07.02.2011, 15:30 Uhr

KEINE UNRUHE BEIM VIOLETTEN WIRTSCHAFTS-VORSTAND

Keine Unruhe beim violetten Wirtschafts-Vorstand

Der Countdown für den Auftakt der Frühjahrs-Meisterschaft läuft. Nur noch wenige Tage bleiben, um sportlich für die kommenden Aufgaben gerüstet zu sein. Wirtschaftlich wird es in jedem Fall bereits früher Entscheidungen geben. Und nicht nur deswegen, weil am 15. März 2011 die Lizenz-Unterlagen für die Saison 2010/11 eingereicht werden müssen.

 

Mitte März – immer wieder ein ominöses Datum. Markus Kraetschmer bastelt mit seinem Team bereits seit längerem wieder am Lizenzantrag der Violetten. Von Präsident Wolfgang Katzian angefangen sind viele Funktionäre und der AG-Vorstand in diesen Wochen in intensiven Gesprächen mit Sponsoren und Partnern, um den Klub in eine gesicherte Zukunft zu führen.

 

„Seit 2007 haben wir eine neue Philosophie und Strategie und einen klaren Plan, um das umzusetzen. Ein Hauptthema dieser Überlegungen war und ist die Infrastruktur des Klubs – in den letzten zweieinhalb Jahren wurde rund um das Stadion die Perspektive für eine erfolgreiche Zukunft gebaut“, sagt Kraetschmer.

 

„Ebenso gehen wir konsequent den Weg mit jungen Österreichern, die Kampfmannschaft soll weiterhin national im Spitzenfeld mitspielen, sich für einen europäischen Bewerb qualifizieren und immer wieder weitere Spieler aus der eigenen Akademie und den Amateuren herausbringen“, definiert der AG-Vorstand die zweite wesentliche Säule unseres Konzepts.

 

Trotz der größten Wirtschaftskrise seit dem 2. Weltkrieg, die im Jahr 2008 begonnen hat,  haben sich die Klubgremien dazu entschlossen, diese Linie konsequent fortzusetzen.

Diese Rahmenbedingungen haben sich natürlich auch wirtschaftlich ausgewirkt, was insbesondere der Konzernjahresabschluss 2009/10 gezeigt hat. Die hohen Infrastrukturinvestitionen (über 23 Mio. € wurden seit März 2008 investiert), verzögerte Umsetzung von Sponsorzusagen, die höheren Personalkosten (Punkterekord führte zu höheren Prämienzahlungen) und der Vollbetrieb rund um die Generali-Arena auf 125.000 m² inklusive Akademie-Gelände führten zu erheblichen finanziellen Mehrbelastungen.

 

Die zuletzt vom Kreditschutzverband KSV veröffentlichten Kennzahlen des Jahresabschlusses zum 30.06.2010 haben in den vergangenen Tagen für einige Irritationen gesorgt. Berichtet wurde von einem Konzernjahresergebnis von minus 7,28 Mio. Euro und einem negativen Eigenkapital von 5,86 Mio. Euro.

 

Kraetschmer klärt auf: „Die Zahlen sind korrekt, wenn man alle Steuern, Zinsen und Abschreibungen mitrechnet, das operative Jahresergebnis (EBITDA, Anm. d. Red.) liegt bei den von uns bei der Generalversammlung im Jänner verlauteten minus 4,7 Millionen.“

 

Austrias Herr der Zahlen geht sogar noch einen Schritt weiter und beruhigt die violette Seele: „Ich verstehe die Fragen, die nun auftauchen, aber ich kann versichern, dass kein Grund zur Beunruhigung besteht. Unser Wirtschaftsprüfer und die Bundesliga haben unsere Zahlen und unser Lösungskonzept sehr genau geprüft und unsere Maßnahmen als sehr klar und realistisch anerkannt. Die Führung der Austria wird immer kaufmännisch vorsichtig agieren und keine unbewältigbaren Risiken eingehen! Wir haben ein klares Programm für die kommenden Monate, dem natürlich noch ein harter Weg zugrunde liegt. Der von uns eingeschlagene Kurs stimmt aber. Bislang wurden trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten immer alle Zahlungen pünktlich geleistet und das wird auch in Zukunft so bleiben. Wir wollen die oben dargestellten Grundprinzipien weiterhin strikt einhalten, uns nicht zwingen lassen unser Niveau nach unten zu nivellieren, deshalb arbeiten wir von Präsident Katzian angefangen tagtäglich so intensiv!“

 

Kraetschmers Vertrauen ist freilich nicht aus der Luft gegriffen, sondern stützt sich auch auf die deutliche Sprache verschiedener Kennzahlen. Mittlerweile besuchen knapp 9.000 Austria-Anhänger im Durchschnitt unsere Meisterschaftsheimspiele. Großen Anteil haben daran unsere immer zahlreicheren Abonnenten. Allein im Vergleich zur Vorsaison konnte der Wert an Dauerkartenbesitzern um fast 37 Prozent (!) auf knapp 6.000 Abos gesteigert werden. Kein anderer Verein in Österreich kann hier auch nur ansatzweise derartige Wachstumszahlen vorweisen.

 

Wie bereits auf der Generalversammlung veröffentlicht, kommen dazu auch noch die erfreulichen Zahlen von unserem Merchandising. Bereits in der ersten Saisonhälfte konnte der ansprechende Gesamtumsatz des Vorjahres (Netto-Umsatz rund 850.000 Euro) mit dem Netto-Umsatzrekord von 1.160.000 Euro noch einmal klar übertroffen werden. Beachtlich: Schon zu Beginn des Jubiläumsjahres wurden bereits deutlich mehr als 3.000 100-Jahre-Austria Wien-Pakete (CD, DVD & Buch) verkauft!

 

„Die Richtung stimmt, zum 31.12.2010 liegt das operative Konzernergebnis (vor Abgrenzungen, Anm. d. Red.) schon bei 2,5 Mio. Euro. Natürlich könnte es sein, dass wir die Lizenz nur mit Auflagen bekommen, aber darüber werden die nächsten Wochen und der Lizenzsenat entscheiden. Unser klares Ziel bleibt es, die Lizenz wie in den vergangenen drei Jahren im ersten Anlauf ohne Einschränkung zu bekommen“, fährt Kraetschmer fort.

 

Erinnern wir uns, was Präsident Wolfgang Katzian vor kurzem sagte: „Wir befinden uns in den letzten drei Jahren auf einem neuen, sehr vielversprechenden Weg, der immer mehr Früchte trägt. Unserer Devise lautet Kontinuität. Einige ganz wichtige Schritte haben wir im vergangenen Jahr gemacht, viele weitere werden noch folgen.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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