25.03.2011, 14:10 Uhr

KARL DAXBACHER: „GEGEN BELGIEN MUSS ALLES PASSEN!“

Karl Daxbacher: „Gegen Belgien muss alles passen!“

Während die österreichische Nationalmannschaft diese Woche auf das so wichtige EM-Qualifikationsspiel gegen Belgien heute ab 20:30 Uhr hin trainierte, wurde auch rund um die Generali-Arena bei den Veilchen fleißig geschwitzt. Kein Wunder, präsentiert sich das Titelrennen doch zehn Runden vor Ende der Meisterschaft so spannend, wie selten zuvor.


Für Austria-Trainer Karl Daxbacher kommt diese Konstellation und besonders die aktuelle Tabellenführung der Veilchen doch etwas überraschend: „Weder zu Saisonbeginn noch zum Start ins Frühjahr war damit zu rechnen. Zuerst weil Salzburg als haushoher Favorit in die Liga gestartet ist, vom Winter weg dann, weil Ried doch mit fünf Punkten Vorsprung gestartet war.“ Als Hauptgrund dafür, dass die halbe Liga noch Chancen auf Platz eins hat, sieht er ebenfalls die wechselhafte Saison der Bullentruppe: „Geht es nach den Möglichkeiten, hätten sie wegziehen müssen. Ihre Souveränität fehlte aber über weite Strecken und so liegt alles sehr knapp beisammen.“


Zu unterschätzen ist der Konkurrent aus der Mozartstadt für ihn trotzdem keinenfalls: „Gerade im direkten Vergleich vergangene Runde hat man gesehen, dass sie am Weg zurück zu alter Stärke sind. Gemeinsam mit Sturm Graz, das zuletzt viel Effizienz zeigte, sind die Salzburger für mich die schärfsten Rivalen um den Meistertitel.“ Für den österreichischen Fußball sieht „Daxi“ im spannenden Rennen um die Schale durchwegs Vorteile: „Fast im jedem Match geht es dementsprechend für viele Teams noch um sehr viel. Diese Brisanz fördert natürlich das allgemeine Fußballinteresse und lockt die Zuschauer ins Stadion.“


Mit dem bisherigen Verlauf der Liga seit der Winterpause ist Daxbacher bis auf eine Ausnahme sehr zufrieden: „Der einzige Wermutstropfen war das Wiener Derby. Ansonsten lief es bei uns rund. Wir sind das beste Frühjahrsteam, haben über weite Strecken attraktiven Fußball gezeigt und haben unsere Tore geschossen.“ Warum es im Abschluss zuletzt besser klappte, als in den Jahren zuvor: „Prinzipiell ist unsere Spielanlage offensiv. Ein Faktor ist sicher auch, dass viele Spieler bei uns für einen Treffer gut sind und wir dadurch schwieriger ausgerechnet werden können. Bei den Kantersiegen gegen Wiener Neustadt, den LASK oder Innsbruck haben wir auch nach dem 1:0 weiter nach vorne gespielt und die Überlegenheit dank der nötigen Effizienz auch ausgespielt.“


Die Weiterentwicklung der Mannschaft, die hier sicher auch hineinspielt, ist für Daxbacher besonders erfreulich: „Wenn ich ein, zwei Jahre zurückblicke, war nicht zu erwarten, dass sich die Jungen so entwickeln, und dass wir zum zweiten Mal in Folge um den Titel mitspielen. Julian Baumgartlinger kam bei 1860 München kaum zum Einsatz, Zlatko Junuzovic oder Manuel Ortlechner waren zuvor nur bei einem kleineren Verein engagiert, genauso wie Michael Liendl bei Kapfenberg. Georg Margreitter kannte diesen Druck beim LASK ebenso wenig wie ein Jahr zuvor Florian Klein. Marko Stankovic stieß nach einem verunglückten Italien-Gastspiel zu uns. Hinzu kommen noch einige Youngsters aus dem eigenen Nachwuchs wie Heinz Lindner, Markus Suttner, Marin Leovac, Dario Tadic und andere, die mittlerweile für eine hohe Dichte und viel Qualität im Kader sorgen. Insgesamt war es also keineswegs selbstverständlich und absehbar, dass wir diesen Weg nehmen würden. In dieser Form kam das für mich überraschend."


