10.03.2011, 10:00 Uhr

NACER BARAZITE: “AUF DIESE STIMMUNG KÖNNEN DIE AUSTRIA-FANS STOLZ SEIN!”

Nacer Barazite: “Auf diese Stimmung können die Austria-Fans stolz sein!”

Während in den nächsten Tagen endlich der Frühling mit milderen Temperaturen in Österreich Einzug halten soll, lief der Motor von Austria-Neuzugang Nacer Barazite schon vom Meisterschaftsauftakt weg auch bei eisigem Wetter wie geschmiert. In allen fünf Partien nach der Winterpause stand der Holländer in der Startelf und konnte nicht nur aufgrund seiner beiden Tore und eines Assists auf allen Linien überzeugen.

 

„Es ist vor allem ein Verdienst der Mannschaft, dass es für mich vom Start weg einfach rundherum gepasst hat. Es herrscht ein toller Spirit, ich fühle mich sehr wohl und deshalb fällt es auch nach kurzer Zeit schon leicht, meine Leistung abzurufen. Ich habe nach einer schwierigen Zeit einfach meine Freude am Fußball wieder“, strahlt unser junger Oranje über den mehr als gelungenen Einstand bei Violett, der auch in den Niederlanden medial nicht unbemerkt blieb.

 

Besonders die gute Stimmung in der Kabine hat für ihn vieles erleichtert: „Alle haben sofort mit mir auf Englisch gesprochen und mir das Gefühl vermittelt, ein Teil des Teams zu sein. In dieser Atmosphäre fasst man rasch Vertrauen und lernt seine Mitspieler schnell kennen, was auch beim Verständnis am Platz hilft. In den nächsten Wochen fange ich mit meinem Sprachkurs an, damit ich dann auch wirklich alles verstehe, was hier so abgeht.“

 

Genau diese Unbekümmertheit, technische Gustostückerl, das Auge für den Mitspieler und sein permanenter Zug  zum Tor haben ihn in Windeseile zu einem der Lieblinge auf den violetten Rängen samt eigenem Fangesang gemacht. Diese Begeisterung beruhte vom ersten Match weg absolut auf Gegenseitigkeit, erzählt der Youngster mit einem breiten Grinsen: „Hier geht echt die Post ab. Die Fans machen in diesem engen Stadion eine fantastische Stimmung,  Vitesse Arnheim beispielsweise war trotz der größeren Arena nichts dagegen. Besonders imponiert hat mir, als wir gegen Sturm Graz bereits zwei Tore zurück lagen und uns das ganze Stadion weiter bedingungslos nach vorne gepeitscht hat. Dieser Rückhalt wird für uns in den kommenden Wochen noch Gold wert sein!“

 

Gerade deshalb ist Barazite schon besonders auf das 296. große Wiener Derby gespannt: „Natürlich kenne ich diese ganz besondere Rivalität aus Holland und England. Bei Vittesse Arnheim sind es die Duelle mit Nijmegen, der absolute Kracher diesbezüglich ist in meiner Heimat aber Ajax Amsterdam gegen Feyenoord Rotterdam, auch wenn es zwei verschiedene Städte sind. In England war bei Derby County gegen Erzrivalen Nottingham Forrest vor 30.000 Zuschauern bei uns die Hölle los und beim einzigen wirklichen Londoner Derby zwischen Arsenal und den Tottenham Hotspurs bleibt sowieso kein Auge trocken.“

 

Der junge Niederländer weiß aber nicht nur deshalb, dass am Sonntag keine alltägliche Partie wartet: „Nicht nur, dass es bei uns irgendwie prickelt, schon vor knapp einem Monat haben wir über dieses Match geredet. Normal ist das nicht der Fall.“

 

Den Gegner aus Hütteldorf hat sich der 20-Jährige zuletzt schon genauer angesehen: „Spielerisch waren ihre Vorstellungen zwar in Ordnung, aber nicht überwältigend. Ich denke, derzeit liegen ihre Stärken im kämpferischen Bereich. Wenn es darauf ankommt, können sie sich in einen Gegner verbeißen, aber ich habe auch einige Schwächen gesehen. Dass Kavlak nicht dabei ist, der für mich zumeist den besten Eindruck hinterlassen hat, ist sicher kein Nachteil.“

 

Die Portion Extramotivation für Barazite ist bereits am Weg: „Meine Eltern kommen extra mit dem Auto erstmals den langen Weg zu einem Match nach Wien und werden im Stadion mitfiebern.“

 

Was seiner Meinung nach am kommenden Sonntag für die Veilchen spricht: „Wir sind im Frühjahr noch ungeschlagen und Tabellenführer. Rapid steht mehr unter Druck als wir. Sie sind fast unter Siegzwang, wenn sie vielleicht noch um die Meisterschaft mitspielen wollen. Wir konnten bisher vor allem als Mannschaft überzeugen. In Innsbruck haben wir mit fünf Akteuren begonnen, die nominell schon Stürmer bei der Austria gespielt haben. Abgesehen von vielen Akzenten für den Angriff hat aber jeder trotzdem auch seine Defensivaufgaben diszipliniert erfüllt. Diese Art Fußball zu spielen macht einfach einen Riesenspaß. Wir sind in Form, voller Selbstvertrauen und wollen das gerade zu Hause gegen Rapid beweisen!“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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