saisonstart wieder ihrer Hochform zu nähern. Wie im Herbst werden meine Burschen auch im Frühjahr auf den Punkt bereit sein und einmal mehr starke Leistungen zeigen.“


Bei den Austria Amateuren sieht die Lage für Gruber wie folgt aus: „Günther Arnberger ist aufgrund der größeren Erfahrung als Nummer eins in die Saison gestartet. Stefan Krell, der erst im Sommer zu uns gestoßen ist, hat bei uns die Chance bekommen, sich in einem professionellen Umfeld zu entwickeln und hat seine Anpassungsphase gut verdaut, bevor er schließlich in den letzten Spielen immer öfter zum Zug kam. Er hat Potential, muss aber genauso wie Arnberger noch geduldiger werden und den Fokus nicht aus den Augen verlieren. Bei den Amateuren bereits einige Mal hinein geschnuppert haben auch einige andere Keeper-Youngsters wie Daniel Bachmann, Florian Prögelhof und der blutjunge Osman Hadzikic. Gemeinsam mit Ivan Lucic und Mehmet Özcan bildet dieses Quintett die momentane Tormann-Elite im Nachwuchs.


Mit ihnen, aber auch mit den noch jüngeren Youngsters trainiert Gruber zumindest einmal pro Woche: „Mir macht die Arbeit mit den jungen enormen Spaß und ich merke von Woche zu Woche, dass wir das vermutlich größte Tormannpotential aller österreichischen Vereine haben. Nicht umsonst sind fast alle Auswahlteams mit unseren Schlussmännern bestückt.“


Einen entscheidenden Grund dafür sieht Gruber auch in der Qualität und der Harmonie seines Betreuerstabes: „Sowohl Amateure-Tormanntrainer Thomas Fasching als auch Stefan Loch in der Akademie leisten wirklich ausgezeichnete Arbeit. Unsere große Stärke ist, dass wir alle wirklich mit einer gemeinsamen Philosophie über sämtliche Schnittstellen hinweg an einem Strang ziehen. Auch dank dieser tollen Kommunikation fruchtet unsere Arbeit in diesem Ausmaß und auch deshalb befinden wir uns in Österreich definitiv in einer Vorreiterrolle.“


Der Trend des Jahres 2010 ist für ihn das langsame Verschwinden der absoluten Platzhirsche auf der Tormannposition: „Es wir auch bei den Torleuten vermehrt rotiert. Die Basisausbildung wird immer professioneller und damit auch das Entwicklungspotential des Nachwuchses.“ Weitere markante Entwicklung bei den Torleuten: „Sie greifen immer mehr und aktiver in die Spielführung und da wieder in die schnelle Spieleröffnung mittels Auswurf oder Abstoß ein. Besonders durch immer gezieltere und fast schon punktgenaue Abstöße wächst die gestalterische Rolle auch auf unserer Position.“ Die dritte Erkenntnis dieses Jahres für Gruber ist der Trend zur Jugend: „Früher waren die sehr guten Torhüter, immer von Ausnahmen abgesehen, im Durchschnitt deutlich älter. Mittlerweile fängt das höchste Leistungslevel aber immer früher an.“


Dass dieser Aspekt auch bei Violett in Zukunft weiterhin spruchreif bleibt, dafür nützte Gruber selbst die freie Zeit über den Jahreswechsel. Über Spanien und die traditionellen Boxing Days der englischen Premier League informierte sich unser Tormanntrainer live vor Ort über die neuesten Trends informieren. Schließlich soll die violette Tormann-Kaderschmiede auch in Zukunft immer am aktuellsten Stand der Dinge bleiben…

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 18 36
2. FC Red Bull Salzburg 18 34
3. FK Austria Wien 18 34
4. SK Puntigamer Sturm Graz 17 33
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 17 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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