03.02.2011, 10:15 Uhr

NIKLAS HOHENEDER FÜHLT SICH BEI VIOLETT SCHON WIE ZU HAUSE

Niklas Hoheneder fühlt sich bei Violett schon wie zu Hause

Vergangenen Montag ging für Austrias Neuverpflichtung Niklas Hoheneder dann alles sehr schnell. „Trainer Karl Daxbacher hatte mich kurz zuvor schon kontaktiert, dass die Austria mich bereits im Winter von Sparta Prag holen will. Schlussendlich hat alles geklappt und ich freue mich schon riesig auf diese neue Aufgabe“, so der frischgebackene Violette.

 

Am Freitag steht bereits die erste Trainingseinheit für den 24-Jährigen bei der Austria am Programm. Bekannte Gesichter gibt es für ihn genug: „Mit Florian Klein habe ich in Linz alle Nachwuchsteams durchlaufen und später waren wir auch Zimmerpartner. Von ihm ist gleich am Abend nach meiner Verpflichtung schon eine Gratulations-SMS bei mir eingetrudelt. Heinz Lindner hat überhaupt zwanzig Meter Luftlinie von unserem Haus in der gleichen Siedlung gewohnt. Ihn habe ich schon in jüngsten Jahren ordentlich eingeschossen“, erinnert sich Hoheneder mit einem Lächeln. 

 

Auch der aktuell dritte Oberösterreicher in der violetten Hintermannschaft ist ihm mit Manuel Ortlechner bestens bekannt und aus dem U21-Team trifft er mit Julian Baumgartlinger, Zlatko Junuzovic und Georg Margreitter noch auf weitere vertraute Gesichter. Von einer echten Eingewöhnungsphase will er daher gar nicht mehr wirklich sprechen: „Das wird garantiert ganz flott gehen, umso mehr, weil ich auch Coach Karl Daxbacher schon jahrelang beim LASK hatte. Er hat auf mich auch als Youngster in der Bundesliga in der Innenverteidigung neben Michael Baur stets gesetzt. In den zwei Jahren habe ich damals kaum ein Match verpasst. Die Akklimatisierung wird also sicher kein Problem sein."

 

Eben dieser 40-fache Teamspieler Michael Baur hat ihn gerade in dieser Zeit auch sehr geprägt. „Dank seiner unglaublichen Routine konnte ich sehr viel von ihm lernen. Genauso wie von meinem tschechischen Abwehrkollegen und Sparta-Kapitän Peter Repka, der sogar noch öfter für die Slowakei aufgelaufen ist. Diese beiden haben mich am meisten weitergebracht.“

 

Aber nicht nur deshalb bereut unser Neuzugang den Schritt zu Sparta Prag keinenfalls:  „Ich habe mich dort enorm weiterentwickelt. Der Schritt ins Ausland lässt einen als Spieler und Persönlichkeit reifen. Sparta ist der absolute Spitzenverein in Tschechien, wo man von jedem Mitspieler etwas mitnehmen kann. Auch die 16 Europacup-Matches in nur zwei Saisonen zählen für mich neben dem Meistertitel sicher zu den Highlights.“

 

Warum ihm der Abgang in der Winterpause trotzdem gelegen kam, kann Hoheneder schnell beantworten: „Im Meisterjahr habe ich fast alles Spiele bestritten und auch in dieser Saison war ich bis zu einer Systemumstellung als einziger fast immer dabei. Meine Sechserposition wurde im Zuge dessen gestrichen. Plötzlich bekam ich nur mehr wenig Spielzeit und in der Innenverteidigung wurde mit Tomas Zapotocny gerade ein weiterer Routinier verpflichtet. Diese Situation war gerade aufgrund meiner guten Leistungen zuvor unbefriedigend.“

 

Von seiner Rolle als defensiver Part vor der Abwehr hat der Oberösterreicher trotzdem viel mitgenommen: „Gerade als Innenverteidiger wird die Spieleröffnung immer wichtiger. Durch meine Umfunktionierung ins Mittelfeld in Prag habe ich mich diesbezüglich klar gesteigert und bin auch in hektischen Situationen deutlich ruhiger am Ball geworden.“ An seiner Lieblingsposition hat sich für ihn aber auch seit dem Abschied vom LASK wenig geändert: „In der Innenverteidigung fühle ich mich am wohlsten und gerade nach den letzten wertvollen Erfahrungen liegen dort jetzt noch mehr meine Stärken.“

 

Auch privat ging für Niklas Hoheneder mit dem Wechsel in die Bundeshauptstadt eine lange Reise zu Ende: „Meine Freundin wohnt bedingt durch ihre Ausbildung in Wien. Zumindest einmal in der Woche habe ich doch versucht, die drei Stunden von Prag in Angriff zu nehmen. Diese Pendlerei ist endlich Geschichte. Auch deshalb hat sie sich zumindest so sehr wie ich über diesen geglückten Transfer gefreut.“ Die komplette Übersiedelung wurde mit dem heutigen Donnerstag bereits im Blitztempo abgeschlossen. In zwei Autotouren brachte Niklas seit Dienstag alles Notwendige von Prag nach Wien.


Die Rahmenbedingungen könnten für den 24-fachen Nachwuchsteamspieler also kaum besser sein. Die volle Konzentration gilt somit ab sofort der Wiener Austria und dem Frühjahrsauftakt in etwas mehr als einer Woche. Vom Können und der Stärke seines zukünftigen Klubs ist der 1,90-Hüne schon jetzt voll überzeugt: „Ich habe mir sämtliche Austria-Spiele in den vergangenen Monaten in Zusammenfassungen und im Internet genau angesehen. Spielerisch erwartet mich die stärkste Truppe der Liga, die definitiv zu den Titelanwärtern zählt. Mir gefällt der kombinationsreiche Fußball und ich werde versuchen, mich schnellstmöglich, erfolgreich einzufügen.“

 

Was die Vorbereitung angeht, sieht er sich nach zweieinhalb absolvierten Trainingslagern mehr als nur gerüstet: „Wir hatten bei Sparta bereits einiges hinter uns. Zum Auftakt standen vier Tage Schneelaufen in den Bergen am Programm. Ein beinhartes Training, wo alle absolut an ihre Grenzen und darüber hinaus gehen mussten. Danach ging es mehr als eine Woche zu einem Turnier nach Dubai. Wir sind dort gegen Zenit St. Petersburg, Shakhtar Donezk und ein iranisches Spitzenteam angetreten, absolvierten aber zusätzlich täglich noch Einheiten für ein komplettes Trainingslager."

 

Aus Spanien, wo Hoheneder mit Sparta zuletzt an der Form feilte, ging es für ihn am Montag direkt zur Vertragsunterzeichnung in die Generali-Arena. Genau dort will er die violetten Fans schon demnächst von seinen Qualitäten überzeugen.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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