17.03.2010, 13:40 Uhr

SCHUMACHER & CO. WOLLEN MIT DER DERBY-WUT IM BAUCH SALZBURG FORDERN

Schumacher & Co. wollen mit der Derby-Wut im Bauch Salzburg fordern

„Ich bin normalerweise ein ruhiger Mensch und ärgere mich innerlich, aber beim Wiener Derby ist sogar mir der Kragen geplatzt“, beschreibt Austrias brasilianischer Angreifer Schumacher seine Gefühlslage auch nach dem freien Dienstag als ziemlich aufgewühlt. „Wir waren nach dem Fehlpfiff einfach fassungslos. Man hat bei Rapid die Angst vor dem fünften Ligaspiel ohne Sieg förmlich gespürt. Ohne den Elfmeter hätten wir in der Schlussphase den Sack zugemacht. Auch wir hatten zwar sicher nicht den allerbesten Tag, aber stärker waren wir bis zum Elfmeter allemal.“

 

Seine persönliche Derby-Bilanz nach der Einwechslung in Minute 65: „Wir haben dann noch alles probiert und ich hatte sogar nach dem 0:2 das Gefühl, es könnte noch etwas gehen, auch wenn ich es im Angriff als einzige Spitze schwer hatte.“ Die nötige Distanz zum Skandal-Derby fällt auch  drei Tage danach nicht leicht, ist aber für ihn notwendig: „ Jeder für sich musste diese Ungerechtigkeit einmal verdauen. Wir sind aber Profis und als solche heißt es spätestens heute, die Partie abzuhaken und sich  auf das nächste Match zu konzentrieren. Das Ziel heißt jetzt Europacup-Startplatz.“

 

Ein Sieg gegen Salzburg wäre für ihn auch aus einem anderen Grund doppelt wichtig: „Ein Freund und ehemaliger Mitspieler aus meiner Zeit in Frankreich bei Dijon war extra zum Derby nach Wien gekommen. Umso mehr hat mich diese unnötige Niederlage in Hütteldorf geärgert. Jetzt hat er extra bis zum Salzburg-Match verlängert, weil er unbedingt einen Sieg von uns sehen will.“ Motivation genug also auch für unsere Nummer zehn, die also am Sonntag allen Zuschauern und einem besonders Anlass zum Jubeln geben will.

 

Insgesamt hatte die Frühjahrssaison für Schumacher  denkbar gut begonnen: „Der Doppelpack gegen Kapfenberg zu Saisonstart hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben.“ Die Arbeit in den Wintermonaten hatte sich bei dem violetten Brasilo-Import gleich ausgezahlt: „Es war hart, weil ich im Vergleich zur Mannschaft einiges aufzuholen hatte, aber solche Momente geben einem dann die nötige Kraft und Bestätigung. Auch aufgrund von vielen kleineren Verletzungen war ich in Wahrheit seit meiner Ankunft in Europa vor einigen Jahren noch nie so fit wie nach dieser Winterpause.“

 

Im zweiten Match in Mattersburg zeigte der 23-Jährige über weite Strecken ebenfalls auf, leitete das Elfmeterfoul an Roland Linz mit einem perfekten 20-Meter-Lochpass ein und strahlte stets Torgefahr aus. Selbst die hochwinterlichen Bedingungen bei der denkbar unglücklichen 0:1-Niederlage gegen den LASK hinderten ihn nicht, einer der Besten im violetten Dress zu sein. Trotz nassglattem Untergrund verlor er kaum einen Ball oder Zweikampf. „Die Kälte und widrige Bedingungen sind für mich kein Problem. Andere Landsmänner von mir haben damit weit mehr zu kämpfen.“ Wenn er aber von den prognostizierten 18 Grad mit Sonnenschein für Sonntag hört, entkommt der Frohnatur doch ein erstauntes Lachen: „Zeit wird es ja, denn nicht nur wir Fußballer, auch die Zuschauer kommen dann leichter auf Betriebstemperatur.“

 

Genau auf diesen Anhang baut der Brasilianer auch im nächsten Heimspiel: „Im Derby haben unsere knapp 2.000 Fans ordentlich Stimmung gemacht. Im Horr-Stadion werden uns am Wochenende fünf Mal so viele Zuschauer nach vorne peitschen. Wir hadern zwar nicht mehr mit dem Derby, aber die Wut im Bauch ist noch da. Wir wollen mit dem zweiten Heim-Sieg gegen Salzburg in dieser Saison zeigen, wo wir in der Tabellen eigentlich stehen sollten!“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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