29.12.2011, 12:00 Uhr

DIE HIGHLIGHTS DES VIOLETTEN JAHRES 2011 TEIL I

Die Highlights des violetten Jahres 2011 Teil I

Im ersten Teil der Highlight-Serie beleuchtet www.fk-austria.at das Frühjahr 2011, in dem die Wiener Austria wie schon im Vorjahr bis zur letzten Runde im Kampf um die Meisterschale mitmischte.


Die Ausgangslage nach der Herbstmeisterschaft war im Februar dieses Jahres sonnenklar. Die Veilchen waren mit fünf Punkten Rückstand auf Winterkönig Ried im direkten Duell gleich ordentlich unter Zugzwang. Bei einer möglichen Niederlage hätte der Rückstand auf die Spitze bereits beachtliche acht Punkte betragen. Die Austria präsentierte sich nach einer starken Vorbereitung aber bereits mit viel Selbstbewusstsein und besiegte den Tabellenführer dank eines Margreitter-Kopfballs mit 1:0.


Mit dieser Moralinjektion im Rücken drehten die Veilchen in den folgenden Partien gleich ordentlich auf. Mittendrin statt nur dabei war ein gewisser Nacer Barazite, der als Trainingsgast im Wintertrainingslager überzeugt hatte. Der Holländer erzielte beim anschließenden 4:0-Sieg gegen Wiener Neustadt nicht nur sein Premierentor, sondern legte zuvor auch noch dem  Doppelpack-Torschützen Roland Linz einen Treffer auf.


Auch beim anschließenden Gastspiel der Daxbacher-Truppe auf der Linzer Gugl war die violette Offensivmaschinerie nicht aufzuhalten. Gleich mit 4:0 wurden der LASK überrollt - Drei Siege nach der Winterpause in Serie, neun Tore und bereits der siebente Auswärtsserfolg, kürten die Veilchen zum bis dahin besten Frühjahrsteam und bescherte ihnen dazu auch noch die Tabellenführung.

 

Nur drei Tage später stand Anfang März gleich der Schlager der 23. Runde in der Generali Arena gegen Sturm Graz am Programm. Wider dem Spielverlauf, der der Austria ein klares Chancenplus bescheinigte, stand es zur Pause 2:0 für die Steirer. Im zweiten Durchgang blies Violett aber zur totalen Offensive, kam durch ein Elfmetertor von Florian Klein heran, ehe Manuel Ortlechner per Kopf den hochverdienten 2:2-Endstand herstellte.


Auch am Innsbrucker Tivoli wurde die Tabellenführung danach mit einer spielerischen Gala und einem, auch in dieser Höhe verdienten, 3:0-Erfolg erfolgreich verteidigt. Tomas Jun mit dem Pausenpfiff, Roland Linz und Zlatko Junuzovic brachten die drei wichtigen Punkte locker ins Trockene.


Im darauffolgenden Heim-Derby gegen Rapid schien es eigentlich nur eine Frage der Zeit bis die Veilchen mit Topchancen im Minutentakt ins Schwarze treffen sollten. Nachdem auch noch der allein auf das gegnerische Tor stürmende Roland Linz nach der Pause fälschlich zurückgepfiffen wurde, erzielte allerdings Hamdi Salihi per Abstauber den einzigen Treffer des Abends zum 0:1. Das Spiel war auf den Kopf gestellt, erstmals mussten sich die Veilchen im Frühjahr 2011 unnötig geschlagen geben.


Nur eine Runde später strahlte Violett aber wieder von der Tabellenspitze, weil die Austria dank eines Junuzovic-Traumtores aus Salzburg einen Punkt entführt hatte und auch aus dem Doppel gegen Kapfenberg (2:0, 3:3) immerhin vier Punkte mitnehmen konnte.


Was folgte, war eine kurze, aber schmerzhafte Schwächephase von drei Liga-Spielen mit nur einem Punkt, die sicher mitverantwortlich dafür war, dass der Titel am Ende nicht in Wien Favoriten landen sollte. Zum ersten Mal überhaupt verlor die Austria dabei zu Hause gegen Mattersburg (0:1), danach sicherte ein Kopfballtreffer von Roland Linz in letzter Minute bei Ried immerhin noch ein 1:1, ehe eine bittere 2:4-Pleite bei Wiener Neustadt noch eins drauf setzte. Umso mehr, weil die Veilchen zwischenzeitlich auch noch eine 0:4-Niederlage im ÖFB-Cup gegen Austria Lustenau zu verdauen hatten.


