09.01.2011, 09:29 Uhr

EMIR DILAVER – EIN VIOLETTER YOUNGSTER ORDNET ALLES DEM ERFOLG UNTER

Emir Dilaver – Ein violetter Youngster ordnet alles dem Erfolg unter

Wenn man in einem Wörterbuch das Wort Zielstrebigkeit nachschlagen würde – es könnte mit etwas Phantasie auch das Portrait von Austria-Youngster Emir Dilaver dort zu finden sein. Nach den besten Monaten in seiner noch jungen Karriere prangte das Portrait des 19-Jährigen jedenfalls schon einmal im Regionalliga Ost-Team der Hinrunde einer namhaften österreichischen Tageszeitung.


Der U21-Teamspieler, der vor wenigen Tagen bei der Austria einen neuen Vertrag unterschrieb, bestritt für die violetten Amateure im Herbst alle Spiele und mauserte sich unter Coach Ivica Vastic zu einer der absoluten Mannschaftsstützen. Zumeist kam er dabei in seiner Paraderolle im defensiven Mittelfeld zum Einsatz, die er auch bei U20-Teamtrainer Andreas Heraf sowie bei Andreas Herzog in der U21 belegt.


Spielen kann das violette Talent aber eigentlich so ziemlich jede Position auf dem Platz, wenn man seine bisherige Karriere betrachtet. „In der U12 und U13 bei der Austria habe ich als Stürmer noch mit Abstand die meisten Tore erzielt, dann bin ich aber sukzessive am Spielfeld zurückgewandert.“ Die Torgefährlichkeit ist ihm aber geblieben und so brachte es der Defensivallrounder mit Offensivqualitäten auch in der Ostliga immerhin auf zwei Treffer.


Ein Vorbild oder besser ein ganz besonderer Ansporn ist für ihn jemand, mit dem er seit seinem 10. Lebensjahr lange zusammengespielt hat: „Aleks Dragovic und ich haben in unseren Mannschaften eigentlich über Jahre gemeinsam im defensiven Mittelfeld als Sechser agiert.“ Umso mehr freute sich Dilaver für seinen ehemaligen und vielleicht bald wieder Mannschaftskollegen über dessen erstes Meisterschaftstor Anfang Dezember in Salzburg: „Drago hat sich seit unserer Zeit, zumindest was seine Vorstöße angeht, kein bisschen geändert. Wenn er sieht, es geht zu wenig nach vorne, dann will er immer das Heft in die Hand nehmen und sucht auch selbst den Abschluss. Das war am Feld so und in der Halle und in Wahrheit ist das gerade jetzt als Verteidiger neben der Spieleröffnung eine seiner großen Qualitäten. Ich kenne weniger Abwehrspieler mit solchen Goalgetter-Qualitäten, dieser Technik und solch einem Schuss. Er hat es sich wirklich verdient und wird seinen Weg machen.“


Das nächste große Ziel könnte das Duo, das nun doch eine Zeit lang getrennt war, vielleicht bald wieder vereinen, ist doch Dilaver definitiv einer jener Kandidaten bei den „Amas“ für das Trainingslager der violetten Kampfmannschaft. Spekulieren will der bescheidene aber überaus ehrgeizige Auswahlspieler zwar nicht, für die idealen Voraussetzungen lässt er aber wirklich nichts unversucht: „Eigentlich wollte ich über die Winterpause meine Bekannten in Australien versuchen, aber ich spüre, dass zumindest das Training bei der Kampfmannschaft in Reichweite ist und diesem großen Ziel von mir ordne ich alles unter.“


Im Klartext heißt das, das intensive Urlaubsprogramm der Jungveilchen voll durchzuziehen und vielleicht sogar noch mehr: „Ich habe jetzt Lunte gerochen, gerade in den letzten Monaten ungemein viel dazugelernt und fühle mich bereit für den nächsten Schritt.“ Seine Ambitionen sind diesbezüglich schon sehr klar: „Ich will nicht nur dabei sein, ich will auch gleich zeigen was ich alles drauf habe und ordentlich anklopfen. Für meine Entwicklung wäre der Sprung in die Kampfmannschaft der Austria ein ganz wichtiger Schritt und ich will für mich selbst zumindest wissen, alles dafür gegeben zu haben.“


Einer, der am Aufstieg von Dilaver einen nicht unerheblichen Anteil haben könnte, ist Amateure-Coach Ivica Vastic, wie Dilaver auch unumwunden zugibt: „In den vergangenen Monaten habe ich das beste Training meiner gesamten Karriere gehabt. Abwechslungsreich, beinhart aber stets konstruktiv und mit Weitblick. Wenn etwas nicht passt, sieht er es sofort und gibt es weiter, egal ob im Training und im Match. Ständiges Feedback gehört zum Alltag. Wer alles gibt kann alles von ihm haben. Wir haben in der kurzen Zeit schon wahnsinnig viel gelernt. Vastic hat einfach das Auge für alles und jeden, fast als würde er selbst noch in der Mannschaft mit uns am Platz stehen.“


Als Knirps holte sich Dilaver bei einem Freundschaftsspiel von Red Star Penzing vom damaligen WM 98-Helden noch ein heißbegehrtes Autogramm, jetzt kann er täglich mit dem 50-fachen Teamspieler zusammenarbeiten. „Irgendwie lebe ich gerade in jüngster Zeit wirklich meinen Traum. Auch ein Schopp oder Herzog waren absolute Klassespieler damals und betreuen mich jetzt in den Nachwuchsnationalteams. Ich weiß welche Chance ich gerade jetzt in diesem Alter habe und will sie unter allen Umständen nützen.“


Eine gute Gelegenheit sich zu präsentieren wird für den Youngster auch die U20 WM im Juli in Kolumbien sein. „Neben dem Sprung in die Kampfmannschaft ist dieses Turnier mein zweites ganz großes Ziel. Fast alle Spieler aus dem Kader der letzten U20-WM-Mannschaft in Kanada, die sensationell Platz vier geholt hat, spielen mittlerweile in der Bundesliga oder sogar im Ausland. In Wahrheit bilden Leute wie Zlatko Junuzovic,   Sebastian Prödl, Jimmy Hoffer, Veli Kavlak oder Martin Harnik mittlerweile die Zukunftsachse im Team. Ich weiß also, welche Chance sich mir hier bietet. Noch dazu, weil unser Kader enormes Potential birgt. Selbst A-Teamspieler wie Dragovic oder Alaba sind ja beispielsweise noch spielberechtigt.“


Vor dieser Zukunftsmusik heißt es aber selbst für Dilaver einmal etwas zur Ruhe zu kommen. Das einmonatige Training nach Meisterschaftsende ist absolviert und war für ihn überraschend abwechslungsreich: „Wir haben nicht nur auf dem Platz einiges ausprobiert, sondern auch in der tollen Akademiehalle einiges weiter gebracht.“ In der nagelneuen Therme Oberlaa sorgten zudem anspruchsvolle Aerobic und Thai-Chi-Einheiten sowie Gleichgewichtskämpfe mit Plastikstangen samt Sandgewichten an den Enden bei aller Professionalität auch für den nötigen Spaß in der Vorweihnachtszeit.


Seit Urlaubsantritt wurde abgesehen vom Heimtraining im Kreise der Familie in Strasshof ausgespannt. Über die Feiertage waren auch die Großeltern aus seinem bosnischen Geburtsort Tomislavgrad zu Gast. Es herrschte also reichlich Betrieb und es gab genug zu erzählen für den Hoffnungsträger, der sich im violetten Jubiläumsjahr 2011 hohe Ziele gesteckt hat.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 8 17
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 8 15
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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