28.01.2010, 10:30 Uhr

RUBIN OKOTIE UND TOMAS JUN - EIN VIOLETTES DUO AM WEG ZURÜCK!

Rubin Okotie und Tomas Jun - ein violettes Duo am Weg zurück!

Während die  Wiener Austria dieser Tage bei angenehmen Temperaturen in Marbella eifrig für einen guten Start in die Frühjahrsmeisterschaft schwitzt, spult auch unser verletzter „Einsersturm“ Rubin Okotie und Tomas Jun im eiskalten Österreich ein intensives und variantenreiches Rehab-Programm ab, das seinesgleichen sucht.

 

Rund 13 Stunden sind die beiden verletzten Angreifer für ihr heißersehntes Comeback täglich auf den Beinen wie Okotie verrät: „Ich gehe um acht Uhr in der Früh außer Haus und komme gegen neun Uhr am Abend wieder heim.“ Sein dichtes Programm: „Gleich in der Früh steht eine Laufeinheit am PSV-Platz in Kaisermühlen auf dem Programm. Diesen Montag habe ich erstmals problemlos dreißig Minuten herunter gespult.“

 

Am frühen Nachmittag heißt es ab ins IMSB-Institut in der Südstadt. Unter der Anleitung von Physiotherapeut Freddy Siemes geht es an die zwei Stunden ordentlich zur Sache. Muskuläre Aufbauarbeit steht ebenso am Programm wie koordinative und Stabilisationsübungen.

 

Und da aller guten Dinge drei sind, absolviert Okotie nach einer kurzen Verschnaufpause noch eine weitere, schweißtreibende Einheit im Fitnessstudio. Alles allerdings mit Maß und Ziel, denn eines hat er in den vergangenen harten Monaten gelernt: „Ich habe immer geglaubt, mein Körper ist eine Maschine. Ich habe mir nie eine Pause gegönnt, es musste einfach weitergehen. Wenn ich nur ein, zwei Trainingseinheiten verpasste hatte, war das für mich eine Katastrophe. Jetzt weiß ich, dass ich mir mitunter auch eine Ruhepause gönnen muss, um schlussendlich schneller zum Ziel zu kommen. Dass ich nicht mehr so ungeduldig bin und mehr in meinen Körper hinein höre, ist wahrscheinlich die wichtigste Konsequenz, die ich aus diesem Rückschlag gezogen habe.“

 

Abgesehen davon hat Rubin auch im Rahmen der Möglichkeiten weitere kleine Schwächen ausgemerzt: „Körperlich habe ich gezielt an mir gearbeitet, was im normalen Meisterschaftsbetrieb in diesem Umfang nicht möglich gewesen wäre.“ Der Fokus liegt also dieser Tage angesichts des guten Heilungsverlaufes des abgesplitterten Knorpels auch beim verletzten rechten Bein schon wieder beim Muskelaufbau, erklärt er: „Die Erleichterung war bei mir enorm, als die Magnetresonanzuntersuchung vor zwei Wochen ergab, dass mein Knorpel zu 90 Prozent wieder nachgewachsen ist. In drei Wochen gibt es die nächste Kontrolle.“ Leichte Ball- und Passübungen sind bis dahin bereits möglich, nur das Schusstraining ist für den Stürmer derzeit noch tabu.

 

Einen ungefähren Zeitpunkt für sein Comeback hat sich Rubin schon gesetzt: „Immer einen weiteren idealen Heilungsverlauf vorausgesetzt, könnte es in rund zwei Monaten bereits soweit sein. Schlussendlich ist mir gar nicht so wichtig, ob es nun etwas früher oder später ist. Ich werde erst ins Mannschaftstraining zurückkehren, wenn es Sinn macht und ich voll belastbar bin.“

 

Bereits einen Schritt weiter ist unser Tschechen-Bomber Tomas Jun (siehe Bild oben). Bis zu seiner Verletzung war er die personifizierte Torgarantie in Violett und geht der Genesungsprozess nach seinem Kreuzbandriss in diesem Tempo weiter, dürfte es bis zu einer möglichen Rückkehr nicht mehr allzu lange dauern.

 

Wer Juns Performance wie am Mittwoch bei seinen Belastungseinheiten unter der Anleitung des Sporttherapeuten Freddy Siemens gesehen hat, bekommt unweigerlich den Eindruck, dass der Tscheche bereits nach dreieinhalb Monaten beinahe wieder der Alte ist. Und ganz täuscht der Eindruck nicht, wie Siemes bestätigt: „Er ist tatsächlich sensationell unterwegs und im Moment seinem Plan voraus. Dennoch werden wir auch in seinem Fall sicher nichts übereilen.“

 

Mitgrund für die guten Fortschritte beim ehrgeizigen Tschechen ist auch sein enormes Eigenengagement. Auf Anraten von Experten und zahlreichen ehemaligen Kollegen hat er bereits wenige Tage nach seiner Operation mit einer intensiven Cyrotherapie angefangen. „Dabei komme ich für drei, vier Minuten in eine Kammer, die auf minus 120 bis 180 Grad Celsius herunter gekühlt wird. Die Ergebnisse waren sensationell. Die Schwellung an meinem operierten Knie ging unglaublich schnell zurück und auch sonst habe ich von dieser Methode physisch profitiert.“ Genau deshalb heißt es für Jun dieser Tage täglich ab nach Bad Vöslau, um sich in der dortigen Kältekammer auch bei Rekordaußentemperaturen seine Extraportion zusätzlichen Frost zu holen.“

 

Hauptsache, es hilft, ist für ihn das Motto. Genauso wie intensive morgendliche Laufeinheiten, die ebenfalls zu seinem dichten Programm gehören. Einzige tägliche Entspannung sind die Skype-Video- Konferenzen mit Gattin und Töchterchen im nur drei Autostunden entfernen Prag. „Wenn sie einmal zwei Wochen nicht bei mir sind, dann ist es schön, sie wenigsten via Computer zu Gesicht zu bekommen“, freut sich der Goalgetter.

 

Der 26-Jährige schmiedet jedenfalls schon ehrgeizige Pläne: „Geht es in diesem Tempo weiter und gibt es das Okay vom Arzt und den Trainern, will ich in den kommenden Wochen phasenweise und ganz vorsichtig wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Mein Ziel ist es, auf alle Fälle noch im März erstmals wieder zu spielen.“ Wunderdinge darf man sich vom neunfachen Saisontorschütze dennoch nicht sofort erhoffen: „Selbst wenn ich schneller als gedacht wieder machtfit wäre, heißt das keinenfalls, dass ich gleich wieder ganz  der Alte bin. Gerade bei Stürmern dauert es etwas, bis die Abstimmung wieder passt.“

 

Bei aller nötigen Vorsicht sind das alles in allem sehr erfreuliche Aussichten für unser verletztes Stürmerduo. Ihre größte Bitte an die Mannschaft ist für Tomas Jun auch klar: „Bis wir zurück sind, müssen die anderen noch für uns die Kastanien aus dem Feuer holen. Wenn es in die entscheidende Phase geht, sind wir wieder voll dabei und wollen alle gemeinsam ganz vorne mitmischen!“

 

 

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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