Violett ist mehr... 16.02.2011, 15:09 Uhr

ANPFIFF ZU VOLLFAN STATT VOLL FETT

Anpfiff zu VOLLFAN statt voll fett

Sportlich ist die Rivalität zwischen dem FK Austria Wien und Rapid nach wie vor uneingeschränkt vorhanden, geht es um die gute Sache, werden mitunter auch gemeinsam die Ärmel hoch gekrempelt.

 

Heute ist der offizielle Startschuss für ein Pilotprojekt gemeinsam mit dem Institut für Suchtprävention der Sucht- und Drogenkoordination Wien gefallen. Unser Ziel ist es, junge Wiener Fußballfans zu verantwortungsvollem und maßvollem Umgang mit Alkohol zu motivieren.

 

Unter dem Motto "VOLLFAN statt voll fett" werden Jugendliche bei unseren Heimspielen mit verschiedenen Maßnahmen angesprochen, um sie zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Alkoholkonsum zu motivieren. "Die Wiener Präventionsarbeit und besonders das Projekt 'VOLLFAN statt voll fett' setzen auf die Selbstverantwortung junger Menschen in ihrem persönlichen Umgang mit Alkohol", so die Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Sonja Wehsely.

 

Junge Fans geben dem Projekt ein Gesicht
Dreh- und Angelpunkt des Projekts ist die Einbeziehung junger Fans der Vereine. Sie fungieren als Testimonials und thematisieren "als Gleichgesinnte" die Nachteile von übermäßigem Alkoholkonsum mittels Postern, Freecards und im Rahmen einer Facebook-Kampagne. "Wichtig ist bei "VOLLFAN statt voll fett", dass die jungen Menschen in jeder Phase des Projekts aktiv dabei sind und selbst mitmachen können", so der Wiener Drogenkoordinator Michael Dressel.

 

Außerdem werden für dieses Projekt speziell geschulte Peers, die aus den jeweiligen Fan-Szenen kommen, auf die Fans zugehen, um mit ihnen auf Augenhöhe über risikoreichen Alkoholkonsum ins Gespräch zu kommen. "Die Peerarbeit ist ein Herzstück dieses Pilotprojektes, denn wir wissen, dass sich Jugendliche in diesem Alter von Erwachsenen ungern etwas sagen lassen, sich aber sehr stark an Gleichaltrigen orientieren", so der Leiter des Instituts für Suchtprävention der Sucht- und Drogenkoordination Wien, Dr. Artur Schroers.

 

 

Das Projekt stellt das Fan-Sein als wichtige Aufgabe in den Mittelpunkt und packt die jungen StadionbesucherInnen bei ihrer Ehre, ein richtiger Fan zu sein. Es zeigt auf, dass die VOLLPROFIS am Rasen VOLLFANS auf der Tribüne brauchen, die bis zur allerletzten Minute genauso fit sind wie sie selbst. Jugendliche sollen – wenn überhaupt - maßvoll Alkohol konsumieren.

AG-Vorstand Markus Kraetschmer: "Als Klub haben wir eine Vorbildfunktion. Unsere fans opfern viel von ihrem Taschengeld, sollten es aber sinnvoll einsetzen. Der Support im Stadion steht im Vordergrund, das Vollfett kann man da getrost daheim lassen."

So sieht es auch Verteidiger Manuel Ortlechner, der sagt: "Man sollte beim Alkohol sehr wohl mit viel Maß und Ziel umgehen und vorsichtig agieren. Bei uns Sportlern zählen in erster Linie Wasser und sinnvolle Elektrolytgetränke, aber bestimmt nicht der Alkohol."

Auch Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger hat seine eigene Meinung dazu: "Wenn wir gewinnen, ist es ja auch für den Fan viel schöner mit uns den Erfolg von der Tribüne aus zu feiern, anstatt bereits in einer Ecke herum zu hängen und nichts mehr von unserer gemeinsamen Freude mitzubekommen."

 

Projekte auch rund um die Stadien
Neben den Kommunikationsmaßnahmen werden auch Mitmach-Aktivitäten angeboten, um Jugendliche vor und nach einem Fußballspiel sowohl inhaltlich als auch sportlich zur Auseinandersetzung mit dem Thema Alkohol anzuregen. Ein VOLLFAN-Toto soll das Wissen über die Wirkung von Alkohol fördern, indem richtig "getippt" und eine Geschicklichkeitsaufgabe gelöst werden muss, um als Gratifikation einen vereins- und projektgebrandeten Fan-Schal zu erhalten. Mit dem Rauschbrillen-Pacours wird auf die Wirkung von Erfahrungslernen gesetzt: Spezial-Brillen simulieren eine Alkoholisierung, mit der verschiedene Geschicklichkeitsaufgaben, zum Beispiel mit einem Ball gaberln, zu lösen sind. Die einschränkende Wirkung von Alkohol wird so erfahrbar gemacht.

 

 

"Besonders wichtig ist es uns, auch alle Multiplikatorinnen und Multiplikatoren rund um das Setting Fußballstadion miteinzubeziehen, ganz besonders natürlich die Gastronomie", verweist der Leiter des Instituts für Suchtprävention der Sucht- und Drogenkoordination Wien, Dr. Artur Schroers, auf eine wesentliche Zielsetzung des Projekts.

 

Zur Einbindung aller Schlüsselkräfte werden vom ISP regelmäßige Info-Talks und Vernetzungstreffen organisiert. Damit werden auch die Vereins-MitarbeiterInnen, die Angestellten der Stadionbetreiber, die Gastro-Teams in den Stadien und in deren Umfeld, aber auch der Stab der Executive vor Ort, das Security-Personal in den Stadien, die Belegschaft der Sanitätsdienste sowie die FanbetreuerInnen und SozialarbeiterInnen über die Ziele und Details des Projekts informiert.

 

Von Februar bis Oktober drei Themen-Wellen
Das Projekt startet am 19. Februar beim Spiel der Violetten gegen Wr. Neustadt. Es läuft von Mitte Februar bis Ende Oktober 2011 und thematisiert verantwortungsvollen Alkoholkonsum in jugendaffiner Fußballsprache in drei Wellen. Welle eins soll Problembewusstsein schaffen und hat die Fokussierung auf die Fan-Rolle zum Ziel. Welle zwei soll die Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsum, mit Augenzwinkern und dem Start der Mitmach-Projekte, fördern. Welle drei soll Jugendliche zur Zustimmung zur Verhaltensänderung motivieren, um langfristig den Alkoholkonsum in den Stadien zu minimieren.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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