11.05.2010, 12:30 Uhr

ZLATKO JUNUZOVIC: "WIR GLAUBEN JETZT AN DEN TITEL!"

Zlatko Junuzovic: "Wir glauben jetzt an den Titel!"

Zlatko Junuzovic ist derzeit bei der Austria der Mann der Stunde. Was mit seinem Fallrückzieher-Treffer gegen Mattersburg anfing, gipfelte nach einer sensationellen Derby-Leistung des Mittelfeldturbos vergangenen Sonntag im vielumjubelten Goldtor beim 1:0-Sieg in Salzburg. Selbst bei dem coolen Steirer, der nach „wichtigsten Tor“ seiner noch jungen Karriere einen unglaublichen Sprint über das gesamte Feld zum Austria-Fansektor hinlegte, gingen danach die Emotionen durch: „Es hat mich innerlich komplett zerrissen. Diese unbändige Freude musste einfach heraus.“


Das mittlerweile legendäre „Schnick-Schnack-Schnuck“-Spielchen mit Michael Liendl um die Ausführung des entscheidenden Freistoßes, war für Junuzovic nur ein Sinnbild für die derzeitige Stimmung im Team: „Wir sind locker drauf, die Zeit war durch einen Wechsel da, also haben wir die Geschichte so gelöst.“


Tags zuvor erinnert sich Trainer Karl Daxbacher, haben die zwei Freistoßspezialisten noch unzählige Standards aus dieser Distanz aufs Tor getreten und sich dabei ordentlich gegenseitig gepusht. „Ja wir haben einiges probiert und wenn eine solche Aktion dann tatsächlich aufgeht, ist es doppelt schön“, strahlt Junuzovic.


Gleich nach Spielende hagelte es dann bei „Zladi“ förmlich Glückwunschanrufe: „Bei meinen Eltern zu Hause dürften beim Torjubel gleich einige Gläser zu Bruch gegangen sein und auch meine Freundin in Wien hat sich irrsinnig gefreut.“ Auch Junuzovic selbst brauchte danach reichlich Zeit, um runterzukommen. „Ich habe nach dem Match die ganze Nacht nicht geschlafen, weil ich noch so voll Adrenalin war.“ Nach einer dreistündigen Medientrainingseinheit am späten Nachmittag und einer kurzen Studie der neuesten You Tube-Videos vom Sonntag, folgte dann aber am Montagabend endlich die längst überfällige Portion Schlaf.


Erst dann hatte der 22-Jährige, der sich am heutigen Vormittag gleich über seine Nationalteameinberufung freuen konnte, erst die Tragweite der vergangenen Tage realisiert: „Ganz ist es noch immer nicht gesickert. Zuerst der fantastische Derby-Sieg und dann noch Salzburg. Wir kämpfen in der letzten Runde noch um die Meisterschale. Auch wenn wir es nicht selbst in der Hand haben, wir glauben jetzt an den Titel und werden alles daran setzen, unseren Teil dafür zu erfüllen.“


Konkret ist das ein Heimsieg am kommenden Donnerstag gegen Ried: „Wir müssen uns jetzt alle noch einmal voll auf dieses Match konzentrieren. Es gäbe nichts Schlimmeres, als wenn Salzburg patzt und wir nicht gewinnen würden. Wir wollen so früh wie möglich ein Tor erzielen, dann wird Salzburg in Graz hoffentlich Nerven zeigen.“


Dass die Steirer, die er aus seinen langen Jahren in der Mur-Metropole fast alle bestens kennt, nur mit Halbgas in die Partie gehen werden, glaubt er nicht: „Ich werde noch mit einigen telefonieren, aber ich bin überzeugt, dass alle Profis genug sind und sich voll ins Zeug werfen. Wir dürfen zwar nicht auf die anderen sehen, aber trotzdem ist es Fakt, dass wir leichte Schützenhilfe brauchen.“


Auf das „Grande Finale“ in zwei Tagen freut sich Junuzovic schon jetzt: „Es werden noch nie so viele Austria-Fans im Horr-Stadion gewesen sein. Schon in Salzburg hat man fast nur unsere Anhänger gehört. Ich erwarte mir einen echten Hexenkessel. Egal was passiert, es wird so oder so ein Festtag in Violett. Wir erledigen unseren Job und dann werden wir sehen, was passiert. Meine erste Meisterschale zu stemmen, wäre schon eine unglaubliche Krönung für diese verrückte Saison!“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 19 39
2. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 19 22
7. FC Admira Wacker Mödling 19 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SV Mattersburg 19 14
10. SKN St. Pölten 18 14
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