Violett ist mehr... 17.05.2011, 10:25 Uhr

„JEDERMANN“ LIEST AUSTRIA WIEN

„Jedermann“ liest Austria Wien

Wenn der FK Austria Wien feiert, dann immer mit Stil. So war es auch gestern Abend im ehrwürdigen Cafe Prückl am Wiener Ring. Eine Institution unter Wiens Kaffeehäusern und ein kleiner Teil der Austria-Historie. Wie so viele Kaffeehäuser, die noch länger zu unserem Klub gehören als die violette Kultfarbe.

 

Aus Platzgründen war es nur einer Handvoll von Auserwählten gegönnt bei jenem künstlerischen Leckerbissen dabei zu sein, der mit einem deutschsprachigen Bühnenstar den Reigen der 100-Jahre-Feierlichkeiten fortsetzte.

 

Niemand geringerer als der österreichische Burgschauspieler Peter Simonischek, ausgezeichnet mit zahlreichen internationalen Schauspielpreisen, bejubelter „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen von 2002 bis 2009 und glühender Austria-Anhänger, las aus ausgewählten literarischen Fußballwerken und gab auch die eine oder andere persönlichen Erinnerungen an vergangene Austria-Zeiten zum Besten.

 

Klaviermusik ergänzte das kurzweilige Programm, vor dessen Beginn Simonischek auch Preis gab, warum er als gebürtiger Steirer eigentlich zum Austrianer wurde. „Die positive Atmosphäre im Stadion sowie das technisch gute Spiel haben mich immer schon angezogen“, sagte der Künstler, ehe er anspruchsvolle Werke von Eduardo Galeano und Javier Marias sowie heitere von Karl Valentin und Ödön von Horvath zitierte.

 

Freilich durften auch die Klassiker von Friedrich Torberg über Matthias Sindelar ("Auf den Tod eines Fußballspielers") sowie aus dem aktuellen Jubiläumsbuch der Austria beim Vortrag nicht fehlen. Dieses stimmungsvolle Event stand übrigens, wie noch einige weitere, ganz im Charity-Gedanken des 100-Jahre-Jubiläums, an dessen Ende die Wiener Austria eine namhafte Summe für ein karitatives Projekt zusammengetragen haben will. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden rund 600 Euro dafür gesammelt.

 

 

AG-Vorstand Markus Kraetschmer, der Simonischek ein 100-Jahre-Trikot mit dessen Name schenkte, war von der Wahl der Location für diesen Event sofort begeistert. „Früher waren Sekretariate oft in Kaffeehäusern, auch die Austria hat da ihre große Tradition.“

 

Und tatsächlich, blättert man die Geschichtsbücher durch, stößt man zu Beginn u.a. auf den Urania-Keller, wo am 29.10.1910 die Gründungsveranstaltung war. Später war das Ring-Cafe mit dem legendären Hugo Meisl das erste Vereinslokal. Im Dom-Cafe etwa fand die Umbenennung in Austria Wien statt und im Cafe Savoy hatte schon der heutige Sport-Vorstand Thomas Parits seinen ersten Vertrag für die Violetten gezeichnet.

 

Auch im Cafe Prückl wurde Geschichte geschrieben, allerdings eine traurige. Walter Nausch, der Ehrenkapitän, Teamkapitän, Spieler, Trainer und Sekretär war, erlitt dort einen Herzinfarkt, nachdem er erfahren hatte, dass seine Austria in der Staatsliga gegen den Tabellenletzten SC Krems auf der Hohen Warte mit 0:2 verloren hatte. An den Folgen sollte er wenig später sterben.

 

So traurig die Nachricht damals war, so gut spannt sie den Bogen zur Gegenwart, denn auch in unserer aktuellen Saison brauchte man und braucht noch immer Nerven aus Stahl. Und das nicht nur Spieler und Trainer, sondern „Jedermann“...

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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