28.12.2011, 12:00 Uhr

MARKUS KRAETSCHMER TEIL II: „KUNDENOFFENSIVE IM KOMMENDEN JAHR“

Markus Kraetschmer Teil II: „Kundenoffensive im kommenden Jahr“

Im zweiten Teil des großen Jahresrückblicks mit Austrias AG-Vorstand Markus Kraetschmer wird auf die nächsten violetten Youngsters genauso eingegangen, wie auf die konsequente Weiterentwicklung des Standorts Favoriten. Kundenservice ist nach den gelungenen 100 Jahre Jubiläums-Festlichkeiten einer der Schwerpunkte bei Violett.

 

Dieses Jahr haben es mit Alex Gorgon, Emir Dilaver und zuletzt Remo Mally wieder drei violette Eigenbauspieler in der Kampfmannschaft aufgezeigt. Wie sehr freut sie diese Entwicklung?

Man sieht, dass unsere klare Strategie, auf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zu setzen, besser denn je greift. Darauf kann man stolz sein. Es ist schön zu sehen, wenn wir beispielsweise im letzten Europacup-Match gegen Malmö schließlich mit zehn Österreichern und hievon fünf Spielern aus der eigenen Akademie am Platz stehen. Auch, dass nach Florian Metz nun mit Markus Suttner ein weiterer Nachwuchsspieler von uns die Mannschaft schon mehrmals als Kapitän auf das Feld geführt hat, ist eine tolle Sache.

 

Für die Identifikation der Fans mit der Mannschaft kann das nur von Vorteil sein. Mitunter kamen sie auch durch Verletzungen zu ihrer Chance, aber das war bei einem Dragovic oder früher selbst bei einem Pfeffer oder Prosenik zu Beginn ihrer Karriere nicht anders. Wir werden diesen Weg weitergehen und auch das Modell mit den Amateuren als eine der zentralen Säulen im sportlichen Konzept weiter forcieren.

 

Auch die Einberufungen ins Nationalteam sprechen dafür, dass diese Philosophie greift.
Ja, wenn man aktuell acht ÖFB-Teamspieler in seinen Reihen hat, darf man durchaus davon sprechen. Seit kurzem sind erstmals auch Georg Margreitter und Markus Suttner nach einem starken Herbst neu beim Nationalteam dabei. Emir Dilaver und Dario Tadic verstärken dazu noch das U21-Team und auch Nacer Barazite hat sich zurück ins U21-Nationalteam der Niederländer gekämpft. Vor gut einem Jahr hätte das kaum jemand für möglich gehalten. Auch in Hinblick auf mögliche Transfererlöse ist die Weiterentwicklung von Spielern ein essentielles Standbein bei uns. Der Verkauf von Julian Baumgartlinger im Sommer zu Mainz 05 in die deutsche Bundesliga war dafür ein Paradebeispiel. Geholt, entwickelt und gewinnbringend weiterverkauft – diese Strategie wird auch in Zukunft verfolgt.

 

Auch infrastrukturell wurde im vergangenen Jahr mit der neuen Flutlichtanlage ein ganz wichtiger Schritt gemacht.
Infrastrukturmaßnahmen haben aus vielerlei Gründen  eine immanente Bedeutung. Durch das brandneue Flutlicht nach letztem technischen Stand war es uns möglich, die Europacup-Heimspiele auch weiterhin in der Generali Arena auszutragen. Auch der Ausbau der VIP-Räumlichkeiten vor nicht zu lange Zeit greift jetzt voll, gerade auch in der Europa League. Gegen Malmö waren wir hier wieder komplett ausverkauft. All diese baulichen Tätigkeiten rechnen sich also auf Sicht wirklich und werden auch in Zukunft weiter vorangetrieben. Im Frühjahr bekommt beispielsweise unsere neue Akademie eine eigenen Tribüne, ein Upgrading und auch sonst gibt es schon den einen oder anderen Plan in der Schublade, unseren Standort konsequent weiterzuentwicklen, auch wenn man nie vergessen darf, dass in den vergangenen drei Jahren mit Investitionen von rund 25 Millionen Euro schon sehr viel passiert ist.

 

Ein Jahr ist es mittlerweile auch schon her, dass bei der Wiener Austria ein in Österreich bis jetzt noch nicht da gewesener Stadion-Branding-Vertrag umgesetzt wurde.
Beide Seiten sind durchwegs mit dem Resultat zufrieden. Auch von unseren Fans  wurden die Veränderungen sehr gut angenommen und mitgetragen. Unser Partner Generali ist mit der Umsetzung und auch den entsprechenden Werbewerten sehr zufrieden. Die finanzielle Notwendigkeit bei der Möglichkeit solch einen Deal abzuschließen, steht außer Frage. Das erste Jahr wurde also erfolgreich bewältigt und ich sehe diese Zusammenarbeit  auch als sehr langfristigen und wichtiges Asset für die Zukunft unseres Klubs.

 

 

Der violette Anhang hat sich in der bisherigen Saison ebenfalls gut präsentiert.
Die zweijährige Bewährung im Europacup für ein weiteres Geisterspiel ist mit dem Match gegen Malmö abgelaufen. Sicher gibt es immer wieder auch kleinere Rückschläge wie die übermäßigen Bengalenchoreo im letzen Derby, aber die Tendenz geht hier ganz klar in die richtige Richtung. Die tollen Choreographien beispielsweise im Wiener Derby oder auch beim Jubiläumsspiel gegen die FIGO-All-Stars haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen und auch ihre Feier zum 100-Jahrestag am 15. März diese Jahres war etwas ganz Besonderes.

 

Da nach den 100-Jahre-Feierlichkeiten auch wieder etwas mehr zeitliche und personelle Kapazitäten zur Verfügung stehen, werden wir auch deshalb beim Kunden-, Sponsoren- und Fanservice einen der Schwerpunkte im kommenden Jahr setzen. Ziel ist dieses Zusammenwirken noch einmal zu optimieren, immer vor dem Hintergrund, sichere, angenehme, spannende und erfolgreiche Fußballspiel für alle in der violetten Familie zu gestalten. Wir wollen hier einen neuen Weg mit viel Dialog gehen, mehr dazu dann aber in den kommenden Wochen und Monaten.

 

Was waren für sie zusammengefasst noch einmal das Highlight beziehungsweise der Tiefschlag in diesem Herbst?
Das 1:5 bei Sturm Graz war definitiv ein schwarzer Tag für die Wiener Austria. Highlights aus sportlicher Sicht waren der Einzug in die Europa League-Gruppenphase und dort die tollen Matches gegen Alkmaar und Malmö, sowie der 3:0-Derby-Triumph im Praterstadion. Emotional war eindeutig die bewegende Rede von Herbert Prohaska auf der 100-Jahre-Gala in der Wiener Stadthalle der Höhepunkt.

 

Die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel ist die Zeit der Besinnlichkeit. Auch für den violetten AG-Vorstand eine Möglichkeit etwas abzuschalten?
Wir haben in allen Belangen ein intensives Jahr hinter uns. Im Aufsichtsrat wurde diese Woche das Transferbudget für die kommende Spielzeit genehmigt, somit warten mit den kommenden wirtschaftlichen und sportlichen Weichenstellungen oder dem Lizenzantrag für die Saison 2012/13 im Jänner schon die nächsten großen Aufgaben auf uns. Insofern ist es für uns alle jetzt Zeit, über die Feiertage die Batterien ordentlich aufzuladen, um für den Klub mit neuem Elan ins neue Jahr zu starten. In diesem Sinne wünsche ich allen Austria-Fans und ihren Familien noch schöne und besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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