In der 32. Runde folgte dann mit einem 5:0-Kantersieg gegen den LASK der längst fällige Befreiungsschlag. Fünf Treffer nach der Pause (2x Linz, Liendl, Tadic, Barazite) lösten die Verkrampfung und läuteten das heiße Meisterschaftsfinish ein.


Der heimliche Showdown folgte dann am 11. Mai bereits nur drei Tage darauf in der UPC-Arena. Trotz des Termins während der Woche waren weit mehr als 2.000 Austria-Fans nach Graz Liebenau gereist und sahen vor restlos ausverkauftem Haus eine der wohl hochklassigsten Partien dieser Saison. Roman Kienast brachte Sturm in Front, Roland Linz erzielte im direkten Gegenschlag den Ausgleich, ehe die Austria in der zweiten Hälfte, in der kein Treffer mehr fiel, dem Sieg deutlich näher war.


Mit dem 1:1 gegen Sturm betrug der Rückstand auf die Grazer zwei Runden vor Schluss weiterhin nur zwei Punkte, wie auch nach einem 1:0-Heimsieg gegen Wacker Innsbruck (Tor: Jun). Im danach anstehenden Wiener Derby in Hütteldorf zählte somit nur ein Sieg, weil sich auch die Grazer keinerlei Blöße gaben. Und die Veilchen ließen in Wien Penzing vom Anpfiff keinen Zweifel daran, dass sie an diesem Sonntagnachmittag die drei Punkte entführen würden. Roland Linz und Zlatko Junuzovic sorgten nach nicht einmal einer halben Stunde für die 2:0-Führung. Nach dieser frühen Vorentscheidung brachen beim Rapid-Anhang alle Dämme. Der anschließende Platzsturm samt Pyrotechnikbeschuss auf die violetten Fans endete in einem Spielabbruch und einer 3:0-Strafverifizierung für die Austria.


Ein äußerst unglückliches Handspiel im Strafraum und der daraus resultierende Elfmeter im Parallelspiel von Sturm Graz bei Wiener Neustadt bescherte den Grazern in letzter Sekunde noch einen 2:1-Sieg. Die Ausgangslage vor dem Meisterschaftsfinale war somit klar. Die Austria benötigte gegen den FC Salzburg einen Sieg, bei einer gleichzeitigen Niederlage von Sturm Graz, wobei bei einem um zwei Tor höheren violetten Erfolg die Schale ebenfalls in der Generali Arena gelandet wäre.


In einer, wie schon im Vorjahr, zum Bersten gefüllten Generali Arena brachen zunächst nach einer halben Stunde erstmals Jubelstürme aus, als sich die Kunde vom Ausgleich von Wacker Innsbruck bei Sturm Graz die Hoffnung auf den Titel nährte. Nach dem postwendende 1:0 durch Roland Linz stand die Meisterschaft auf des Messers Schneide. Allerdings nur kurz, weil Jakob Jantscher im Gegenzug der Ausgleich gelang. Nach einer Stunde setzte Trainer Karl Daxbacher trotz Unterzahl alles auf eine Karte, brachte zwei weitere Offensivkräfte. Trotz der 2:1-Führung durch Nacer Barazite ging das Match allerdings noch mit 2:4 verloren. Das hohe Risiko war es allemal wert, auch wenn selbst ein Sieg angesichts eines 2:1-Erfolges von Sturm nicht mehr gereicht hätte.


Was unter dem Strich blieb: Die Veilchen kämpften einmal mehr bis zum letzten Match um den Titel, verpassten ihn aber einmal mehr nur um Haaresbreite. Mit Offensivturbo Nacer Barazite war im Winter ein absoluter Glücksgriff gelungen, der nicht nur das Karriereende von Milenko Acimovic abefederte, sondern auch in der kommenden Saison noch viel von sich hören lassen sollte.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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