15.07.2010, 11:25 Uhr

VOLLE KONZENTRATION VOR LEEREN RÄNGEN

Volle Konzentration vor leeren Rängen

„Wir wollen in die Gruppenphase, also hoffe ich, dass wir uns heute beim ersten internationalen Auftritt eine gute Ausgangsbasis für weitere Erfolge schaffen können“, sagt Austrias wirtschaftlicher AG-Vorstand Markus Kraetschmer, der den finanziellen Schaden für das heutige Geisterspiel gegen NK Siroki Brijeg mit bis zu 170.000 Euro Verlust beziffert.

 

Kraetschmer kennt die Atmosphäre bei einem Geisterspiel, er war bereits am 11. Mai 2005 gegen den SV Pasching im Horr-Stadion dabei. Seine Erinnerungen daran: „Ich habe mir schon damals gedacht, dass das kein richtiges Fußballspiel ist und gehofft, dass ich so etwas nie wieder erleben muss.“

 

Leider hat den FK Austria Wien und Markus Kraetschmer die Realität nach fünf Jahren bereits wieder eingeholt. „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es heute eine schwierige Situation für die Spieler und Betreuer werden wird. Aber es ist ein Bewerbsspiel, bei dem es um sehr viel geht.“

 

Mit erhobenem Zeigefinger fügt der 38jährige an, „dass jetzt hoffentlich alle verstanden haben, dass so ein Platzsturm wie am 3. Dezember 2009 gegen Bilbao nie wieder passieren darf. Zudem dürfen wir nicht vergessen, dass das Damoklesschwert eines weiteren Spiels unter Ausschluss der Öffentlichkeit über uns, dass auf zwei Jahre ausgesetzt wurde.“

 

Neben Kraetschmer wissen noch drei weitere Akteure der Violetten genau, wie es ist, vor leeren Rängen ein Pflichtspiel zu bestreiten. Beim 4:0 gegen Pasching saßen Fernando Troyansky und Szabolcs Safar auf der Ersatzbank. Der Keeper erinnert sich: „Es war ganz eigenartig, wie ein Freundschaftsspiel.“

 

Auf dem Platz gestanden hat Manuel Ortlechner, damals bei den Oberösterreichern. „Beim Aufwärmen haben wir noch gelacht, dann haben wir von der Austria eine drüber bekommen und wir waren gar nicht mehr zu Scherzen aufgelegt.“ Die Partie ist seinem Empfinden nach „nur so dahin getröpfelt, da hat die Würze in der Suppe gefehlt.“

 

Und genau darin sieht der Routinier auch die Gefahr für das Europa-League-Spiel gegen Siroki Brijeg (live in ORF, um 18 Uhr): „Wir müssen das aus unseren Köpfen bringen, sozusagen das Hirn ausschalten und uns bewusst sein, dass es um sehr viel geht.“

 

Ortlechner & Co. haben das bosnische Team am Mittwoch auf DVD studiert, sein Fazit: „Eine gute Mannschaft, die uns alles abverlangen wird. Wenn wir ehrlich sind, haben uns unsere Fans im Vorjahr durch die ersten beiden Runden getragen, jetzt liegt es an uns für sie zu spielen, damit sie in der nächsten Runde wieder dabei sein können.“

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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