23.09.2010, 15:30 Uhr

PETER HLINKA: „STURM GRAZ WIRD EINE HARTE NUSS!“

Peter Hlinka: „Sturm Graz wird eine harte Nuss!“

Zwei Saisonen hat Peter Hlinka zuletzt bei Sturm Graz gespielt. Auf den ersten Blick gibt es für das am Wochenende anstehende Auswärtsspiel in der Mur-Metropole also kaum einen besseren Gesprächspartner. Bei näherem Hinsehen relativiert sich diese These für Hlinka allerdings: „Mich eingerechnet sind sieben Stammspieler von der letztjährigen Mannschaft nicht mehr dabei. Insofern hat Sturm nicht zum ersten Mal ein völlig anderes Gesicht.“


Die Gründe für ihren starken Saisonstart liegen für ihn auf der Hand: „Sie haben sich gut verstärkt, Spieler die letzte Saison noch in der zweiten Reihe gestanden sind, haben sich in den Vordergrund gespielt und Trainer Franco Foda ist es einmal mehr gelungen, in kürzester Zeit eine starke Mannschaft zu formen.“


Der größte Unterschied zwischen den Veilchen und seinem Ex-Verein ist für ihn derzeit vor allem die Torausbeute: „Sie gewinnen einfach ihre Spiele, weil sie reichlich Tore machen. Sturm steht zwar kompakt, aber bekommt auch seine Gegentreffer. Nur vorne sind im Moment mit Szabic, Kienast und Haas gleich drei Stürmer voll im Saft. Wenn einer auslässt, springt der andere ein. Mario Haas ist als Joker zuletzt das beste Beispiel dafür gewesen.“


Emotional ist es für ihn kein alltägliches Match: „Ich hatte in Graz eine sehr schöne und erfolgreich Zeit. Sicher verbindet das, aber ich fühle mich auch in Wien schon nach kurzer Zeit extrem wohl. Ich freue mich einfach auf dieses Spiel gegen meine ehemaligen Kollegen, auch wenn wie gesagt nur mehr wenige vom letzten Jahr mehr dabei sind.“


Auch wenn die Austria bei ihren Gastspielen in Graz bekanntlich in der jüngeren Vergangenheit sehr erfolgreich war, warnt Hlinka vor dem Heimvorteil für die Blackies: „Wenn das Publikum dort mitgeht, dann wächst die Mannschaft schnell einmal über sich hinaus. Sie sind im Moment sicher eine harte Nuss. Wir dürfen sie nicht zu sehr ins Spiel kommen lassen. Für mich ist genau das der Schlüssel für einen Punktegewinn in Graz.“


Was für Violett spricht ist für den Slowaken mit Sicherheit die Auswärtsbilanz: „Wir haben in der Bundesliga in dieser Saison auswärts noch nicht verloren. Wir werden auch gegen Sturm, das bekanntlich nicht für seine defensive Spielweise bekannt ist, wieder Platz bekommen. Steht unsere Abwehr wie gegen Salzburg hinten ähnlich sicher, dann ist einiges drin.“


Ein kurzer Rückblick auf den gestrigen Schlager fällt für den Routinier sehr nüchtern aus: „Zwei starke Mannschaften haben sich nichts geschenkt und auch wenn wir in der Schlussphase ein Chancenplus hatten, für mich ist das Unentschieden in Ordnung.“


Dort, wo Peter Hlinka gestern gegen Salzburg noch Minuten zuvor sein „Grazie Mile“-T-Shirt unter das violette Volk auf der Nordtribüne gebracht hatte, zeigten die Austria-Fans übrigens sehens- und erwähnenswerte Eigeninitiative in Sachen Kampf gegen den Extremismus. Schon vor Spielbeginn wurden Flugblätter verteilt und nach knapp einer halben Stunde Transparente gegen rechtsradikale Tendenzen auf der Osttribüne gehisst.


Austrias AG-Vorstand Markus Kraetschmer begrüßt solche Initiativen von Fan-Gruppen: "Ich finde dieses Engagement nach allen Vorfällen zu diesem Thema positiv, weil es in unserem Sinn ist. Alle Diskussionen und Handlungen gegen Rechtsradikalismus im Horr-Stadion führen dazu, dass es bei vielen Anhängern stärker ins Bewusstsein rückt."


Markus Kraetschmer sieht die Fans und den Verein im Kampf gegen Neonazismus also verstärkt an einem Strang ziehen, was auch dabei mithelfen kann, dass  „ein steter Prozess“ in Gang gesetzt wird, wie der violette AG-Vorstand festhält: "Dieser soll am Ende dazu führen, dass Politik endlich komplett aus dem Horr-Stadion verbannt werden kann. Initiativen wie gestern sind dafür ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung."

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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