27.12.2011, 12:00 Uhr

MARKUS KRAETSCHMER TEIL I: „IVICA VASTIC HAT GROßES POTENTIAL!“

Markus Kraetschmer Teil I: „Ivica Vastic hat großes Potential!“

Im ersten Teil des großen Jahresrückblicks mit Austrias AG-Vorstand Markus Kraetschmer ist der Trainerwechsel bei Violett ebenso Thema wie die gemischte Herbstbilanz. Sportlicher Erfolg ist auch bei ihm die Basis der täglichen Arbeit, auch wenn die Gesamtstrategie nie außer Acht gelassen werden kann. Im Frühjahr zählt für den violetten Finanzvorstand daher mehr denn je wirklich jedes Tor.

 

Die Wiener Austria hat mit Ivica Vastic einen neuen Cheftrainer.
Wir haben uns in der Aufsichtsratssitzung zu diesem Schritt entschlossen, weil die sportlichen Leistungen mit nur einem Sieg aus neun Partien nicht zufriedenstellend waren. Auch wenn es menschlich gegenüber Karl Daxbacher und Josef Michorl nach der guten Zusammenarbeit in den letzten Jahren ein sehr schwerer Schritt war, haben wir uns zur Veränderung entschlossen, weil wir diese für notwendig halten! Ich denke, dass wir mit Ivica Vastic eine sehr gute Lösung gefunden haben. Er hat bisher bei unseren Amateuren und auch zuvor schon in Waidhofen sehr gute Arbeit geleistet und sein Potential gezeigt. Er ist sowohl fachlich als auch menschlich eine absolute Persönlichkeit. Wenn man solch einen Mann im eigenen Klub hat, dann sollte man auf ihn setzen. Wir freuen uns alle auf diese Zusammenarbeit und versprechen uns sehr viel daraus.

 

Die Herbstsaison ist Geschichte, wie fällt ihre sportliche Bilanz aus?
Die Bilanz ist für mich zweigeteilt. Im ÖFB-Cup haben wir mit dem Erreichen des Viertelfinales genauso wie in der Europa League mit dem Einzug in die Gruppenphase unsere Zielsetzungen erreicht. Das Abschneiden in der Meisterschaft ist gerade mit der Tendenz der letzten Wochen unbefriedigend.

 

Wie schwierig ist der Spagat zwischen kontinuierlicher Arbeit und den wöchentlichen sportlichen Ergebnissen, die nicht direkt beeinflussbar sind?
Dieses Phänomen und Spezifikum ist für mich bekannt und gegeben. Fakt ist, dass sie die tägliche Arbeit beeinflussen. Jedes Sponsorgespräch geht leichter von statten, wenn die Mannschaft am Wochenende davor eine starke Leistung geboten hat und wenn man in der Tabellen vorne rangiert. Für den Vorstand ist es aber wichtig, nicht so sehr die einzelnen Ergebnisse, sondern die  Tendenz mittels permanenten Monitoring stets im Auge zu halten. Entscheidend ist aber die klare Gesamtstrategie, die im Erfolg wie in der Niederlage nie außer Acht gelassen werden darf. Dass die Ergebnisse der Kampfmannschaft  die tägliche Tätigkeit im Verein prägen und beeinflussen ist Segen und Fluch zugleich.

 

 

In der UEFA Europa League präsentierte sich die Austria von ihrer besten Seite. Was sind die Erkenntnisse nach den zwölf Partien am internationalen Parkett.
Wir konnten wieder viele positive Erfahrungen sammeln und haben sowohl sportlich, als auch wirtschaftlich sehr von diesen Auftritten profitiert. Für unsere Spieler ist das die entscheidende Plattform, um sich zu präsentieren. Eine bessere Bühne gibt es nicht, wie allein die Scouting-Präsenz beim Match gegen Malmö zeigt. Beobachter von Bayern München, Dortmund, Leverkusen, Stuttgart, dem HSV, Wolfsburg, Gladbach waren genauso vor Ort wie Beobachter von  Shakhtar Donetsk, Anderlecht, Twente Enschede oder Dynamo Moskau.

 

Sportlich war es besonders erfreulich, dass wir sehr viele Punkte gesammelt haben und damit wohl auch in den kommenden zwei Saisonen im Europa League Play-off gesetzt wären.  Bei Ried war das beispielsweise im Gegensatz zu uns und Salzburg im Sommer nicht der Fall. Ein Mitgrund dafür, warum sie es trotz starker Leistungen schlussendlich nicht in die Gruppenphase geschafft haben, weil auch in der Europa League mittlerweile echte Kaliber warten. Erfreulich ist auch, dass wir maßgeblich dazu beigetragen haben, dass Österreich die laufende Saison in der UEFA-Fünfjahreswertung zumindest auf Platz 15 beenden wird und somit ab der Saison 2013/14 einen zusätzlichen Europacup-Startplatz haben wird.

 

Eigentlich wäre ja mit ein wenig Ergebnis-Glück am letzten Spieltag sogar noch der Aufstieg  möglich gewesen.

Wenn mir jemand vor dem ersten Match in der Gruppenphase gesagt hätte, dass wir am letzten Matchtag mit acht Punkten nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz nicht am holländischen Tabellenführer Alkmaar vorbeiziehen würden, dann hätte ich das so genommen. So hätten wir den Verbleib im Europacup sicher gerne mitgenommen. Man würde lügen, wenn es hier nicht einen kleinen Wehrmutstropfen gibt. Es hat sich gerade international einmal mehr gezeigt, dass wirklich jeder einzelne Treffer zählt. Hätten wir beispielsweise in Kharkiv nicht 1:4 sondern beispielsweise nur 2:3 verloren, hätte ein 4:0-Erfolg gegen Malmö zum Aufstieg gereicht. Mit dem entsprechenden Spielverlauf wäre das im Nachhinein sicher möglich gewesen.

 

Hier kann man auch gut den Bogen zur Meisterschaft spannen. Vergangene Saison hätten im Ligafinish nur ein, zwei erzielte Tore die Ausgangslage im Rennen um den Titel deutlich erleichtert. Umso mehr schmerzen dann beispielsweise Tore wie das 3:0 in der 92. Minute in der letzten Runde in Salzburg. Das Ergebnis ist selbst bei einer Niederlage nicht unwichtig. Jedes Match muss bis zum Schlusspfiff konzentriert zu Ende gespielt werden. Mit diesem Anspruch müssen wir mit dem neuen Trainerteam auch entsprechend konzentriert in die Frühjahrsmeisterschaft starten.

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 18 36
2. FC Red Bull Salzburg 18 34
3. FK Austria Wien 18 34
4. SK Puntigamer Sturm Graz 17 33
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 17 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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