11.08.2011, 12:30 Uhr

EMIR DILAVER: „AB SOFORT WIEDER NUR VOLLGAS FÜR DIE AUSTRIA!“

Emir Dilaver: „Ab sofort wieder nur Vollgas für die Austria!“

Am Dienstag war es für Austria-Youngster Emir Dilaver endlich wieder so weit. Nach fast drei Wochen bei der U20-WM mit der österreichischen Nationalmannschaft stieß er wieder zur Mannschaft. Auch wenn es in Kolumbien nicht zum Aufstieg in die K.o.-Phase reichte, sammelte Dilaver nicht nur viel Erfahrung, sondern auch viele tolle Erkenntnisse für seine noch junge Karriere.


„Ich weiß eigentlich gar nicht, wo ich anfangen soll, diese Wochen werde ich in meinem Leben nie vergessen“, so Dilaver, nachdem die Jetlag-Erscheinungen langsam aber doch nachlassen. Nach 28 Stunden Flugzeit landete er in der Nacht von Samstag auf Sonntag wieder in Wien Schwechat und war angesichts der deutlich kühleren Temperaturen hierzulande einer jener wenigen, die derzeit nicht damit hadern: „In Südamerika herrschte eine unglaubliche Hitze, nach zwei Minuten im Training oder Match war man klatschnass. Besonders wegen der hohen Luftfeuchtigkeit hat nach kurzer Zeit das Atmen am Platz förmlich im Hals gebrannt. Für unseren Gegner Panama, das ein Nachbarland von Kolumbien ist und auch die Hitze gewöhnten Ägypter war die Umstellung mitunter etwas leichter.“


Gegen Panama waren Dilaver & Co. trotzdem nur haarscharf am Sieg vorbeigeschrammt, erst gegen Brasilien traf für ihn Rot-Weiß-Rot auf die Weltstars von morgen: „Sportlich gesehen waren wir klar besser als Panama, aber was die Brasilianer gezeigt haben, war schon beeindruckend. Insgesamt hatten wir vielleicht zu Beginn ein wenig zu viel Respekt, aber man macht eben Erfahrungen um daraus zu lernen.“


Eine seiner wichtigsten Erkenntnisse: „Körperlich war ich in allen drei Partien mit Sicherheit einer der robustesten und kompaktesten Spieler, aber in Wahrheit ist das gar nicht so entscheidend. Viel wichtiger ist die Spritzigkeit und Schnelligkeit. Einige Male sind uns die Gegner echt um die Ohren gelaufen. Genau dort will ich auch hin, denn exakt diese Tugenden setzen einen Gegenspieler ganz abgesehen von einer gewissen körperlichen Präsenz auf eine sehr effektive Weise enorm unter Druck. Für meine persönliche Weiterentwicklung war das keine unwesentliche Zeit, weil man direkt vor Augen geführt bekommt, wie viel mehr noch geht und was man nicht alles noch verbessern kann.“


Nach zwei Partien auf den Abwehrseiten kam Dilaver schließlich auch als defensiver Abräumer bei U20-Teamchef Andi Heraf zum Einsatz und genau diese Rolle dürfte ihm auch bei den Veilchen die größte Chance auf Einsatzzeit bieten: „Ich habe gelernt mich an jede Position anzupassen. Ich spiele dort, wo der Trainer sagt.“


Der Enthusiasmus ist beim aktuellen U21-Teamspieler jedenfalls größer denn je: „Das eine Abenteuer ist vorbei. Ab sofort heißt es nur mehr für die Austria Vollgas zu geben. Ich will so viel wie möglich spielen und dem wird bei mir alles untergeordnet. Die Austria ist mein Verein und genau hier will ich auch den endgültigen Durchbruch schaffen.“

 

Ob es trotz der eben erst überstandenen Reisestrapazen schon für das Blankett oder einen Einsatz kommenden Samstag gegen Kapfenberg reicht, will er selbst nicht beurteilen. „Klar war ich jetzt kurzzeitig nicht dabei, aber ich kenne alle sehr gut und war in der Vorbereitung immer am Ball. Die Matchpraxis ist von der U20-WM auch vorhanden. Ich gebe einfach mein Bestes und der Rest kommt von alleine.“

Die Auftritte der Veilchen verfolgte Dilaver selbstverständlich via Internet am Liveticker, was mitunter ganz schön nervenaufreibend war: „Schon bei den Spielen  zuvor, aber besonders beim Europacup-Rückspiel gegen Laibach ist mir ordentlich die Pumpe gegangen. Man weiß nie, was passiert, wenn das nächste Mal der Aktualisierungsknopf gedrückt wird. Nach dem 2:2 und dem Ausschluss beim Gegner habe ich aber trotzdem insgeheim gewusst, dass wir die Partie heim spielen. Seitdem ich als Kind bei der Austria dabei bin, haben wir so gut wie alle knappen Matches zu Hause noch zu unseren Gunsten entschieden. Ich habe gewusst die Burschen machen das Tor und packen das, auch wenn ich tausend Mal lieber am Platz stehe, als vor dem Laptop mit zu fiebern.“


Gesagt, getan - beim ersten Probegalopp am gestrigen Mittwoch bei einem Testspiel in Neusiedl an der Zaya (11:1) machte der violette Youngster beim ersten Match nach seiner Rückkehr unter anderem im defensiven Mittelfeld der Veilchen gleich eine ansehnliche Figur. Emir Dilaver scharrt also bereits wieder in den Startlöchern und es scheint nur eine Frage der Zeit, bis er, um viele Eindrücke und Inspirationen reicher, auch in der Bundesliga wieder ordentlich umrühren darf.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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