01.04.2010, 12:30 Uhr

TEIL I THOMAS PARITS: "DIE HAUSAUFGABEN SIND GEMACHT"

Teil I Thomas Parits: "Die Hausaufgaben sind gemacht"

Für Austrias AG-Vorstand Thomas Parits stehen spannende Wochen bevor. Im ersten Teil des Interviews mit www.fk-austria.at spricht der sportliche Leiter der Veilchen über Vertragsverlängerungen und Neuverpflichtungen genauso wie über das richtige Timing im Transferpoker und die Leistungsexplosion von Sturmtank Schumacher.

 

Als AG-Vorstand und sportlicher Leiter bei der Wiener Austria steht in den kommenden Wochen eine heiße Phase an. Was gibt er derzeit in Sachen Vertragsverlängerungen zu vermelden?

Ich bin wirklich schon lange im Geschäft, insofern gehe ich mit der nötigen Ruhe in diese Phase. Wir lassen uns bewusst mit unseren Entscheidungen Zeit und werden nichts überhasten. Prinzipiell muss ich sowohl bei Vertragsverlängerungen als auch Neuverpflichtungen erst die Absegnung des Budgets für die nächste Saison durch den Aufsichtsrat abwarten. Mit einigen Spielern habe ich schon gesprochen, konkrete Verhandlungen wird es ab Mitte April geben.

 

Es gibt immer wieder Stimmen, die sich erste Vollzugsmeldungen zu einem früheren Zeitpunkt wünschen würden. Welche Argumente sprechen für ihre Vorgehensweise?
In Wahrheit steht für mich die eben erwähnte Finanzierung bei dieser gewählten Strategie nicht im Vordergrund. Vielmehr soll jeder, der um einen neuen Vertrag spielt, bei mir die Chance bekommen, sich bis zum Meisterschaftsfinish zu präsentieren und in den Vordergrund zu spielen. Ich verstehe, dass es für einige vielleicht nicht die angenehmste Situation ist, aber als gutbezahlter Fußballprofi muss man mit diesem Druck einfach umgehen können. Es liegt an ihnen selbst, mir die Entscheidung leicht zu machen und mich von ihren Qualitäten zu überzeugen. Jeder hat sein Schicksal zu diesem Zeitpunkt der Saison noch selbst in der Hand.


Wie weit sind die Planungen für mögliche Neuverpflichtungen im Sommer bereits gediehen?

Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Vom Umfang her, ist mit weniger Veränderungen als in der vergangenen Saison zu rechnen. Wir haben bereits vor einem Jahr sehr viele hoffnungsvolle Spieler geholt, die bisher durchwegs überzeugt haben. Mehr als fünf Umstellungen wird es daher kaum geben, wobei ich generell mit solchen Prognosen sehr vorsichtig bin. Wie viele Neuverpflichtungen es schließlich werden, hängt bekanntlich auch davon ab, ob einige aktuelle Kaderspieler vielleicht an eine Veränderung denken. Ich spreche hier nicht nur von auslaufenden, sondern auch von bestehenden Verträgen. Wenn jemand bei uns nicht mit seiner sportlichen Situation zufrieden ist, dann kann man über alles sprechen. Ich habe noch niemandem  Steine in den Weg gelegt, wenn er bei der Austria nicht glücklich war.


In den vergangenen Tagen gab es von Spielerseite unbedachte Äußerungen in den Medien. Wie reagiert man darauf?
Prinzipiell ist festzuhalten, dass sich jeder einzelne mit solchen Wortmeldungen nur selbst schadet. Ich bin nicht kleinlich, aber wenn Vertragsbestandteile wie Optionsfristen bekannt gegeben werden oder der Trainer öffentlich kritisiert wird, ist schlicht mit ernsten Konsequenzen zu rechnen. Gibt es Unstimmigkeiten, können diese auch in einem Vieraugengespräch geklärt werden. Alles andere ist nicht tolerierbar. Genau das habe ich den Spielern schon vor der Saison mitgeteilt und daran hat sich jeder ohne Ausnahme zu halten. Anscheinend wissen manche gar nicht, welche Passagen in ihrem Vertrag diesbezüglich enthalten sind. Im Fall Matthias Hattenberger gab es gestern einen Rapport und eine Spende für den Sindelar-Fond. Damit ist das Kapitel für mich abgeschlossen.


Höchst erfreulich ist die Entwicklung von Sturmtank Schumacher. Nicht alle waren anfangs von seinen Qualitäten überzeugt, mittlerweile ist seine Entwicklung aber positiv.
Ich habe vom Tag der Vertragsunterzeichnung gewusst, dass er uns absolut weiterhelfen kann. Am Anfang war ich mit seiner Einstellung und seinem Einsatz nicht zufrieden. Vor zwei Monaten habe ich mit ihm diesbezüglich Klartext geredet, seitdem geht es bei ihm nur mehr bergauf. Er kämpft in jedem Match wie ein Löwe und von seinen fußballerischen Fähigkeiten kann sich jeder Woche für Woche selbst überzeugen. Wir werden in Zukunft noch sehr viel Freude mit ihm haben.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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