01.10.2010, 09:55 Uhr

TOMAS JUN: "ICH SPÜRE, ES GEHT ENDLICH WIEDER VORAN!"

Tomas Jun: "Ich spüre, es geht endlich wieder voran!"

Gut Ding braucht bekanntlich Weile und gerade diese Tatsache trifft auch auf Austria-Stürmer Tomas Jun zu. Nach seinem Kreuzbandriss vor fast einem Jahr kämpfte sich der violette Angreifer in Rekordzeit zurück und legte noch im Frühjahr ein sensationelles Comeback (11 Spiele, 5 Tore, 4 Assists) hin. Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, vor der Sommervorbereitung, zog sich Jun dann leider einen Muskelfaserriss zu.

 

Zwar war er vom Saisonstart weg dabei, dennoch, die letzte Kraft und Spritzigkeit fehlte ihm oft, wie sich Jun zurückerinnert: „Am Anfang ist es noch gut gegangen, aber dann wollte ich zu viel. Ich habe Extraeinheiten geschoben und die Doppelbelastung durch den Europacup wurde schlussendlich zu viel. Mein Knie hat gestreikt und ich konnte nur mehr mit Schmerzmitteln spielen. Aber ich wusste, das Team braucht mich und deshalb habe ich mich durchgebissen. Die meisten hätten sich wohl verletzt gemeldet, aber das entsprach nicht meiner Einstellung und Berufsauffassung. Ich bin Fußballer aus Leidenschaft und dafür geht man mitunter auch über seine Grenzen.“

 

Wann immer möglich, legte der Tscheche eine Pause (Länderspiele, Cup) ein und langsam, aber doch, besserte sich sein lädiertes Knie. „Ich fahre derzeit ein sehr aufwendiges Programm. Fast täglich und auch in der Freizeit arbeite ich vor allem mit unserem Fitnesscoach Martin Mayer daran, soviel wie möglich aufzuholen. Erste Erfolge gibt es, auch wenn ich weiß, dass leichte Schmerzen momentan dazu gehören.“ Sein derzeit wichtigstes Ziel: „Ich bin ein Spieler, der von seiner Explosivität und seiner Kondition lebt, die versuche ich mir derzeit wieder zu erarbeiten und wir machen Fortschritte.“

 

Erstmals deutlich sichtbar waren die ersten Erfolge dieser Zusatzschichten vergangene Woche in Graz, als Jun in schon fast gewohnter Manier in der gegnerischen Defensive mit seinen giftigen Vorstößen ein ums andere Mal für Unruhe sorgte. „Schmerzmittel brauche ich vorerst endlich nicht mehr. Ich kann fast wieder volles Tempo gehen, auch in voller Aktion Haken schlagen, ohne die Angst zu haben, mich zu verletzen.“

 

Wie wertvoll der Tscheche in dieser Saison selbst mit teils angezogener Handbremse für die Veilchen schon war, zeigt einmal mehr die Statistik: 14 Spiele, zwar nur ein Tor aber gleich acht Assists unterstreichen seine Qualitäten. Einzig offensichtliches Manko beim 10-fachen tschechischen Internationalen ist derzeit seine Torausbeute. Chancen dafür gab es in fast jedem Spiel, wenn man sich beispielsweise an das starke Auswärtsspiel in Saloniki oder gerade die Großchance zuletzt gegen Sturm Graz erinnert. „Normalerweise mache ich solche Tore mit verbundenen Augen, zu hundert Prozent. Ich bin wohl aufgrund der Probleme der letzten Wochen noch immer nicht ganz frei im Kopf, aber es wird besser und damit steigt auch mein Selbstvertrauen wieder.“

 

Gerade nach dem Abgang von Kapitän Milenko Acimovic kommt erfahrenen Spielern wie Jun ein noch tragenderer Part zu, wie er selbst weiß: „Ich bin mir meiner Rolle gerade in unserem jungen Team bewusst. Ich habe bereits vor fast zehn Jahren mit 17 in der Champions League gespielt, im Ausland Erfahrung gesammelt und kann sicher einiges weitergeben. Trotzdem bin ich von meinem Wesen keiner, der in der Kabine große Reden halten würde, weil das einfach nicht meinem Naturell entspricht. Ich versuche vorzuleben, wie man als Profi zu arbeiten hat. Jeder, der will, soll sich davon etwas mitnehmen. Das was ich bieten kann, ist Inspiration und es freut mich wenn ich sehe, wenn der eine oder andere es mir hier gleich tut.“

 

Der morgige Schlager gegen Sturm Graz wird für ihn ein offener Schlagabtausch: „Keiner bei uns wird diese Mannschaft unterschätzen. Es wird ein komplett anderes Spiel, in dem wir hoffentlich eine ähnlich ambitionierte Mannschaftsleistung abrufen werden, wie vor einer Woche. Hier ist etwas am entstehen. Dass merkt jeder bei uns am Platz und in der Kabine und wir alle wollen unseren Teil dazu beitragen.“

 

Die nächste, fast vierzehntägige Atempause durch die zwei EM-Qualifikationsspiele ist für Jun bereits voll verplant: „Ich fahre ein intensives Programm um mich langsam immer mehr heranzutasten.“ Der Anfang ist bei Tomas Jun also gemacht und step by step nähert sich unser bester Stürmer der abgelaufenen Saison (14 Tore, 7 Assists) wieder seiner Form. Eine kleine Ansage hat Jun schmunzelt noch für die Sturm-Partie parat: „In Graz habe ich mein Tor nicht gemacht, aber wer sagt, dass mir das nicht für Samstag aufgehoben habe?“

 

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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