30.11.2011, 13:00 Uhr

DAS IST UNSER EUROPACUP-GEGNER METALIST KHARKIV

Das ist unser Europacup-Gegner Metalist Kharkiv

In Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner www.abseits.at beleuchten wir heute unseren kommenden Europacup-Gegner Metalist Kharkiv. Dabei wird schnell sichtbar, dass der Klub weitaus potenter, größer und erfolgreicher ist, als es auf den ersten Blick scheinen würde. Gäbe es in der Ukraine nicht das mittlerweile fast unantastbare Spitzenduo Dynamo Kiew und Shakthar Donezk, unser Europa League-Gegner Metalist Kharkiv hätte wohl ein Dauerabonnement auf den Meistertitel. In den vergangenen fünf Jahren sicherte sich Kharkiv hinter Kiew und Donezk großteils sogar mit hohen Punktevorsprüngen Rang drei.


Und der Fixplatz am Stockerl im Land des EURO 2012-Ausrichters kommt nicht von ungefähr, wie die nachfolgende Betrachtung zeigen wird. So wie in den Vorjahren liegt Kharkiv auch in der aktuellen Saison auf Platz drei der Tabelle. In der vergangenen Saison erzielte das Team, das mit 14 Legionären (davon neun Südamerikaner) gespickt ist, 58 Saisontore in 30 Spielen und stellte damit einen neuen Vereinsrekord auf.


Auch wenn die Spielerfluktuation bei Metalist Kharkiv sehr hoch ist, stehen die Strukturen des Klubs für Kontinuität. So ist auch heute noch Myron Markevych der starke Mann auf der Trainerbank – der 60-Jährige betreut die Mannschaft aus der zweitgrößten Stadt der Ukraine bereits in seiner siebten Saison.


In der vergangenen Transferperiode musste Metalist seinen zweitbesten Torschützen der Vorsaison, Denys Oliynik, ablösefrei zu Dnipro ziehen lassen. Der 24-Jährige war jedoch der einzige Stammspieler, den Metalist ziehen lassen musste. Ansonsten verkaufte man einige Ergänzungsspieler um den Kader abzuspecken und rüstete die Mannschaft punktuell auf, verpflichtete zum Beispiel für mehr als zwei Millionen Euro José Sosa vom SSC Napoli.


Noch deutlicher werden die finanziellen Dimensionen der Ukrainer wenn man eine Saison zurückblickt. Damals wurde der brasilianische Spielmacher Jajá um mehr als vier Millionen Euro zu Trabzonspor transferiert, dafür holte man für nicht weniger als 21 Millionen Euro die beiden Brasilianer Taison und Cleiton Xavier, sowie das argentinische Duo Sebastián Blanco und Jonathan Cristaldo.


Durch die starken letzten Jahre war Metalist Kharkiv Stammgast im Europacup. Trotz großen Potentials kam man dabei jedoch noch nicht an so manche Topleistung aus der Liga heran. In den letzten vier Saisonen scheiterte Kharkiv zwei Mal in der Qualifikation zur Europa-League- bzw. UEFA-Cup-Gruppenphase, erreichte die Gruppenspiele zwei weitere Mal und stand einmal in weiterer Folge im Achtelfinale des UEFA-Cups.


Beim ersten Europacup-Anlauf 2007/08 scheiterte Metalist in der Qualifikation knapp am FC Everton (1:1 a, 2:3 h). Doch bereits eine Saison später zeigte die Mannschaft kräftig auf: Im UEFA-Cup-Playoff besiegte man Besiktas Istanbul souverän (0:1 a, 4:1 h), zog dann jedoch eine unangenehme Gruppe. Kharkiv überraschte alle und gewann seine Gruppe mit zehn Punkten aus vier Spielen – nur das 0:0 gegen Hertha BSC Berlin wurde kein voller Erfolg, danach gab es Siege über Galatasaray Istanbul (1:0 a), Olympiakos Piräus (1:0 h) und Benfica Lissabon (1:0 a). Nach zwei Erfolgen über Sampdoria Genua (1:0 a, 2:0 h) konnte Metalist den Aufstieg ins UEFA-Cup-Achtelfinale feiern, wo ausgerechnet Dynamo Kiew wartete.

