08.02.2011, 13:24 Uhr

NACER BARAZITE SCHUFTET FÜR EIN DEBÜT NACH MAß

Nacer Barazite schuftet für ein Debüt nach Maß

Man sieht es unserer Überraschungs-Neuverpflichtung des Winters in diesen Tagen förmlich an. Nacer Barazite ist in Favoriten schon wirklich angekommen. Stets mit einem Lächeln auf den Lippen, absolvierte er in den vergangenen Tagen seine ersten Einheiten rund um die Generali-Arena. „Ich fühle mich in Wien wirklich wohl. Ich wurde toll aufgenommen, die Sonne scheint, wir haben angenehme Temperaturen und arbeiten hart, im Moment passt es einfach“, schmunzelt unser neuer Offensivturbo bestens gelaunt im ersten Gespräch.

 

Zu Mittag ging es bereits auf Wohnungssuche, die eigenen vier Wände sollen also bald das Zimmer im Grand Hotel ablösen. Mit der Bundeshauptstadt hat sich der 20-Jährige im Schnelltempo angefreundet: „Ich bin schon etwas auf den Ringstraßen und in der Innenstadt spazieren gegangen. Eine tolle Metropole, in der es sich wirklich leben lässt.“ In Wahrheit sind solche Aspekte für ihn aber derzeit absolut Nebensache, wie er sofort anschließt: „Ich bin zur Austria gekommen, um meine Leistung zu bringen, und wenn irgendwie möglich sogar die Meisterschaft zu holen. Alles rundherum ist zwar nett, aber in Wahrheit zweitrangig.“

 

Der Fokus stimmt also beim 31-fachen holländischen Nachwuchsteamspieler, der sich gleich aus mehreren Gründen für die Veilchen entschieden hat: „Es ist zwar schön, bei einem großen Klub wie Arsenal engagiert zu sein, nur gerade in meinem Alter steht Spielpraxis über allem. Ich habe von vielen Seiten nur positives über den Klub gehört und meine bisherigen Erfahrungen decken sich damit. Es wird sehr professionell gearbeitet. Manchmal muss man eben auch einen kleinen Schritt zurück machen, um zwei nach vorne zu gehen. Die Austria ist für mich in dieser Phase meiner Karriere die ideale Plattform. Die offensive Philosophie und der Kombinationsfußball kommen mir sehr entgegen.“

 

Welche Position ihm nun wirklich am besten liegt, hat sich für Nacer Barazite in den letzten Jahren herauskristallisiert: „Zu Arsenal wurde ich eigentlich noch als Flügelspieler geholt. Dort bin ich immer mehr in die Rolle des Spielgestalters gerückt, ähnlich offensiv ausgelegt aber, wie beispielsweise Robert Pires. Ich fühle mich hängend hinter den Spitzen am wohlsten, aber ich habe auch überhaupt kein Problem damit, als Stürmer zu spielen.“

 

Seine Lieblingsrückennummer 10 war bei Violett bereits vergeben, also wählte er die 39. „Irgendwie mag ich hohe Nummern, in Arnheim hatte ich überhaupt gleich die 90. Mit der lief es aber nicht nach Wunsch, also wird es jetzt eben die 39, mit der beispielsweise auch Nicolas Anelka von Chelsea auf Torjagd geht.“

 

Fitnesstechnisch sollte es bei ihm keinen gröberen Aufholbedarf geben: „Bei Arsenal habe ich normal weitertrainiert, weil auch über die Weihnachts-Feiertage in der Premier League bekanntlich gespielt wird. Nach meiner Rückkehr zu Vitesse Arnheim stand dann noch ein volles Trainingslager nahe Antalya am Programm.“

 

Was ihm an der Austria besser gefällt, als bei seiner letzten Station in Holland: „Bei Vitesse befindet sich das Team gerade erst im Aufbau. Ein Mäzen hat den Klub übernommen und kauft nun im großen Stil ein. Es dauert aber einfach, eine Mannschaft aus Spielern zu formen, die aus zehn oder noch mehr verschiedenen Ländern stammen. Arnheim befindet sich im kompletten Umbruch und genau deshalb, war es für mich schwierig, dort in der kurzen Zeit Fuß zu fassen. Bei der Austria ist das anders. Die Mannschaft hast sich schon gefunden, ist ein eingeschworener Haufen mit einem guten Teamgeist. Die Integration einiger weniger ist damit weit problemloser.“

 

Auch deshalb fielen ihm die ersten Tage im Verein überraschend leicht: „Meine Mitspieler gehen auf mich ein und reden viel mit mir. Natürlich fühlt man sich dann schnell wohl und willkommen und auch die Tatsache, dass die Austria eine relativ junge Mannschaft ist, macht die Kontaktaufnahme einfach.“ Regelmäßigen Kontakt hat unser neuer Angreifer übrigens auch noch mit der Verwandtschaft in Marokko: „Mein Mutter ist Holländerin, mein Vater stammt aus der Stadt Fés in Marokko und somit auch die Hälfte meiner Familie, die ich, wenn zeitlich möglich, immer gerne dort besuche.“

 

Bis zum nächsten Mal, wird es aber wohl noch etwas dauern, denn immerhin steht ab dieser Woche eine spannende Frühjahrsmeisterschaft an, in der er sich einiges vorgenommen hat: „Wichtig ist für mich, gerade in der Anfangsphase, im Training einen starken Eindruck zu hinterlassen. Gerade jetzt gilt es besonders aufmerksam zu sein, die Spielweise des Teams anzunehmen oder zum Beispiel die Laufwege meiner neuen Mitspieler zu studieren. Vorrangiges Ziel ist für mich gerade, so schnell wie möglich ein vollwertiger Teil der Mannschaft zu werden und vielleicht kann ich schon zum Auftakt gegen Ried mithelfen, damit wir einen Start nach Maß hinlegen.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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