Akademie 07.01.2011, 08:23 Uhr

„ICH BIN NICHT DER DAUM, SONDERN DER WAGNER“

„Ich bin nicht der Daum, sondern der Wagner“

Nach 16 Jahren als Profi steht Michael Wagner (34) nun auf der anderen Seite und gibt seinen großen Erfahrungsschatz an den Austria-Nachwuchs weiter. Früher hat er die Haken geschlagen und die Bälle präzise in Richtung gegnerisches Tor gebracht, heute zeigt Michael Wagner seine Tricks den Jungkickern des FK Austria Wien.

 

Seit Sommer coacht er die U13, U14, U15, U16 und U18 der violetten Talenteschmiede und kümmert sich dabei explizit um die von den jeweiligen Mannschaftstrainern genannten Auswahlspieler. Wagner arbeitet mit den Elitegruppen am eigens erstellten Stärke- und Schwächeprofil. Der Endzweck ist klar: Die technische Entwicklung der Burschen soll noch rasanter in die Höhe schnellen.

 

Michi, musstest du lange überlegen, als das Angebot der Austria auf dem Tisch lag?
Nein. Die Idee fand ich sofort sehr gut, zudem wollte ich so etwas immer schon machen. Noch dazu bei der Austria, wo man schon die besten Talente des Landes hat. Und terminlich passt auch alles zusammen.

 

Terminlich?
Naja, ich bin auch noch Spielertrainer in Obergänserndorf in der Gebietsliga, wo ich dreimal pro Woche in Einsatz bin und darüber hinaus habe ich zwei Firmen: Die Personalleasing-Firma Job-Movement sowie die Idos. Ich habe also mehrere Arbeitsgebiete auf einmal.

 

Zurück zur Austria. Ist der Trainerjob nicht völlig unterschiedlich zu jenem als Profispieler?
Jein. Ich stehe zwar jetzt auf der anderen Seite, aber als Führungsspieler war ich es schon immer gewohnt, Verantwortung zu übernehmen. Der große Unterschied jetzt ist, dass ich limitiert bin, weil ich aktiv auf dem Platz nicht mehr eingreifen kann.

 

Aber die Facette der Verantwortung ist jetzt doch eine andere, oder?

Richtig, sie ist nicht mehr, aber anders. Heute brauche ich mehr Weitblick und verspüre natürlich auch den Druck, wenn es nicht läuft. Im Endeffekt zählt aber nur, dass die Mannschaft erfolgreich sein muss. Wie, ist egal.

 

Als Spieler warst du gerne der Spaßvogel, welchen Stil pflegst du als Trainer?
Der Grundcharakter ändert sich nicht. Es stimmt, dass ich als Spieler den Spaß und die Freude gebraucht habe, aber natürlich wusste ich auch immer, wann man richtig arbeiten. Auf dieses Ziel fokussiere ich auch meine Spieler.

 

Hast du Vorbilder, an denen du dich orientierst? 
Ich hatte in meiner Karriere bestimmt 30 verschiedene Trainer. Heute ist das vielleicht ein Vorteil, weil ich mir von jedem das Positive aussuche. Aber eines ist auch klar: Es macht wenig Sinn, so aufzutreten wie Jogi Löw. Das wäre nicht authentisch. Ich bin auch nicht der Daum, sondern der Wagner.“


BILDTEXT: Alles hört jetzt auf sein Kommando. Michael Wagner war elf Saisonen als Spieler beim FK Austria Wien, jetzt gibt er den Takt vor, hat vom Klub eine verantwortungsvolle Aufgabe übertragen bekommen.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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