Die Begründung für diese individuellen Leistungssteigerungen sieht Daxbacher sehr wohl auch beim Trainerteam. „Eventuell haben wir einfach gute Arbeit geleistet. Für mich und den Betreuerstab ist das doch auch ein persönlicher Erfolg“, schmunzelt der Chefcoach der Veilchen. Die Arbeit gerade auch mit der jungen Truppe macht ihm also sichtlich Spaß und gerade die Jugend muss für ihn auch kein Nachteil sein: „Die Trainingsqualität und der Einsatz sind daher immer hoch, die Spieler sind extrem bissig und erfolgshungrig. Auch die Chance auf Weiterentwicklung ist ein positiver Faktor.“


Durch diese Aspekte werden vielleicht auftretende Faktoren wie Formschwankungen, mangelnde Routine oder der noch nicht gewohnte Umgang mit Druck und Erwartungshaltungen für ihn mehr als ausgeglichen: „Gerade in engen Phasen ist Erfahrung viel wert, sicher kann es dadurch mitunter einmal zu einer Leistungshemmung kommen, aber gerade der große Erfolgshunger wiegt das locker wieder auf und macht vielleicht entscheidende, zusätzliche Kräfte frei.“ Gerade in seiner Mannschaft sieht er diesbezüglich auch junge Führungsspieler schon sehr weit. „ Julian Baumgartlinger, Zlatko Junuzovic oder gerade auch Georg Margreitter zeigen schon jetzt sehr viel Selbstbewusstsein und übernehmen auch in heiklen Situationen gerne Verantwortung.“

 

Ein weiterer Pluspunkt für Daxbacher: „Der Weg mit diesen Talenten ist zukunftsträchtig und bringt der Austria gerade jetzt, wo wir zumeist nur mit gerade einem Legionär und zehn Österreichern spielen, auch außerhalb des Vereins viele Sympathien. Selbst Nicht-Austrianer können sich plötzlich mit diesem Team identifizieren  und wann hat zuletzt eine fast rein österreichische Mannschaft um den Titel mitgespielt?“


Die Richtung stimmt also, die nächsten wichtigen Spiele warten aber bereits. In der kommenden Doppelrunde geht es zwei Mal gegen Kapfenberg und für den violetten Coach gibt es gerade in dieser entscheidenden Phase der Meisterschaft nur eines: „Keine Diskussion, wir sollten beide Spiele ohne wenn und aber gewinnen. Wir wissen aber auch, dass dieses Vorhaben alles andere als leicht ist.“


Was den kommenden Gegner für ihn auszeichnet: „Kapfenberg präsentiert sich in dieser Saison stark verjüngt und dementsprechend engagiert. Sie setzen sehr viel auf lange Bälle, sorgen dadurch immer wieder für überraschende Momente und schießen damit manchmal wie aus dem Nichts auch als unterlegenes Team ihr Tor. Auch bei Standards ist diese Mannschaft stets gefährlich. Sie holen sehr viel aus ihren Möglichkeiten heraus und sind immer für einen Punktegewinn gut.“


Auch in Blickrichtung auf das heutige Ländermatch der Nationalmannschaft gegen Belgien mahnt Daxbacher vor überzogenen Erwartungen: „Wir werden eine wirklich sehr gute Leistung brauchen. Jeder im Team muss sich bewusst sein, um wie viel es geht. Belgien hat eine starke Mannschaft mit hervorragenden Einzelspielern. Es muss wirklich alles passen, aber natürlich hoffe ich, dass wir diesen für Österreich ganz wichtigen Erfolg einfahren können!“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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