 

Das Hinspiel in Kiew verlor Kharkiv mit 0:1, wobei das Siegtor durch Ognjen Vukojevic das erste Europacupgegentor nach 590 Minuten bedeutete. Es folgte ein bitterer 3:2-Heimsieg, bei dem ein Eigentor von Verteidiger Andriy Berezovchuk das Ausscheiden nach der Auswärtstorregel besiegelte.


2009/10 besiegte Metalist zunächst den NK Rijeka, schied dann jedoch im Playoff zur Europa League Gruppenphase völlig überraschend gegen Sturm Graz aus. Das Spiel in Graz endete 1:1 (Sturms Tor erzielte Daniel Beichler), in der Ukraine gelang Sturm dank eines weiteren Beichler-Tors ein 1:0-Sieg und damit die Sensation.


Die Antwort der Ukrainer in der darauffolgenden Saison folgte auf den Fuß: Nachdem man Omonia Nikosia in der Qualifikation ausschaltete, wartete eine Gruppe mit Debrecen, PSV Eindhoven und Sampdoria Genua. Gleich in der ersten Runde schoss Metalist Debrecen auswärts mit 5:0 ab, das darauffolgende 0:2 zu Hause gegen PSV sollte die einzige Niederlage in der Gruppenphase bleiben. Gegen Sampdoria holte man vier Punkte (2:1 h, 0:0 a), gegen PSV immerhin einen (0:0 a) und auch zu Hause gegen Debrecen blieb das Team siegreich (2:1). In der im Februar angesetzten zweiten Runde verlor Metalist Kharkiv schließlich glatt gegen Bayer Leverkusen (0:4 h, 0:2 a).


In der aktuellen Saison 2011/12 zog Metalist souverän in die Gruppenphase ein. Nach einem 0:0 im Play-off zu Hause gegen den FC Sochaux besiegte man die Franzosen auswärts noch mit 4:0. Auch in der Gruppenphase dominierte die Mannschaft aus der Ukraine. Abgesehen von einem 1:1-Remis gegen Alkmaar wurden alle Partien bisher gewonnen.

 

Kurzinformation zur Stadt Kharkiv:
Kharkiv, auch genannt Charkiv oder Charkov (russisch) ist nach der Hauptstadt Kiev die zweitgrößte Stadt der Ukraine und Bildungszentrum des Landes. In Kharkiv gibt es 42 Universitäten oder Hochschulen und die Stadt zählt derzeit etwa 1,5 Millionen Einwohner. Dass Kharkiv eine wichtige Kultur- und Wissenschaftsstadt ist beweist auch, dass gleich drei in Kharkiv geborene Wissenschafter mit Nobelpreisen ausgezeichnet wurden. Kharkiv ist nur etwa 50 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.


Steckbrief FK Metalist Kharkiv (russ. FK Metalist Charkow)
Gegründet: 1925
Stadion: OSK Metalist (43.000)
Präsident: Oleksandr Yaroslavskiy
Trainer: Myron Markevych
Heimtrikots: Komplett Gelb mit blauen Schultern
Auswärtstrikots: Blau mit gelben Schultern, gelbe Hose, blaue Stutzen
Homepage: www.metalist.kharkov.ua

Erfolge:
- Sowjetischer Pokalsieger 1988
- Fünf Mal Dritter in der Premijer-Liha, der höchsten Spielklasse der Ukraine
- Achtelfinalist im UEFA-Cup 2008/09

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 18 36
2. FC Red Bull Salzburg 18 34
3. FK Austria Wien 18 34
4. SK Puntigamer Sturm Graz 17 33
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 17 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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